Auf einen schnellen ersten Blick passt Josip Simunic vielleicht nicht so ganz ins Beuteschema von 1899 Hoffenheim. Wartete der Verein doch auch zuletzt eher durch die Verpflichtungen von hochtalentierten Youngstern auf. Aber dass Rohdiamante allein nicht zwingend nachhaltigen Erfolg garantieren, erfuhr 1899 am eigenen Leib: Als Herbstmeister rutschte das Team auf den 7. Rang ab.

Insofern macht der Transfer von Simunic absolut Sinn, der Routinier soll der Hoffenheimer Defensive die nötige Stabilität verleihen.

Mit der Hertha auf Platz 4

Wenn dem 31-Jährigen das ähnlich souverän gelingt wie bei Hertha BSC in der vergangenen Saison, könnten die ambitionierten Kraichgauer wieder für Furore sorgen.

Im letzten seiner neun Jahre beim Haupstadtclub war Simunic maßgeblich an der starken Saison der Berliner beteiligt, die nach kurzfristigen Titelhoffnungen letztlich auf dem 4. Platz und mit der damit verbundenen Qualifikation für die Europa League endete.

Vorrundensieg gegen Deutschland

Auch in der kroatischen Nationalmannschaft ist der gebürtige Australier seit Jahren eine feste Größe. Bei der EURO 2008 stand er beim 2:1-Vorrundensieg gegen Deutschland in der Vierekette und zog mit seinen Landsleuten souverän ins Viertelfinale ein.

Insgesamt kommt Simunic auf 68 Einsätze für sein Heimatland, in denen er drei Tore erzielte. Genauso viele Treffer gelangen dem Innenverteidiger übrigens auch in der Bundesliga - allerdings in 230 Partien.

bundesliga.de präsentiert bemerkenswerte Zahlen und Fakten von "Joe" Simunic aus der Saison 2008/09:

  • In den 29 Partien mit Simunic holte Hertha BSC im Schnitt mehr Zähler als in den fünf ohne ihn (1,90 gegenüber 1,60).

  • Nur zwei Teams kassierten 2008/09 mehr Gegentreffer als die "Alte Dame" (41).

  • Simunic gewann 68 Prozent seiner Zweikämpfe am Ball (ligaweit Rang 5). Vor allem in der Luft überzeugte er mit 74 Prozent gewonnener Duelle.

  • Sein Passspiel in der abgelaufenen Spielzeit war ebenfalls sehr überzeugend. Starke 86 Prozent von Simunic' Abspielen landeten in den eigenen Reihen.

  • Effizient: Mit seinem einzigen Torschuss in der abgelaufenen Saison netzte der Kroate ein - beim 2:1-Sieg über Werder Bremen köpfte er den Ausgleichstreffer für die Herthaner.

  • Auch in Sachen Disziplin zeigte sich der Abwehrspieler stark verbessert: Nur 35 Fouls (im Schnitt 1,2 pro Partie) beging er und kassierte dabei nur fünf Gelbe Karten. Zudem musste der 1,95 Meter große Verteidiger seit zwei Jahren keinen Platzverweis hinnehmen.

  • Überraschung: Keines seiner 14 Dribblings ging verloren!