Köln - Der FC St. Pauli und Fortuna Düsseldorf beschließen am Montagabend (ab 20 Uhr im Liveticker) das fußballerische Osterwochenende. Das Spiel der Traditionsvereine ist für beide Clubs von enormer Bedeutung. Die Gäste aus dem Rheinland benötigen einen Sieg, um ihre Außenseiterchancen im Aufstiegsrennen zu wahren, während der FC St. Pauli mit einem Erfolg mit zwei Toren Unterschied zum ersten Mal seit dem 11. Spieltag die direkten Abstiegsplätze verlassen könnte.

Damit das gelingt, müssten die Kiezkicker vor allem das Düsseldorfer Sturmduo in den Griff bekommen. Zusammen haben Charlison Benshop und Joel Pohjanpalo schon 23 Tore in dieser Saison erzielt. Mit seinem Doppelpack am letzten Spieltag gegen Darmstadt 98 meldete Benshop die Fortuna im Aufstiegskampf zurück. In Hamburg könnte es für die Düsseldorfer Offensive - vor dem 27. Spieltag immerhin die zweitbeste der 2. Bundesliga - aber richtig schwer werden.

Hinten stabil, vorne ohne Durchschlagskraft

St. Pauli hat sich in der Defensive extrem stabilisiert. In den letzten acht Partien musste die Elf von Ewald Lienen nur sechs Gegentreffer hinnehmen. Nur Kaiserslautern und Karlsruhe weisen in diesem Zeitraum eine bessere Bilanz auf. In der Hinrunde war der FC St. Pauli mit 36 Gegentreffern noch die Schießbude der Liga. In der Offensive drückt die Kiezkicker hingegen auch nach dem Trainerwechsel der Schuh. In den sieben Partien 2015 erzielte St. Pauli erst einen Treffer aus dem Spiel heraus. Sechs der acht Tore unter Ewald Lienen fielen nach ruhenden Bällen.

Waldemar Sobota hofft darauf, dass es gegen die Fortuna mehr Räume in der Offensive geben wird: "Ich denke, es ist für jede Mannschaft leichter zu spielen, wenn man kontern kann“, so der polnische Rechtsaußen. Der 27-Jährige könnte gegen Düsseldorf zum vierten Mal in dieser Saison in der Startelf stehen. "Aufgrund seiner Ballsicherheit, Schnelligkeit und Disziplin in der Defensive ist Sobota ein heißer Kandidat, von Anfang an dabei zu sein", lobt Lienen den 15-fachen polnischen Nationalspieler. St. Paulis Trainer sieht auch gegen die Fortuna den Schlüssel zum Erfolg im Spiel gegen den Ball: "Wir müssen unsere Aufmerksamkeit, Aggressivität und Kompaktheit beibehalten."

Große Unterstützung aus dem Rheinland

In Hamburg können auch die Gäste auf die Unterstützung ihrer Fans zählen. Etwa 2.000 Anhänger wollen die Fortuna im Stadion am Millerntor siegen sehen. Taskin Aksoy erwartet keine leichte Aufgabe beim Abstiegskandidaten: "Ich erwarte am Montag ein kampfbetontes Spiel mit vielen Zweikämpfen“, so der Düsseldorfer Trainer. Sein Augenmerk lag in der Länderspielpause ebenfalls auf der Defensive. Nach vorne geht bei den Rheinländern eigentlich immer etwas. In den letzten elf Partien der 2. Bundesliga blieb die Fortuna nie ohne eigenen Treffer. Gelingt das Aksoys Truppe ein zwölftes Mal, stehen die Chancen auf einen Auswärtserfolg gut.

Für einen Fortuna-Offiziellen wird es sicher ein ganz besonderer Abend werden - unabhängig vom Ergebnis. Helmut Schulte,  Sportlicher Leiter von Fortuna Düsseldorf, arbeitete lange Zeit als Trainer und später als Manager für den Kiezclub und kehrt nun erstmals in einem Pflichtspiel an seine alte Wirkungsstätte zurück. Ein Düsseldorfer Erfolg würde die Chancen erhöhen, dass Schulte im nächsten Jahr nicht mehr gegen seinen alten Club antreten muss. Der FC St. Pauli will das mit aller Macht verhindern. Es dürfte ein spannender Abend werden.

Florian Reinecke