Das Nachsitzen hatte Bruno Labbadia für seine junge Mannschaft nicht geplant, es war aber erfolgreich.

"Im Nachhinein kann man sagen, das war ein Super-Test für uns, genau das, was wir gebraucht haben", meinte der neue Trainer von Bayer Leverkusen nach dem mühsamen 3:2 (1:1, 0:0)-Pokalerfolg nach Verlängerung bei Rot-Weiß Oberhausen.

Dabei hatte sich seine junge Mannschaft das Leben selbst schwer gemacht. "Wir wollen nichts schönreden. Wir haben bis zum 1:0 sehr gut Fußball gespielt, hatten aber ein paar kleine Unachtsamkeiten, wo der eine oder andere nicht ganz wach war. Dann haben wir allerdings das Fußballspielen eingestellt", meinte der frühere Torjäger nach seiner Pflichtspiel-Premiere für Bayer.

Glück für Bielefeld

"Solche Spiele gab es schon tausendmal in der Pokalgeschichte. Du musst den Sack zumachen und wirst in der letzten Sekunde bestraft", meinte Sportdirektor Rudi Völler: "Das wissen die Spieler auch, dass man das 2:0 machen muss. Aber wichtig war, dass die Mannschaft dann gefightet hat."

Gekämpft haben auch die Kicker vom ASV Durlach – und am Ende sogar fast erfolgreich: es war ein äußerst glücklicher Sieg für Arminia Bielefeld beim Fünftligisten. 2:1 gewannen die Ostwestfalen, präsentierten sich aber nicht gerade in Bestform. "Das einzig Positive an dem Spiel war der Sieg. Wir standen am Rande einer Niederlage, und es wäre nicht unverdient gewesen, wenn Durlach in der nächsten Runde stehen würde", erklärte Trainer Michael Frontzeck.

Ladehemmung bei Hoffenheim

Hätten die Amateure nur einen Bruchteil ihrer zahlreichen Chancen genutzt, dann wäre Bielefeld als einziger Bundesligist in der ersten Runde gescheitert. Frontzeck hat die Partie abgehakt und lenkt die Konzentration auf das Auftaktspiel am Samstag gegen Werder Bremen: "Wir sind weiter. Alles andere interessiert mich nicht mehr, weil jetzt schon die Vorbereitung für die Partie gegen Bremen begonnen hat. Das wird sicher ein ganz anderes Spiel von uns."

Eine andere Vorstellung wird sich auch 1899 Hoffenheim erfhoffen: Der Aufsteiger wollte sich zum Auftakt seiner "Ostwoche" ordentlich warm schießen, am Ende wäre der Club aus Sinsheim in seinem ersten Pflichtspiel als Bundesligist aber fast an der eigenen Ladehemmung gescheitert.

Rangnick analysiert

Der Bundesliga-Neuling offenbarte beim 1:0 (0:0)-Erfolg beim Regionalligisten Chemnitzer FC eklatante Abschlussschwächen und muss sich bis zum Bundesliga-Start bei Energie Cottbus am Samstag bei der Chancenverwertung noch gewaltig steigern.

1899-Trainer Ralf Rangnick zeigte sich dennoch zufrieden mit dem Auftritt seines Teams. "Wir sind souverän in die nächste Runde eingezogen und hätten auch 7:2 gewinnen können. Ich habe nichts dagegen, wenn das Spiel am Samstag genauso läuft", sagte der Coach, der für die mangelhafte Trefferausbeute zwei Gründe ausmachte.

"Erstens sind wir mit unseren Torchancen zu nachlässig gewesen, und zweitens hatte Chemnitz in Sebastian Klömich einen überragenden Torwart." Auszuscheiden wäre angesichts der vielen herausgespielten Tormöglichkeiten aber "fast schon grotesk gewesen", so Rangnick.