Köln - Hamburg, Mainz und Freiburg mit Moral im Keller, Hoffenheim schielt Richtung Champions League, Köln steigt ab. Das sind die Themen des 32. Bundesliga-Spieltags.

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1) Hamburg lebt und greift nach dem Klassenerhalt

Nicht täglich, aber jedes Jahr grüßt das Murmeltier Hamburger SV. Wieder einmal drehen die Hanseaten zum Saisonende auf und sind nun wieder ganz nah dran am Klassenerhalt, der noch vor wenigen Wochen in unerreichbare Ferne gerückt zu sein schien. Bobby Wood, Lewis Holtby und Gian-Luca Waldschmidt bescheren den Rothosen im direkten Duell mit dem VfL Wolfsburg drei weitere Big Points im Tabellenkeller.

Nachdem die Mannschaft von Christian Titz schon gegen Freiburg vergangene Woche ein "Sechs-Punkte-Spiel" gewonnen hat, ließ sie auch in dieser Woche Taten folgen. Zwei Punkte beträgt der Rückstand des 17. auf den Relegationsrang nur noch. Vor zwei Wochen, nach der bitteren Niederlage in Hoffenheim, waren es noch acht Zähler. Im Moment macht es den Anschein, als ob das Pendel im Abstiegskampf wieder einmal pro HSV ausschlägt. Das Momentum haben sie in jedem Fall auf ihrer Seite. Hamburg lebt und Hamburg greift nach dem Klassenerhalt!

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2) Hoffenheim ist nicht zu stoppen

Auch die TSG Hoffenheim kommt im Saisonendspurt nochmal richtig in Fahrt. Seit neun Spielen ist die Mannschaft von Julian Nagelsmann inzwischen ungeschlagen, hat sich von Platz neun auf Rang vier vorgearbeitet. Die Kraichgauer sind die Mannschaft der Stunde in der Bundesliga und schnuppern heftig an den Startplätzen zur Champions League.

Einzig der Deutsche Meister FC Bayern München holte in dieser Saison zu Hause mehr Punkte als die TSG (34), die daheim zuletzt vier Mal in Folge als Sieger vom Platz ging (mit 14:1 Toren). Gegen Hannover glänzte Andrej Kramaric mit drei Treffern. Hält der Lauf der TSG auch an den letzten beiden Spieltagen an, dann dürfte die erste direkte Qualifikation für die Champions League in greifbare Nähe rücken.

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3) Freiburgs Freud ist Kölns Leid

In sprichwörtlich letzter Sekunde besorgte Lucas Höler den knappen 3:2-Erfolg des Sport-Club Freiburg über den 1. FC Köln. Vorausgegangen war ein Spiel mit Höhen und Tiefen auf beiden Seiten, in dem der FC einen 0:2-Rückstand aufholte, den Platz am Ende aber doch als Verlierer verließ. Der sechste Abstieg der Vereinsgeschichte war durch Hölers Treffer endgültig besiegelt. Alles Aufbäumen in der Rückrunde half nichts, die Hypothek der Hinrunde war zu hoch.

Ganz anders stellte sich die Gefühlslage auf der anderen Seite bei den Freiburgern dar. Die Mannschaft von Christian Streich holte nach dem verlorenen Duell mit Hamburg in der Vorwoche drei extrem wichtige Treffer im Kampf um den Klassenerhalt. Mit drei Punkten Vorsprung auf den Relegationsrang sind die Breisgauer nun in der Pole Position, haben vor den letzten beiden Spieltagen gute Aussichten, auch die Relegation zu vermeiden.

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4) Bayerns Rasselbande

James Rodriguez, Thomas Müller und Robert Lewandowski saßen 90 Minuten auf der Bank, Franck Ribery gönnte Jupp Heynckes gar eine komplette Pause, berief ihn nicht in den Kader für das Spiel gegen Eintracht Frankfurt. Klar, der Trainer des neuen und alten Deutschen Meisters hatte das Champions-League-Rückspiel in Madrid am Dienstag im Hinterkopf und schonte seine Stars. Die zweite Garde der Bayern machte ihm diese Entscheidung aber auch leicht.

Im Vergleich zum Hinspiel gegen Madrid änderte Heynckes seine Startelf gleich auf acht Positionen, in der Startelf standen vier Spieler aus dem Nachwuchsbereich. Lukas Mai (19) hatte immerhin bereits am vergangenen Samstag in Hannover (3:0) seine Bundesliga-Premiere gegeben - und hinterher einen Profivertrag bis 2021 erhalten. Neben Niklas Dorsch (20) gaben Meritan Shabani (19) und Franck Evina (17) ihr Debüt in der ersten Liga. Sie meisterten ihre Aufgabe beim Debütantenball mit Bravour, am Ende sprang ein verdienter 4:1-Sieg heraus.

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5) Mainz klettert im Abstiegskampf

Am Ende eines perfekten Nachmittags traf auch noch der Bundesliga-Debütant - und beim 1. FSV Mainz 05 brach endgültig der große Jubel aus. Bote Baku, ein 20-Jähriger aus der zweiten Mannschaft der Rheinhessen, setzte am Sonntag den Schlusspunkt auf den enorm wichtigen 3:0 (1:0)-Sieg gegen RB Leipzig. Auf dem Zaun gab er danach verschüchtert den Vorsänger. 

"Das war wirklich überragend", sagte der Mainzer Trainer Sandro Schwarz, der mit Superlativen nur so um sich warf. "Absolut sensationell" sei das Publikum gewesen, seine Mannschaft "herausragend". Schwarz schloss: "So geht Mainz 05!"

Der FSV liegt damit drei Punkte vor dem Relegationsrang und fünf Zähler vor einem direkten Abstiegsplatz und ist gemeinsam mit Freiburg und Hamburg der Gewinner im Keller. Schwarz mahnte dennoch: "Ein paar Schritte fehlen noch."

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