Dortmund - Lethargisch, blutleer und bitter enttäuscht - so absolut emotionslos wie zuvor bei der 1:3-Niederlage auf dem Spielfeld präsentierte sich die Mannschaft von Eintracht Frankfurt auch nach dem vierten Abstieg der Vereinsgeschichte.

Es war ein sehr eigenartiges Bild, das sich in Dortmund bot: Inmitten der siegestrunkenen und feiernden Menschen schlichen die unglücklichen Eintracht-Profis zum Bus. Leere Blicke, höchstens ein Schulterzucken hatten sie übrig für das, was um sie herum passierte.

Historischer Absturz

Tränen der Trauer, Emotionen, Erschütterung - all das suchte man vergeblich. Es schien fast so, als hätten sich die Frankfurter schon zuvor mit dem Unvermeidbaren abgefunden. Dem historischen Absturz von Rang 7 nach der Vorrunde auf den vorletzten Tabellenplatz und dem Gang in die 2. Bundesliga.

"Bei uns herrscht eine Ruhe, die durch Enttäuschung getragen wird", versuchte Christoph Daum den emotionslosen Abgang zu erklären. Auch aus ihm sprach allenfalls Enttäuschung, sonst wirkte der einstige Meistermacher gefasst. Dabei haben sieben Spiele ohne Sieg auch an seinem Image gekratzt.

Kein Sieg trotz dreier Stürmer

Ein einziger Erfolg im letzten Saisonspiel hätte der Eintracht gereicht, sich doch noch einmal zu retten und zumindest den Relegationsplatz zu erreichen. Wer aber einen Kampf auf Biegen und Brechen, einen Fight um jeden Zentimeter Gras erwartet hatte, der sah sich getäuscht. Auch ohne übermäßigen Aufwand erarbeitete sich der BVB ein spielerisches Übergewicht. Allein die Chancenverwertung und ein gut aufgelegter Keeper Ralf Fährmann verhinderten den frühen Rückstand.

Die zwischenzeitliche Führung blieb nicht mehr als ein Strohfeuer - trotz dreier Stürmer. Als der BVB die Zielgenauigkeit erhöhte, hatte die Eintracht nicht mehr viel entgegenzusetzen. Und am Ende aber sprachen auch die nackten Zahlen gegen die Eintracht: Nur sieben Tore erzielte Frankfurt in der gesamten Rückrunde - zu wenig für die 1. Bundesliga.

Kleiner Lichtblick von den Fans

Das wollte auch Vorstandschef Heribert Bruchhagen nicht leugnen, der zumindest offene und ehrliche Worte fand: "Die Tabelle lügt nicht. Wir haben eine desaströse Rückrunde gespielt und dürfen uns nicht über das Ergebnis beschweren."

Bei allem sportlichen Misserfolg sorgten diesmal einzig die Eintracht-Fans für einen kleinen Lichtblick: Die befürchteten Krawalle nach dem Abstieg blieben glücklicherweise aus. Am Ende herrschte auch auf den Rängen das vor, was die Mannschaft auszeichnete: pure Lethargie.

Dietmar Nolte