Köln – Am 1. August wird in Wolfsburg der erste Titel der Saison vergeben. DFB-Pokalsieger VfL Wolfsburg und Meister FC Bayern München kämpfen in der Volkswagen Arena um den Supercup. Beim letzten Aufeinandertreffen gerieten die Bayern in Wolfsburg mit 1:4 unter die Räder. bundesliga.de nennt fünf Gründe, warum diesmal der Rekordmeister triumphiert.

1. Die Historie

Der FC Bayern ist – trotz der  1:4-Klatsche zu Beginn des Jahres – der Angstgegner des VfL Wolfsburg. Die Wölfe gewannen nur zwei der letzten 17 Bundesliga-Partien gegen die Münchner. Zudem kassierte der VfL die meisten Niederlagen (27) und Gegentore (78) gegen den Rekordmeister. Auch die zehn Auswärtssiege der Bayern in Wolfsburg sind Ligaspitze. Und: Der Münchner 6:1-Triumph im März 2014 ist die höchste Niederlage der Wolfsburger Bundesliga-Geschichte.

2. Nicht zu stoppen

Im Kombinationsspiel sind die variablen Bayern absolute Weltklasse. Die Mehrzahl der Tore der abgelaufenen Saison wurden mit Pässen eingeleitet (57 von 80). Selbst gegen extrem defensiv orientierte Gegner kam der Meister irgendwann zum Abschluss. Notfalls aus der Distanz, denn auch aus der zweiten Reihe waren die Bayern brandgefährlich. 16 Weitschusstore, darunter fünf direkte Freistöße sind ebenfalls unübertroffen. Zum Vergleich: Die Wölfe waren acht Mal aus der Distanz erfolgreich.

3. Undurchdringliches Bollwerk

Die Bayern-Defensive war in der Hinrunde ein historisch gutes Bollwerk, kassierte nur vier Gegentreffer und ließ auch deutlich die wenigsten Torschüsse zu. In der Rückrunde gab es zwar mehr als dreimal so viele Gegentreffer (14), trotzdem war die Defensive auch im historischen Kontext herausragend: nie spielte ein Team in einer Saison so oft zu null (22 Mal).

4. Ein Neuer Titan

Dank der Spielkontrolle kamen die Gegner oft in langen Spielphasen gar nicht in Strafraumnähe. Mit dem überragenden Manuel Neuer stand zudem ein Keeper zwischen den Pfosten, der fast alles abräumte, was dann doch einmal durch die Abwehr durchkam. Manuel Neuer blieb in 20 seiner 32 Bundesliga-Spiele in der Saison 2014/15 ohne Gegentor. Er überbot die Bestmarke von Oliver Kahn aus der Saison 2001/02 um ein Zu-Null-Spiel und stellte einen neuen Bundesliga-Rekord auf. Neuer kassierte nur 18 Gegentore, wehrte 80 Prozent der auf sein Tor gekommenen Bälle ab (nur Yann Sommer hatte eine bessere Quote) und vereitelte 56 Prozent aller Großchancen (Ligaspitze).

5. Die individuelle Klasse

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Der VfL Wolfsburg besitzt eine exzellente Mannschaft, aber der Kader der Bayern ist und bleibt unübertroffen. Wer sich die Qualität des Rekordmeisters einmal vor Augen führen möchte, braucht sich nur einmal die Kaderliste der Münchner hinlegen und daraus eine Startelf basteln. Ziemlich schwer, oder? Thiago, Arjen Robben, Mario Götze, Xabi Alonso, Arturo Vidal, Robert Lewandowski, Thomas Müller und Douglas Costa – für mindestens zwei der acht Stars wird wohl nur ein Platz auf der Bank bleiben. Darüber hinaus fehlt Franck Ribéry noch verletzt und auch Philipp Lahm und David Alaba können im Mittelfeld auflaufen. Pep Guardiola ist also wirklich nicht zu beneiden.

Florian Reinecke