Köln - Bayern-Kapitän Philipp Lahm avanciert durch seinen achten Bundesliga-Titel zum Rekord-Meisterspieler, bei Schalke und Bremen machen zwei Duos durch bärenstarke Leistungen auf sich aufmerksam. Über diese Themen spricht die Bundesliga nach dem 31. Spieltag.

1) Lahm verabschiedet sich historisch

Der Spielführer des FC Bayern München hängt nach der Saison seine Fußballschuhe an den Nagel, verlässt die Bundesliga durch die jetzt feststehende Meisterschaft - seine achte - als Rekordakteur. Achtmal gewannen außer dem 33-Jährigen nur seine früheren Mitspieler Oliver Kahn, Mehmet Scholl und Bastian Schweinsteiger die Schale, allersamt genießen mittlerweile längst verdienten Legendenstatus.

Lahm darf sich nach seinem 383. Bundesliga-Duell zum achten Mal Meister mit den Münchnern nennen. Gegen Wolfsburg drehte das Team von Coach Carlo Ancelotti nochmal auf, siegte durch einen Doppelpack von Robert Lewandowski sowie weitere Treffer durch David Alaba, Thomas Müller, Arjen Robben und Joshua Kimmich mit 6:0 und ist mit 73 Punkten nach 31 absolvierten Partien nicht mehr von der Tabellenspitze zu verdrängen. "Wenn ich am letzten Spieltag noch einmal als Kapitän die Meisterschale in den Himmel recken darf, wird es sicherlich noch einmal emotional", sagte Lahm im Anschluss.

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2) Traumduo von der Weser

Der SV Werder Bremen ist weiter in Top-Form. Gegen die Hertha aus Berlin zeigten die Hanseaten keine Schwäche, gingen mit einem 2:0 als Sieger vom Platz. Zwei Bremer stachen dabei erneut heraus: Fin Bartels und Max Kruse. Kogenial sorgten die Offensivmänner bereits in der ersten Viertelstunde für den Zwei-Tore-Vorsprung der Werderaner: Erst schickt Kruse seinen Teamkollegen in toller Manier mit einem Steilpass, der schoss anschließend per Beinschuss ein; dann hatte Bartels das Auge für seinen vorherigen Vorlagengeber, der aus kurzer Distanz nur noch ins freie Gestänge einschieben musste.

Die Mannschaft von Trainer Alexander Nouri ist nun seit elf Bundesliga-Spielen ungeschlagen, sammelte in diesem Zeitraum 29 von 33 möglichen Zählern. Rechnerisch ist der Klassenerhalt dem SVW, der vor nicht allzu langer Zeit noch ernsthaft gegen den Abstieg kämpfte, nun nicht mehr zu nehmen - das neue Ziel ist als Sechster der Tabelle jetzt Europa. "Ich bin stolz auf die Mannschaft, weil sie sich mit der Europa League ein neues Ziel gesetzt hat und dafür brennt", äußerte Nouri nach dem Erfolg gegen die Alte Dame. Die Flamme entzündeten am Samstag Bartels und Kruse.

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3) Königsblaue Ösi-Power

Der FC Schalke 04 erlebt eine Spielzeit voller Höhen und Tiefen, nach dem überzeugenden 4:1 in Leverkusen dürfen die Knappen nun wieder vom Antritt auf internationalem Parkett in der kommenden Saison träumen. Auch bei S04 ragten unter starken einigen starken Akteuren vor allem zwei heraus: Alessandro Schöpf und Guido Burgstaller. Die beiden Österreicher waren gegen die Werkself an allen vier Schalker Toren maßgeblich beteiligt, Burgstaller erzielte den ersten und den letzten Treffer des Abends, Schöpf den dritten.

Die Europa League ist für Königsblau jetzt wieder greifbar, der sechste Platz vier Punkte entfernt, der siebte drei; zudem weisen die Mannen von Übungsleiter Markus Weinzierl hinter den besten vier Teams die beste Tordifferenz auf. "Wenn du mit vielen guten Spielern trainierst, wirst du auch immer besser", meinte Burgstaller. Und dankte seinem Landsmann: "Alessandro Schöpf hat die Standards auch perfekt getreten."

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4) Der große Gewinner

Am Sonntagmittag belegte der FC Augsburg noch Relegationsplatz 16, einen Zähler hinter Hamburg, Wolfsburg und Mainz. Am Nachmittag war dann der HSV zu Gast. "Wir sollten es angehen wie ein Finale, das wir unbedingt gewinnen wollen", sagte Kapitän Paul Verhaegh vor dem Vergleich. Und genau das taten die Fuggerstädter dann auch. Mit enorm viel Kampfgeist und Offensivdrang empfing der von Manuel Baum trainierte Club den Dino, feierte nach 90 intensiven Minuten einen 4:0-Sieg. Routinier Halil Altintop schnürte einen Doppelpack, Philipp Max netzte ebenfalls ein, steuerte zusätzlich zwei Torvorlagen bei, Raúl Bobadilla setzte den Endpunkt. Und am frühen Sonntagabend rangierte der FCA dann auf Tabellenplatz 13, einen Punkt hinter Leverkusen und zwei vor Mainz, Wolfsburg und Hamburg. "Das war ein Ausrufezeichen von uns, das zeigt, dass wir jede Mannschaft schlagen können", konstatierte Baum selbstbewusst und erfreut.

Grund zur Freude hatte auch sein Pendant in Südhessen, Torsten Frings, einen Tag zuvor. "Bei uns hat alles geklappt", meinte der Fußballlehrer in Diensten des SV Darmstadt 98. Die Lilien, Schlusslicht im Tableau des Oberhauses, erreichten gegen Sensationsaufsteiger Freiburg ein überraschendes 3:0, zeigten dem Europapokal-Aspiranten von der Breisgau dabei Grenzen auf. Der SV ist rechnerisch damit weiter nicht abgestiegen, hat mit neun Zählern Rückstand auf den Relegationsrang und drei verbleibenden Partien aber nur noch theoretisch Chancen auf den Klassenerhalt.

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5) Eine emotionale Rückkehr

Ein unvergesslicher Bundesliga-Moment ereignete sich am 31. Spieltag im Signal Iduna Park. Borussia Dortmund und der 1. FC Köln hatten sich gerade torlos getrennt, da ging Geißbock Neven Subotic, seit Winter vom BVB an den FC ausgeliehen, bedächtig auf die Gelbe Wand zu. Die Akteure des Gastgebers standen Spalier, applaudierten dem Innenverteidiger, der zwischen 2008 und 2016 192 Einsätze für die Westfalen im Oberhaus absolvierte - und das Publikum zollte dem Serben mit Sprechchören Respekt. Das Publikum, bestehend aus Dortmunder und Kölner Anhängern, vereint in der hohen Meinung über Subotic.

"Seid mir bitte nicht böse, wenn ich für 90 Minuten unsere tiefe Freundschaft vergesse. Wie ihr wisst, gebe ich immer 100 Prozent", schrieb er vor dem Duell bei Facebook. Und böse war ihm dann keiner, denn die berühmten Subotic-Prozent machen den herausragenden Charakter des 28-Jährigen ja aus. Nachdem sich der jetzige Domstädter von der Kurve verabschiedete, empfand er nur eins - Freude: "Die Einzigen, an die ich mich erinnern kann, die in dieser Form empfangen und gefeiert wurden, waren Dede und Kloppo. Dass ich mich dazu zählen darf, ist für mich ein ganz großes Glück."

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