Die Protagonisten des 31. Spieltags (v.l.n.r.): Erling Haaland, Benjamin Pavard, Leon Goretzka und Davy Klaassen - © DFL Deutsche Fußball Liga (2) / Getty Images (1)
Die Protagonisten des 31. Spieltags (v.l.n.r.): Erling Haaland, Benjamin Pavard, Leon Goretzka und Davy Klaassen - © DFL Deutsche Fußball Liga (2) / Getty Images (1)
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31. Spieltag im Fokus: Darüber spricht die Bundesliga

Der FC Bayern München ist nach dem mühevollen 2:1 gegen Borussia Mönchengladbach voll auf Meisterkurs, Borussia Dortmund festigt dank Erling Haalands spätem Treffer in Düsseldorf Platz zwei und der SV Werder Bremen feiert einen Befreiungsschlag im Abstiegskampf - die Themen des 31. Spieltags.

1) Bayern dank Goretzka nah an der Meisterschaft

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Matchwinner Leon Goretzka riss die Arme in den Himmel, Hansi Flick schrie seine Freude laut heraus: Als der FC Bayern München einen riesigen Schritt in Richtung achter Meisterschaft in Folge gemacht hatte, fiel allen Beteiligten ein Stein vom Herzen. "So ein spätes Tor zu machen zu einem Sieg, der uns am Dienstag die Meisterschaft ermöglicht, macht mich überglücklich", sagte Goretzka nach dem mühevollen 2:1 (1:1) im Spitzenspiel gegen Borussia Mönchengladbach.

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Goretzka brachte den Sieg allerdings erst in der 86. Minute unter Dach und Fach. Nach einer Hereingabe von Benjamin Pavard nutzte der Mittelfeldspieler die letzten Kraftreserven und beförderte die Kugel frei vor dem Tor in die Maschen. Der insgesamt 30. Titel ist den Bayern nun kaum noch zu nehmen: Sieben Punkte beträgt der Vorsprung auf Borussia Dortmund, München kann schon am Dienstag bei Werder Bremen den Titel perfekt machen. "Es war unfassbar schwierig. Gladbach hatte einen guten Plan, den sie umsetzen konnten. Es war physisch eine große Herausforderung und am Ende eine Willensleistung. In Bremen wollen wir die Meisterschaft klar machen.", sagte Goretzka nach dem Spiel.

>>> FC Bayern München auf Meisterkurs: "Wollen den Sack zumachen"

Leon Goretzka trifft zum 2:1 für den FC Bayern gegen Mönchengladbach - Peter Schatz/Pool/imago images

2) Haaland sorgt für späten BVB-Sieg

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Kurz nach dem Abpfiff des Spiels in Düsseldorf twitterte Borussia Dortmund ein Erling-Haaland-Zitat: "Gute Teams gewinnen auch an schlechten Tagen." Ein Spruch, der gut zu den 90 plus fünf Minuten passt, in denen der BVB sich schließlich doch noch ein 1:0 erkämpfte - nachdem es 90 plus vier Minuten nicht unbedingt danach ausgesehen hatte. Denn erst in der fünften Minute der Nachspielzeit erzielte Zitatgeber Haaland das Siegtor, nachdem er als Joker sein Comeback nach Verletzungspause gegeben hatte.

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Mitspieler Manuel Akanji hatte eine Flanke geschlagen, Haaland war höher gestiegen als sein Kontrahent und traf sehenswert aus elf Metern per Kopf. Damit sorgte Haaland dafür, dass Schwarzgelb weiter vier Punkte Vorsprung vor Verfolger Leipzig hat: also mehr als RBL in einer Partie holen kann. Und zu einem in dieser Hinsicht interessanten Duell kommt es am nächsten Wochenende - dem 33. Spieltag -, wenn die Sachsen die Westfalen empfangen. Vielleicht hat Dortmund dann wieder einen besseren Tag, denn gute Teams gewinnen nicht nur an schlechten Tagen - aber eben auch, vor allem mit einem wie Haaland in den eigenen Reihen.

>>> Erling Haaland köpft Borussia Dortmund in die Champions League: "Gute Teams gewinnen auch an schlechten Tagen"

3) Lebenswichtiger Erfolg für Werder

Der SV Werder Bremen hatte in seiner Geschichte viele überragende Kopfballspieler in seinen Reihen. Von Karl-Heinz „Air“ Riedle über Bernd Hobsch zu Miroslav Klose und später Claudio Pizarro. Davy Klaassen war bislang nicht in den Verdacht geraten, dass er unbedingt in diese Riege aufgenommen werden müsste. Ein eindrucksvolles Bewerbungsschreiben lieferte der Niederländer aber in der 20. Minute beim 5:1-Auswärtssieg beim SC Paderborn. Die Flanke von Theodor Gebre Selassie hätte keiner der zuvor genannten gekonnter aus 13 Metern in den Winkel köpfen können. Es war die perfekte Antwort auf den verschossenen Elfmeter von Milot Rashica, der in der 19. Minute an Leopold Zingerle scheiterte.

>>> Spielbericht: Klaassen führt Bremen zum Auswärtssieg in Paderborn

„Entscheidend war, dass wir nach dem Nackenschlag, dem verschossenen Elfmeter weitergemacht haben, draufgeblieben sind; dass wir das Tor gemacht haben“, analysierte auch Trainer Florian Kohfeldt. Das 1:0 war die Initialzündung für einen krachenden Auswärtssieg, der sich am Ende deutlicher liest, als er war. Nach Torschüssen stand es am Ende 20:11 – für Paderborn wohlgemerkt. Aber dank eines starken Pavlenkas und einem überragenden Klaassen brannte nichts an. Dass Niclas Füllkrug 273 Tage nach seinem letzten Bundesliga-Einsatz noch als Joker für den Endstand sorgte, machte den Nachmittag aus Bremer Sicht endgültig rund. Nur die um einen Treffer schlechtere Tordifferenz gegenüber Düsseldorf verhinderte den Sprung auf den Relegationsplatz.

>>> Durchschnaufen nur im Bus: Werder Bremen zeigt Lebenszeichen bei Kantersieg in Paderborn

Davy Klaassen führt Werder Bremen zum überlebenswichtigen Sieg in Paderborn - Friedemann Vogel/Pool/Getty Images

4) Eintracht Frankfurt hat Europa im Blick

"Im Herzen von Europa" - so heißt die Vereinshymne von Eintracht Frankfurt, das in den vergangenen beiden Jahren im Europapokal für Furore gesorgt hatte. Nun liegt die hessische Main-Metropole nicht nur im Herzen Europas, sondern die Fans und Verantwortlichen der SGE haben Europa durchaus wieder im Blick. Durch den 4:1-Auswärtssieg bei Hertha BSC sind die Frankfurter wieder in Sichtweite der internationalen Plätze gerückt und verhehlen trotz fünf Punkten Rückstand auf Rang sieben ihre Ambitionen nicht.

>>> Spielbericht: Eintracht Frankfurt dreht das Spiel gegen Hertha BSC

"Wir wollen immer das Beste erreichen", sagt Eintracht-Coach Adi Hütter angesichts des lösbaren Restprogramms (Schalke, Köln, Paderborn), doch die Hessen sind im Endspurt auf Patzer der Konkurrenz angewiesen. In Berlin zeigte die SGE, dass sie wieder die entsprechende Form für ein solches Fußballwunder hätte. Andre Silva (62./87.), Bas Dost (51.) und Evan Ndicka (68.) drehten das Spiel für Frankfurt, das durch Krzysztof Piatek (24.) in Rückstand geraten war. Und besonders das Hackentor durch Silva zum 2:1 war zum Zungeschnalzen - auch dank der Vorbereitung von Daichi Kamada ein Treffer der Marke "Tor des Monats".

>>> "Wollen das Beste erreichen": Eintracht Frankfurt schielt wieder Richtung Europapokal

5) Big Points für Union und Augsburg

Marvin Friedrich stieg hoch. Höher als seine Gegenspieler. In Manier eines Cristiano Ronaldo schraubte er sich zum Kopfball hoch, um mit seinem 1:0 den so eminent wichtigen Sieg für die Köpenicker auf den Weg zu bringen. Nachdem Christian Gentner zum 2:0 traf, zweifelte bei den Unionern niemand mehr an einer weiteren Saison in der Beletage des deutschen Fußballs. Diesen Gedanken konnte auch das 1:2 des 1. FC Köln durch Jhon Cordoba nicht mehr zunichtemachen. Das Restprogramm (Paderborn, Hoffenheim, Düsseldorf) liefert beste Voraussetzungen, um diesen Traum wahr werden zu lassen. "Wir konnten den Fans keine ganze Saison schenken“, sagte Gentner, "deshalb wollen wir nächste Saison wieder Erstligaspiele haben. Dann mit voller Hütte.“ Damit die fanatischen Fans der Eisernen auch nächstes Jahr Bundesliga-Fußball an der Alten Försterei bestaunen können, muss bei sieben Punkten Abstand auf Rang 16 nur noch ein Sieg her. Am besten schon am Dienstag.

>>> Spielbericht: Friedrich und Gentner besorgen den Unioner Dreier

Auch der FC Augsburg kann seine Planungen für die zehnte Bundesliga-Saison in Folge vorantreiben. Im Auswärtsspiel beim 1. FSV Mainz 05 gelang nach drei sieglosen Spielen wieder ein Dreier. Florian Niederlechner traf nach 857 torlosen Minuten für die Fuggerstädter. Das Vertrauen, das ihm Cheftrainer Heiko Herrlich aussprach, zahlte sich aus. "Das war nicht unser bestes Spiel, aber heute zählt das Ergebnis! Wir haben alles reingehauen und uns belohnt. Letzte Woche war ich der Depp, heute bin ich wieder der Held!", zeigte sich der Matchwinner nach dem Spiel glücklich. Bei ebenfalls sieben Punkten Abstand auf Platz 16 ist den Augsburgern der Klassenerhalt kaum mehr zu nehmen. Wenn Niederlechner am Mittwoch gegen die TSG erneut das entscheidende Tor erzielt, fragt wohl niemand mehr nach seiner Durststrecke. Dann interessieren nur noch die Minuten, wie lange der FCA schon erstklassig ist.

>>> Spielbericht: Niederlechner netzt früh - Augsburg siegt in Mainz

Hoch, höher, Friedrich: Union Berlins Verteidiger Marvin Friedrich köpft zum 1:0 ein - Matthias Koch/POOL/Imago Images