Köln - Die Überraschungself aus der Hauptstadt möchte auch gegen die Übermannschaft punkten, im Norden ist wieder Derbytime, Schalke will zurück in die Erfolgsspur und Stuttgart hofft auf den Kramny-Effekt. Bundesliga.de präsentiert die fünf spannendsten Geschichten rund um den 14. Spieltag.

Überraschungself gegen Übermannschaft

Kann die Überraschungself der Übermannschaft ein Bein stellen? Hertha BSC kann jedenfalls mit reichlich Selbstvertrauen zum FC Bayern München reisen. Die Berliner spielen bisher eine ausgezeichnete Saison, die ihnen viele so nicht zugetraut hatten. Sieben Siege und 23 Punkte hat die alte Dame nach 13 Spielen auf dem Konto, rangiert auf Platz vier. Vor einem Jahr hatte die Hertha zum gleichen Zeitpunkt neun Zähler weniger und stand nur knapp über den Abstiegsrängen. Unter Coach Pal Dardai haben sich die Berliner vor allem in der Defensiv enorm verbessert, kassierten seit dem Amtsantritt des Ungarn die zweitwenigsten Gegentore aller Bundesliga-Clubs (29). Und zuletzt gab es sogar zwei Auswärtssiege in Folge. In München erwartet den Hauptstadtclub allerdings eine besonders schwere Aufgabe. Die Bayern stellen in der laufenden Saison einen Rekord nach dem andern auf - und können eventuell bereits nach diesem Spieltag die Herbstmeisterschaft feiern. Sollte der FCB gewinnen und Dortmund verlieren, haben die Münchner bereits drei Spieltage vor Ende die Halbzeitmeisterschaft sicher. Und gegen die Hertha haben sie die jüngsten acht Spiele allesamt gewonnen. Der Ex-Bayern-Spieler Alexander Baumjohann freut sich auf das Duell mit dem Ligaprimus - und ist in einer Kategorie sogar besser als FCB-Stürmer Robert Lewandowski: In Relation zur Einsatzzeit ist der Herthaner in dieser Saison effektiver (50 Minuten für eine Torbeteiligung) als der Pole (alle 57 Minuten an einem Treffer beteiligt).

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Faszinierendes Nordderby

Das meistausgetragene Duell der Bundesliga-Geschichte geht in seine 103. Auflage. Der SV Werder Bremen will dabei im Nordderby gegen den Hamburger SV unbedingt seine jüngste Negativserie beenden. Denn die Werderaner verloren zuletzt vier Heimspiele in Folge und stellten damit einen Clubnegativrekord auf. Überhaupt hat Bremen bereits acht Spiele verloren - so viele wie seit 41 Jahren nicht mehr in den ersten 13 Partien. Und nach zuletzt nur sechs Punkten aus sieben Spielen sind die Grün-Weißen auf Platz 14, nur drei Zähler vor dem Relegationsrang, abgerutscht. Hoffnung macht Werder indes der Blick in die jüngere Bilanz gegen den HSV. Von den jüngsten acht Duellen im Weserstadion gewann der SVW sieben, ein Mal gab es ein Remis. Doch Hamburg ist in dieser Saison vor allem auswärts stark, holte zehn seiner 18 Punkte in der Fremde. Und die Rothosen kommen mit dem Selbstvertrauen des 3:1 gegen den BVB. Für Spannung ist im Traditionsduell der Nordclubs, das Fans in aller Welt fasziniert, also wieder gesorgt. (Hier geht´ zur Vorschau zum Duell #SVWHSV).

Video: Werder-Legende Wynton Rufer über das Nordderby

Auftrieb durch Nikosia

Endlich wieder ein Sieg! Nach zuletzt sieben Pflichtspielen in Folge ohne Dreier, war das 1:0 in der Europa League gegen APOEL Nikosia für den FC Schalke 04 eine echte Erlösung. Vor allem in der Bundesliga lief bei den Knappen zuletzt wenig, drei Niederlagen und ein Remis lautet die Bilanz der jüngsten vier Begegnungen. Da gibt das vorzeitige Weiterkommen im Europacup dringend benötigtes Selbstvertrauen. Zumal die Königsblauen am Sonntag zu ihrem Angstgegner Bayer 04 Leverkusen müssen. Vergangene Saison verlor Schalke nur gegen Bayer zwei Mal zu Null. Leverkusen feierte bisher zudem insgesamt 18 Heimsiege gegen die Knappen, gegen keinen anderen Bundesliga-Club waren es mehr. Besonderes Augenmerk sollten die Schalker auf Bayer-Stürmer Javier "Chicharito" Hernandez haben. Das "Erbschen" hat einen sensationellen Lauf. Sieben Spiele in Folge erzielte der Mexikaner immer mindestens ein Tor, insgesamt waren es zehn Treffer, zuletzt zwei gegen Eintracht Frankfurt. Erst beim 1:1 in Borisov in der Champions League riss die Superserie des Nationalspielers. (Hier geht´ zur Vorschau zum Duell #B04S04)

Hintergrund: Chicharitos Wurzeln

Treffen der Rekordsieger

In Augsburg treffen am Sonntag die beiden Rekordsieger der Vorwoche aufeinander. Der FC Augsburg feierte beim 4:0 in Stuttgart den höchsten Erfolg seiner Bundesliga-Geschichte, der VfL Wolfsburg schaffte mit dem 6:0 gegen Bremen den höchsten Sieg seit 15 Jahren. Die in der Vergangenheit stets heimstarken Fuggerstädter kommen in dieser Spielzeit vor eigenem Publikum allerdings nicht richtig in Tritt. Der FCA kassierte schon fünf Heimniederlagen und damit eine mehr als in der gesamten Vorsaison - dabei waren Topteams wie Wolfsburg, Schalke, Bayern, Mönchengladbach, Leverkusen und Dortmund noch gar nicht zu Gast. In den jüngsten vier Heimspielen gab es zehn Gegentore, immer mindestens zwei. Bei Wolfsburg läuft es bisher indes auswärts noch nicht richtig. Während die Wölfe die zweitbeste Heimmannschaft stellen, haben sie in der Fremde erst fünf Zähler eingefahren, der einzige Sieg (1:0 in Darmstadt) ist schon mehr als einen Monat her. Das 2:0 am vergangenen Dienstag bei ZSKA in der Champions League sollte da aber Auftrieb geben.

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Kramny will hinten dicht machen

Die Fans von Borussia Dortmund bekommen im Signal Iduna Park in dieser Saison einiges geboten. Denn zuhause ist die BVB-Offensive besonders torhungrig. In elf Pflichtspielen daheim hat die Elf von Coach Thomas Tuchel bereits 45 Tore erzielt, davon 20 in sechs Bundesliga-Partien. Mit dem VfB Stuttgart kommt nun die bisher unsicherste Defensive nach Dortmund. 31 Gegentreffer hat der VfB nach 13 Spielen schon auf dem Konto. Zuletzt verloren die Schwaben gegen die Bayern und Augsburg jeweils mit 0:4 – nie zuvor in ihrer Bundesliga-Geschichte kassierten die Stuttgarter zwei Mal in Folge eine so hohe Niederlage. Interimscoach Jürgen Kramny, der nach der Trennung von Alexander Zorniger die Mannschaft übernommen hat, wird sich also vor allem defensiv einiges einfallen lassen müssen. "Die Mannschaft hatte in der Kompaktheit Probleme. Das Spielfeld war zu breit und zu weit. Dortmund hat natürlich hervorragende Einzelspieler, da müssen wir gute Abstände haben, um wenig zuzulassen", sagt Kramny vor seinem Debüt.

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