Augsburg - Das 257. Franken-Derby zwischen der SpVgg Greuther Fürth und dem 1. FC Nürnberg wurde zur großen Bühne von Abdul Rahman Baba. Beim überzeugenden 5:1-Sieg der Kleeblätter erzielte der 20-jährige Ghanaer zwei Treffer und holte einen Elfmeter heraus. Doch es sollte der vorerst letzte Auftritt Babas im Fürther Trikot sein, denn keinen Tag später war er bereits auf dem Weg zum FC Augsburg.

"Wir freuen uns, Abdul Rahman Baba unter Vertrag genommen zu haben. Wir sind überzeugt, dass er nicht nur mit seinen sportlichen Qualitäten sehr gut in unser Team passt", erklärte ein sichtlich erfreuter Geschäftsführer Stefan Reuter nach dem perfekten Wechsel: "Er ist ein junger Spieler, der Entwicklungspotenzial besitzt und der sich in der Bundesliga beweisen möchte."

Internen Konkurrenzkampf klar gewonnen

Inzwischen ist längst klar, warum die Augsburger den Ghanaer als absolute Wunschlösung für die linke Abwehrseite ausgemacht hatten. Baba stand in zehn von elf Partien über die volle Spielzeit auf dem Rasen und bereitete drei Treffer vor. Den internen Konkurrenzkampf gegen Marcel de Jong hat er bislang klar für sich entschieden.

Und obwohl Baba die Bundesliga bereits aus der Fürther Abstiegssaison 2012/13 kennt, war nicht unbedingt zu erwarten, dass er die durchaus großen Fußstapfen des zum Hamburger SV abgewanderten Matthias Ostrzolek derart überzeugend ausfüllen würde.

Die Zahlen sprechen für ihn: Rund 67 Prozent seiner Zweikämpfe entschied er für sich, ordentliche 64 Prozent seiner Pässe brachte er an einen Mitspieler. Allerdings lässt die Qualität seiner Flanken noch zu Wünschen übrig. Nur rund 20 Prozent landeten bei einem Teamkollegen.

Perfekt ins Spielsystem eingefügt

Nicht wenige Experten rechneten damit, dass der technisch versierte Verteidiger Probleme mit dem defensiven Umschaltspiel des Bundesligisten haben würde. Doch Baba befolgt die Anweisungen von Coach Markus Weinzierl vorbildlich und fügt sich intelligent ins Spielsystem ein. Blinde Flankenläufe oder waghalsige Dribblings gehören nicht zum Tagesprogramm.

Auch im Trikot seines Heimatlandes Ghana sorgte Baba bereits für Aufsehen. Bei der U20-WM 2013 war er einer der Schlüsselspieler für das Erreichen des 3. Platzes. "Er ist ein kompletter Linksverteidiger, der durch exzellente Technik und aggressive Vorstöße überzeugt", heißt es im Abschlussreport des Weltverbands FIFA zum Turnier.

Beeindruckendes Debüt für Ghana

Die logische Konsequenz: Nationaltrainer Kwesi Appiah berief den Augsburger in die A-Mannschaft. Beim 3:2-Sieg im Qualifikations-Spiel zum Afrika-Cup in Togo feierte er am 10. September sein Debüt und bereitete prompt den Treffer zur 2:1-Führung vor.​

Bislang kannte die Karriere des talentierten Verteidigers nur eine Richtung: steil nach oben. Auch deshalb die Entscheidung für den Wechsel nach Augsburg. "Viele Spieler kommen als unbeschriebenes Blatt und haben hier die Möglichkeit, ein besserer Spieler zu werden. Diese Chance will ich auch nutzen und mich in der Bundesliga durchsetzen", erklärte er vor seinem ersten Spiel.

Die Aussichten auf eine erfolgreiche Zukunft sind also gegeben. Für seinen Trainer besteht sowieso kein Zweifel daran, dass Abdul Rahman Baba seinen Weg gehen wird. "Er hat vom ersten Tag an einen guten Eindruck hinterlassen. Wir sind von ihm und seinen sportlichen Qualitäten uneingeschränkt überzeugt", so Weinzierl. Die bisherigen sieben Spiele geben ihm Recht.

Thomas Ziemann