Hector lässt Köln hoffen, Bayern kurz vor dem Titel, Schalke trauert - © Getty Images (2) / imago images (1)
Hector lässt Köln hoffen, Bayern kurz vor dem Titel, Schalke trauert - © Getty Images (2) / imago images (1)
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30. Spieltag im Fokus: Darüber spricht die Bundesliga

Der FC Schalke 04 steht als erster Absteiger fest, Bayern München ist fast Meister, der 1. FC Köln lebt dank Jonas Hector wieder - die Themen des 30. Bundesliga-Spieltags.

1) Schalke steigt nach 30 Jahren ab

Seit Dienstag ist es bittere Wahrheit für alle Königsblauen: Der FC Schalke 04 steigt nach 30 Jahren in die 2. Bundesliga ab. Abgezeichnet hatte es sich bereits seit einigen Wochen - durch die 0:1-Niederlage gegen den DSC Arminia Bielefeld ist der Abstieg vier Spieltage vor Saisonende beschlossene Sache. Mit S04 verlässt ein großer Traditionsverein zumindest für ein Jahr die Beletage des deutschen Fußballs. Nach 1981, 1983 und 1988 geht es zum vierten Mal runter. Als Gründungsmitglied der Bundesliga und 265 verschiedenen Torschützen (aktueller Bundesliga-Rekord) ist Schalke für viele Fußballinteressierte und Fans in Deutschland ein fester Bestandteil. Weltmeister von 2014 wie Manuel Neuer, Mesut Özil, Benedikt Höwedes oder internationale Größen wie Raul trugen das Königsblaue Trikot.

>>> Nach 30 Jahren: Der FC Schalke 04 steigt aus der Bundesliga ab

Erinnerungen aus glorreichen Tagen, die völlig konträr zum Abend in der SchücoArena stehen. Denn dort setzte der Ruhrpott-Club gegen einen angriffslustigen DSC Arminia Bielefeld kaum einen Stich, hinten verhinderte Keeper Ralf Fährmann eine höhere Niederlage. Das Sturmtrio um den Siegtorschützen Fabian Klos, Andreas Voglsammer und Ritsu Doan verzeichnete mehrere Torchancen, um Schalke einen eh schon bitteren Abstieg noch ungemütlicher zu gestalten. Mit 16 zu sechs Torschüssen für die Arminia und null Schalker Abschlüssen auf das Tor von DSC-Keeper Stefan Ortega gab es an dem Heimdreier zu keiner Zeit Zweifel. Zu allem Überfluss flog bei den Gästen Innenverteidiger-Talent Malick Thiaw mit Gelb-Rot vom Platz.

>>>Darum steigt der FC Schalke 04 direkt wieder auf 

Gerald Asamoah, Koordinator der Lizenzspielerabteilung, sprach nach dem Abpfiff offen und ehrlich über seine Gefühlslage: "Wenn man realisiert, dass es rechnerisch nicht mehr möglich ist, ist es brutal. Mir geht es in diesem Moment nicht gut und ich kann mir vorstellen, wie viele Schalker zu Hause vor dem Fernseher sitzen und weinen. Wir haben alle enttäuscht. Jeder, der in dieser Mannschaft war, muss sich hinterfragen. Das Emblem des FC Schalke 04 tragen zu dürfen, bedeutet sehr viel. Wer mich kennt, weiß, dass ich ein Typ bin, der immer positiv denkt. Ich weiß, was wir im Hintergrund für diesen Verein tun. Daher bin ich optimistisch, dass wir da wieder rauskommen. Es ist hart zu akzeptieren, dass wir im nächsten Jahr in der 2. Liga sind. Wir sind bereit und wissen, was auf uns zukommt."

Erwarten werden Schalke beispielsweise Duelle mit Freunden aus Nürnberg, Aufeinandertreffen mit Grammozis' Ex-Verein Darmstadt oder Spiele gegen Kultclub St. Pauli. Ein alles andere als leichtes Unterfangen mit einem wohl rundum neuformierten Team der Königsblauen, das sich auf völlig neue Gegner und Gegebenheiten einstellen werden muss.

2) Bayern souverän - und kurz vor dem Ziel

Dass RB Leipzig dem Rekordmeister den Titel auf der Zielgeraden noch streitig machen würde, hatten allenfalls Berufoptimisten unter den Sachsen geglaubt. Denn in den letzten Spielen einer Saison hat noch kein Spitzenreiter einen Sieben-Punkte-Vorsprung auf den zweiten Platz verspielt. Nach der Niederlage des Verfolgers in Köln und dem anschließenden 2:0-Sieg des FC Bayern München über Bayer 04 Leverkusen aber dürfte die Antwort auf die Frage, wer in dieser Spielzeit Deutscher Meister wird, nur noch Formsache sein. Denn vier Partien vor Ultimo ist der Vorsprung auf zehn Zähler gewachsen. Und das haben die Bayern ganz unaufgeregt hinbekommen.

>>> Das Restprogramm aller Clubs im Saisonfinale

Eric Maxim Choupo-Moting (7.) und Joshua Kimmich (12.) sorgten in der Allianz Arena ganz schnell für klare Verhältnisse, während die Werkself - immerhin das letzte Team, das in München gewinnen konnte - kaum etwas entgegenzusetzen hatte. Dass Top-Stürmer Robert Lewandowski (35 Treffer) dabei fehlte, war dem Spitzenreiter nicht anzumerken. Dafür sprangen andere in die Bresche und machten ihre Sache ordentlich. Darüber hinaus setzte der FCB-Kapitän einen weiteren Meilenstein. Für Torhüter Manuel Neuer war der Erfolg gegen die Werkself bereits der 291. Bundesliga-Sieg. Damit zog er mit Manfred Kaltz gleich. Den nächsten prominenten Dauer-Sieger dürfte er bald eingeholt haben: Oliver Kahn, einer seiner Vorgänger im Bayern-Tor, gewann in seiner Karriere 310 Bundesliga-Duelle. Am kommenden 31. Spieltag könnte der Rekordmeister dann auch rechnerisch schon den neunten Titel in Folge eintüten.

3) Dank Hector-Doppelpack: Köln lebt wieder!

Noch nach der Niederlage im Kellerduell gegen den 1. FSV Mainz 05 am 28. Spieltag war Jonas Hector das Gesicht eines möglichen Kölner Abstiegs, saß er doch minutenlang nach Abpfiff noch niedergeschlagen an der Toraus-Line. Doch der Kölner Kapitän hatte noch lange nicht aufgegeben. Nach seiner langwierigen Verletzung ist er seit Wochen wieder in Top-Form, führt sein Team nicht nur an, sondern ist auch nahezu an jeder Offensivaktion beteiligt.

So auch beim 2:1-Heimsieg gegen RB Leipzig zum Auftakt dieser englischen Woche am Dienstagabend. Der wahrscheinlich schwierigsten Begegnung im Restprogramm des FC. Doch Hector sorgte praktisch im Alleingang dafür, dass die Kölner die dominanten Gäste aus Leipzig ohne was Zählbares nach Hause schickte. Der 30-Jährige, der deutlich offensiver als gewohnt auf der Zehner-Position agierte, hätte bereits in der ersten Hälfte bei einem Konter auf 1:0 stellen können. Das holte er dann kurz nach der Pause mit einem Kopfballtreffer nach. Grandios war jedoch der Siegtreffer zum 2:1, den er nach einem perfekten Doppelpass mit Ondrej Duda an der Strafraumgrenze im Netz versenkte.

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Wie schnell sich Schatten und Licht in der Bundesliga abwechseln können, wusste auch Hector: "Jeder weiß, das ist ein Tagesgeschäft, es ist alles sehr schnelllebig. Aber es tut uns jetzt und für die nächsten Wochen sehr gut, dass wir heute mal jubeln durften." Lob gab es auch von seinem Trainer: "Jonas ist als Kapitän vorweggegangen. Er ist heute an seine Grenze gegangen", sagte Friedhelm Funkel nach der Partie, wo Köln nun wieder Licht am Ende des Tunnels sieht und zumindest nach Punkten mit der derzeit sich in Quarantäne befindenden Hertha gleichgezogen ist. Die Berliner stehen also im eng getakteten Restprogramm gehörig unter Druck. Aber auch Mainz, auf die mit Bayern, Frankfurt, Dortmund und Wolfsburg noch ein Mammut-Restprogramm wartet, ist wieder in Schlagweite.

4) Mainz punktet im Abstiegskampf, steht aber vor einer Mammutaufgabe

>>> Die Tabelle nach dem 30. Spieltag

Dem DSC Arminia Bielefeld gelang ebenfalls ein richtiger Big Point im Abstiegskampf: Mit 1:0 schlugen die Ostwestfalen Schalke und stehen nun bei 30 Punkten. Coach Frank Kramer fand die Leistung der Seinen "überragend. Jeder Sieg hilft uns im Kampf um den Klassenerhalt." Gladbach, Hertha, Hoffenheim und Stuttgart sind die kommenden Kontrahenten. Sieben Punkte holten die Ostwestfalen in der Hinrunde gegen eben diese Gegner. Gelänge dies wieder, stünden die Bielefelder bei 37 Zählern - und wären ihrem großen Ziel, dem Klassenerhalt, sehr nahe.

Und auch der 1. FSV Mainz 05 steht nach dem 1:0-Erfolg beim SV Werder Bremen nach dem 30. Spieltag besser da als zuvor. Die Rheinhessen zogen dank des knappen Sieges an den Hanseaten vorbei und schoben sich auf Rang 13 vor. Die Momentaufnahme tut dem Team von Bo Svensson gut, doch lange ausruhen können sich die Mainzer nicht darauf. Denn die kommenden vier Gegner sind allesamt Spitzenteams. Der FC Bayern, Eintracht Frankfurt, Borussia Dortmund und der VfL Wolfsburg werden den 05ern das Leben auf dem Weg zum möglichen Klassenerhalt richtig schwer machen.

5) BVB hofft weiter auf die Champions League

Borussia Dortmund darf weiter auf die Qualifikation zur Champions League hoffen. Gegen den 1. FC Union Berlin erkämpfte sich der BVB einen 2:0 (1:0)-Erfolg durch Tore von Marco Reus (27.) und Raphael Guerreiro (88.). Weil die Konkurrenten Frankfurt und Wolfsburg beide ebenfalls gewannen, bleibt der Rückstand von vier Zählern auf die Eintracht und fünf auf die Wölfe unverändert.

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Am kommenden Samstag tritt Dortmund zum eminent wichtigen Spiel beim VfL Wolfsburg an. Mit einem Sieg dort wäre der BVB noch einmal ganz nah dran an den Champions-League-Plätzen. Ärgerlich für die Elf von Trainer Edin Terzic allerdings, dass sie dieses Spiel ohne ihren Abwehrchef bestreiten muss: Mats Hummels sah gegen Union Berlin seine fünfte Gelbe Karte der Saison und ist damit am Wochenende gesperrt.

BVB-Torwart Marwin Hitz war sich direkt im Anschluss an das Spiel gegen Union Berlin bewusst, welche Bedeutung das Duell mit Wolfsburg hat. Durch den 3:1-Sieg der Wölfe in Stuttgart "wird das eine ganz entscheidende Partie", sagte der Schweizer, der mit einer Parade gegen einen Freistoß von Max Kruse den zwischenzeitlichen Ausgleich verhindert hatte.