Zusammenfassung

- Das DFB-Team besiegt Chile in einem heißblütigen Finale mit 1:0.

- Julian Draxler und Co. halten dem Ansturm der Chilenen stand.

- Das entscheidende Tor schießt Gladbachs Torjäger Lars Stindl.

St. Petersburg - Joachim Löw stürmte mit einem Jubelschrei auf den Platz, die Spieler tanzten völlig losgelöst im Kreis: Die jungen deutschen Himmelsstürmer haben ihren märchenhaften Ritt durch den Confed Cup mit dem historischen ersten Titelgewinn gekrönt. Im heißblütigen Finale der Mini-WM hielt das erstaunlich reife Perspektivteam dem Ansturm der Chilenen in einer Abwehrschlacht stand und triumphierte durch das goldene Tor von Lars Stindl mit 1:0 (1:0).

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Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) feierte in St. Petersburg nach dem EM-Titel der U21 am Freitag seinen zweiten Turniersieg innerhalb von 48 Stunden. "Wir haben super gefightet und diesen Sieg auch verdient. Schließlich haben wir so noch nie zusammengespielt, deshalb ist es umso höher zu bewerten", sagte Kapitän Julian Draxler.

"Jetzt können wir endlich, endlich in den verdienten Urlaub - und nehmen sogar noch einen Pokal mit!" Daheim jubelten die geschonten Stars:  "Wie geil ist das denn?", twitterte Mats Hummels. "Das ist wirklich wunderbar!", schrieb Mesut Özil.

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Knallhartes Stück Arbeit

Der letzte Schritt zum 8,6 Kilogramm schweren und 40 Zentimeter hohen Goldpokal war ein knallhartes Stück Arbeit. Chile überrannte die deutsche Elf 25 Minuten lang förmlich, unter dem Weltklasse-Pressing des Südamerikameisters erzitterte die von Shkodran Mustafi angeführte Abwehr. Doch wie im Gruppenspiel (1:1) zehn Tage zuvor befreite sich das DFB-Team und schnappte sich den Cup im 15. Länderspiel der Saison ohne Niederlage nicht unverdient.

Löw lobte die Chilenen vorab als "stärksten Gegner", der zugleich die "taktisch flexibelste Mannschaft der Welt" aufbiete. Und eine der kampfstärksten: Nicht von ungefähr twitterte Bayern-Star Arturo Vidal vor dem Finale ein blutiges Schlachtengemälde. 

Die erste Chance ist drin

Der Weltranglistenvierte setzte auf seine bekannte Überfalltaktik. In der fünften Minute musste ter Stegen mit dem Fuß gegen Vidal retten, Antonio Rüdiger war gegen den Leverkusener Charles Aranguiz zu spät angekommen. Chile machte enormen Druck auf den Ballführenden und spielte nach Ballgewinnen steil in die Spitze. 

Die deutsche Abwehr wankte heftig: Der Aufbau bestand meist aus langen Schlägen ins Nichts. Nach zwölf Minuten hatten die bärenstarken Chilenen fünf Torschüsse abgegeben, nach einer halben Stunde hatte ter Stegen die meisten Ballkontakte aller Spieler. 

Doch: Die erste deutsche Chance saß. Der frühere Hamburger Marcelo Diaz träumte am Strafraum und ließ sich den Ball von Werner abluchsen, der auf Stindl querlegte - 1:0. Eine Minute zuvor hatte ter Stegen noch Kopf und Kragen riskieren müssen, um das 0:1 zu verhindern (19.). 

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Goretzka hat weitere Chancen

Ab der 30. Minute befreite sich die DFB-Elf allmählich aus der eisernen Klammer. Die besten deutschen Chancen hatten Goretzka (36./45.) und mehrfach Draxler (40./55.). Der gute Kapitän hatte die Vorentscheidung auf dem Fuß. 

Chile ließ vor 57.268 Zuschauern nach und wurde zunehmend unfair: Gonzalo Jara hätte für einen Ellbogencheck an Werners Kinn Rot sehen können (65.) -  aber der serbische Schiedsrichter Milorad Mazic zeigte nach Video-Beweis nur Gelb. Nach der 70. Minute geriet die deutsche Mannschaft noch mehrmals in höchste Not, unter anderem schoss Angelo Sagal (84.) aus kurzer Distanz aus dem Gewühl über das leere Tor.