Köln - Kurz vor Ende der Transferperiode landete der Hamburger SV noch einen großen Coup. Der ehemalige Wolfsburger Aaron Hunt soll der Mannschaft ab sofort im Mittelfeld mehr Stabilität verleihen. Beim Vizemeister kam der Ex-Nationalspieler zuletzt nicht so zum Zug, wie er sich das erhofft hatte. Im Interview mit bundesliga.de spricht der 29-Jährige über die Gründe für seinen Wechsel.

bundesliga.de: Aaron Hunt, die erste Woche beim Hamburger SV liegt hinter Ihnen. Wie sind Ihre ersten Eindrücke von der neuen Mannschaft und dem Verein?

Aaron Hunt: Mein erster Eindruck ist wirklich gut. Ich bin von meinen Mitspielern durchweg sehr gut aufgenommen worden, auch wenn noch Einige die letzten Tagen mit ihren Nationalmannschaften unterwegs waren. Ich fühle mich auf jeden Fall wohl in Hamburg.

bundesliga.de: Wie viele Sprüche haben Ihnen als Ex-Bremer die neuen Teamkollegen schon gedrückt?

Hunt: Meine Vergangenheit ist hier bei uns kein Thema. Wie gesagt, die Jungs haben mich offen aufgenommen und wir arbeiten aktuell daran, uns möglichst schnell und gut kennenzulernen, damit wir auf dem Platz gemeinsam erfolgreich sind.

bundesliga.de: Was versprechen Sie sich von Ihrem Wechsel zum Bundesliga-Dino?

Hunt: Ich bin Fußballer und ich möchte wieder regelmäßig auf dem Platz stehen. Ich möchte bei der Entwicklung der Mannschaft und des Vereins helfen und meinen Teil dazu beitragen, möglichst viele Spiele erfolgreich zu gestalten.

"Ich fühle mich topfit"

© imago / Michael Schwarz

bundesliga.de: Warum hat Sie die Aufgabe beim HSV mehr gereizt als ein Verbleib und die Champions League in Wolfsburg?

Hunt: Ich hatte die Wahl, ob ich trainiere und mir die Champions-League ein wenig angucke, oder ob ich wieder regelmäßig meiner Leidenschaft nachgehen kann. Ich habe mich dazu entschieden den Weg nach Hamburg zu machen, weil ich unbedingt wieder spielen will.

bundesliga.de: Christoph Daum hat Sie in der vergangenen Woche im Interview mit bundesliga.de gelobt und gesagt, dass Sie vom Charakter her für jede Mannschaft ein wunderbarer Spieler mit Führungsqualitäten sind und Sie, wenn Sie wieder die Form finden, die Sie in Bremen hatten, ein Volltreffer für den HSV wären. Wieso konnten Sie diese Qualitäten in Wolfsburg nicht so oft abrufen und was spricht dafür, dass Ihnen das in Hamburg wieder gelingt?

Hunt: Zunächst einmal freut mich das natürlich, wenn so etwas über mich gesagt wird. Ich hatte in dem letzten Jahr auch mit einigen Verletzungen zu kämpfen. Zudem ist die Konkurrenzsituation in Wolfsburg natürlich enorm gewesen. Nun habe ich die gesamte Vorbereitung absolviert und fühle mich topfit. Wenn nun noch die Wettkampfhärte zurückkommt, bin ich mir sicher, dass ich wieder an die gezeigten Leistungen in der Bundesliga anknüpfen kann.

bundesliga.de: Die Konkurrenz im Mittelfeld des HSV ist mit Spielern wie Holtby, Ilicevic, Kacar, Müller oder Stieber groß. Wie plant der Trainer mit Ihnen, auf welcher Position sind Sie am wertvollsten für die Mannschaft?

Hunt: Gesagt hat er noch nichts Konkretes. Aber ich hatte Gespräche sowohl mit dem Trainer als auch den Co-Trainern über unser Spielsystem. Ich habe mir schon das ein oder andere Video angeschaut, um das defensive und offensive Verhalten meiner Mannschaft noch besser kennenzulernen. Ich freue mich auf meine neuen Mitspieler und auch auf den neuen Konkurrenzkampf.

"Müssen in Gladbach die Ruhe bewahren"

bundesliga.de: Am Freitag gastiert der HSV bei Borussia Mönchengladbach, einem Team, das noch keinen Punkt geholt hat und erheblich unter Druck steht. Wie gefährlich ist der Gegner, wie kann der HSV dort bestehen?

Hunt: Durch die Ergebnisse steht Gladbach eventuell einen Tick mehr unter Druck als wir. Es wir ein intensives und schweres Spiel. Wir müssen Kompakt stehen und versuchen auch in Ballbesitz die nötige Ruhe zu bewahren, um immer wieder Nadelstiche zu setzen. Gladbach braucht die Punkte genauso wie wir. Wir werden versuchen, dort zu punkten.

bundesliga.de: Welche Ziele haben Sie sich in dieser Saison gesteckt?

Hunt: Wie bereits erwähnt möchte ich natürlich so viele Spiele wie möglich machen, verletzungsfrei bleiben und mit dem HSV möglichst viele Spiele erfolgreich gestalten.

Die Fragen stellte Tobias Gonscherowski