Zusammenfassung

  • Hoffenheim verbreitet trotz der Hinspiel-Niederlage Zuversicht

  • Mut macht vor allem die starke Leistung in der ersten Halbzeit

  • Am Samstag geht's in der Bundesliga gegen Werder Bremen

Sinsheim - Die TSG 1899 Hoffenheim fliegt am kommenden Mittwoch optimistisch zum FC Liverpool. "Wir haben ein gutes Spiel gemacht und werden auch in Liverpool ein gutes Spiel machen", sagte Trainer Julian Nagelsmann nach dem 1:2 im Hinspiel der Qualifikation zur Champions League. "Es hat nicht die schlechtere Mannschaft verloren, sondern die weniger glückliche.“

Die Hoffnung, es in den entscheidenden Momenten im Rückspiel in Liverpool besser zu machen, lebt. Doch zunächst steht am Samstag das erste Bundesligaspiel der Saison gegen den SV Werder Bremen an. Trainer Julian Nagelsmann weiß auch schon, wie er den Fokus seiner Spieler auf diese wichtige Begegnung lenkt. "Die Bundesliga ist das größte, was man in Deutschland spielen kann. Und darauf freuen wir uns.“

Mit einer Leistung wie in der ersten Halbzeit gegen die Engländer können die Badener dem Bundesliga-Start optimistisch entgegenblicken. Schließlich dominierten sie die Partie in den ersten 45 Minuten, schafften es aber nicht in Führung zu gehen. Andrej Kramaric vergab beispielsweise einen Elfmeter leichtfertig in der zwölften Minute. Liverpool, die Mannschaft des deutschen Trainers Jürgen Klopp, war letztlich abgezockter, machte weniger Fehler in der Defensive und war entschiedener im Abschluss.

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"Die Bundesliga ist das größte, was man in Deutschland spielen kann. Und darauf freuen wir uns.“ Julian Nagelsmann, Trainer TSG 1899 Hoffenheim

Uth hält die Hoffnung am Leben

"Die beiden Gegentore haben wir uns ja selbst reingelöffelt“, merkte Mittelstürmer Sandro Wagner selbstkritisch an. Beim 0:1 durch einen Freistoß des erst 18 Jahre jungen Trent Alexander-Arnold sprang Lukas Rupp in der Mauer nicht hoch, um den Ball zu blocken (35.). Und in der Entstehung des 0:2 (74.) haderte Nadiem Amiri mit der Schiedsrichter-Entscheidung bei einem Foul im Mittelfeld, statt die Ausführung des Freistoßes durch eine Blockade des Balls zu verhindern.

Dass James Milner als Flanke gedachter Schuss anschließend von Havard Nordtveit auch noch ins Tor abgefälscht wurde (74.), passte zu den kleinen Unglücksmomenten im Hoffenheimer Spiel an diesem Abend. Und dennoch: Durch das Anschlusstor des eingewechselten Mark Uth (87.) ist noch immer Hoffnung auf ein Weiterkommen da, auch wenn die TSG in Liverpool wegen der Auswärtstorregel im Europapokal mindestens zwei Tore schießen muss, um weiterzukommen - ein 1:0 genügt nicht.

TSG-Trainer Julian Nagelsmann strahlt vor dem Rückspiel Zuversicht aus
TSG-Trainer Julian Nagelsmann strahlt vor dem Rückspiel Zuversicht aus © gettyimages

"Gefühlter Vorsprung"

"Wir sind gut genug, um in Liverpool zwei Tore zu schießen“, meinte Kerem Demirbay, der im zentralen Mittelfeld, so lange die Kraft reichte, die dominante Figur auf dem Platz war. Auch Kapitän Kevin Vogt verbreitete wegen der insgesamt guten Leistung Optimismus: "Wir wissen, dass wir eine Chance haben.“ Und Torschütze Uth sagte, es sei noch alles offen: "Wenn wir in Liverpool unsere Chancen nutzen können, dann wird es noch einmal ein enges Ding.“

Den meisten Optimismus aber legte Sandro Wagner an den Tag: "Gefühlt fahre ich mit einem Vorsprung nach Liverpool. Wir waren klar die bessere Mannschaft.“ Das ist natürlich übertrieben. Aber der Trotz der Hoffenheimer zeigt ihre Entschlossenheit, das Ergebnis im zweiten Spiel noch drehen zu wollen.

>>> Zum Champions-League-Liveblog: Hoffenheim empfängt Liverpool

In Sinsheim stimmte Dienstagnacht außer dem Ergebnis in der ausverkauften Arena fast alles. Die Fans machten das Stadion "für Hoffenheimer Verhältnisse zum Hexenkessel" (Wagner). Und die TSG war dem großen FC Liverpool zum Europapokal-Debüt leistungsmäßig mindestens ebenbürtig. Werder ist also für Samstag gewarnt.

Tobias Schächter