Trafen allesamt am 30. Spieltag: Emre Can, Leon Goretzka und Florian Wirtz - © Imago Images/Getty Images/Pool/Bayer 04 Leverkusen
Trafen allesamt am 30. Spieltag: Emre Can, Leon Goretzka und Florian Wirtz - © Imago Images/Getty Images/Pool/Bayer 04 Leverkusen
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30. Spieltag im Fokus: Darüber spricht die Bundesliga

Die Torfabrik des FC Bayern München produziert weiter wie am Fließband, das Rennen um die Champions League wird zum Dreikampf und es gibt zahlreiche neue Bundesliga-Rekorde - die Themen des 30. Spieltags.

1) Torfabrik FC Bayern auf Rekord-Kurs

Fast 50 Jahre hat sie Bestand, doch nun wackelt eine historische Bestmarke des FC Bayern München gewaltig: 101 Tore erzielte die Mannschaft um Top-Torjäger Gerd Müller in der Saison 1971/72, ihre Nachfolger haben in dieser Spielzeit nach dem 4:2-Sieg in Leverkusen bereits 90 Tore auf dem Konto. Noch vier Spiele bleiben der aktuellen Truppe, um diesen Rekord zu knacken.

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90 Tore in 30 Spielen - mehr hatte in der langen Historie der Bundesliga noch kein Team zu diesem Zeitpunkt erzielt. Allein 30 der 90 Treffer steuerte Top-Torjäger Robert Lewandowski bei, damit stellte er seinen eigenen persönlichen Bestwert ein. Behalten Lewandowski und seine Kollegen diesen Schnitt bei, käme die Offensive des Rekordmeister auf 102 Tore – das würde sogar einen neuen Rekord bedeuten!

2) Bundesliga-Rekorde durch Müller, Wirtz, Darida und Hasebe

Gleich vier Spieler sorgten an diesem 30. Spieltag für neue Bundesliga-Rekorde: So lieferte Thomas Müller beim souveränen Erfolg bei Bayer Leverkusen seine insgesamt 20. Torvorlage in dieser Saison - das ist ein neuer Assist-Rekord seit Erfassung der Daten 1992/93! Auch wenn Müller nächsten Samstag aufgrund einer Gelbsperre fehlt, danach hat er noch Zeit für noch mehr Vorlagen...

Für ein weiteres Highlight sorgte Florian Wirtz als nun jüngster Torschütze der Bundesliga-Geschichte. Der Youngster von Bayer 04 Leverkusen war bei seinem Treffer zum 2:4-Endstand gegen die Bayern genau 17 Jahre und 34 Tage alt und löste den bisherigen Rekordhalter Nuri Sahin ab (November 2005: 17 Jahre und 82 Tage).

Vladimir Darida sorgte wiederum bei der Samstagabendpartie zwischen Hertha BSC und Borussia Dortmund für einen weiteren Bundesliga-Rekord: Mit 14,65 Kilometern hat der Tscheche erneut einen neuen ligaweiten Laufrekord seit der detaillierten Datenerfassung aufgestellt. Er überbot damit seine eigene Bestmarke aus der Vorwoche.

Und dann ist da noch Makoto Hasebe, der beim 0:2 gegen Mainz sein 309. Bundesliga-Spiel (für Frankfurt, Nürnberg und Wolfsburg) bestritt und damit jetzt alleine asiatischer Rekordspieler der Bundesliga-Historie ist. Er überholte damit den Südkoreaner Bum-Kun Cha, der u.a. auch für Eintracht Frankfurt spielte.

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3) Dortmund hat Champions League vor Augen

Der große Gewinner des 30. Spieltags ist ohne Zweifel Borussia Dortmund. Während die Konkurrenten im Kampf um die Champions League, Bayer Leverkusen, Borussia Mönchengladbach und RB Leipzig allesamt Punkte ließen, machte der BVB am Samstagabend beim 1:0-Erfolg über Hertha BSC seine Hausaufgaben. Dortmund hat vier Spieltage vor Schluss nun stolze sieben Punkte Vorsprung auf Platz fünf. Es war der elfte Erfolg im 13. Rückrundenspiel, wenngleich der Dreier eher als Arbeitssieg verbucht wird.

"Es war kein gutes Spiel von uns", räumte Nationalspieler Julian Brandt ein: "Aber wenn du so eine Vorlage bekommst, musst du sie mit aller Macht nutzen." Spieler des Spiels war dabei Emre Can, der den gesperrten Mats Hummels diesmal in der Dreierkette vertrat und sowohl als Abwehr-Organisator als auch als ständiger Antreiber im Spiel nach vorne fungierte. Nach nur wenigen Monaten ist der Nationalspieler bereits ein absoluter Leader in der Elf von Lucien Favre.

4) Dreikampf um die Champions League

Es bleibt weiter spannend auf den vorderen Rängen - zumindest in Sachen Champions-League-Qualifikation. Mit RB Leipzig (59 Punkte, 75:32 Tore), Borussia Mönchengladbach (56, 57:36) und Bayer 04 Leverkusen (56, 56:40) kämpfen drei Teams um noch zwei verbleibende Plätze. Vier Spieltage sind noch zu absolvieren und es wird wohl bis zum Ende ein enges Rennen bleiben.

Gladbach hat am kommenden Spieltag wohl das härteste Brett zu bohren. Für die Elf vom Niederrhein geht es gegen den FC Bayern, der, sollte Konkurrent Borussia Dortmund verlieren, mit einem Sieg bereits frühzeitig die Deutsche Meisterschaft für sich entscheiden könnte.

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Aber auch Bayer Leverkusen hat noch ein besonders interessantes Spiel vor der Brust: das Nachbarschaftsduell mit dem 1. FC Köln. Am 32. Spieltag hat die Werkself den FC zu Gast und wird in dieser Partie sicher nichts geschenkt bekommen. Und am letzten Spieltag erwartet die Mannschaft von Peter Bosz den 1. FSV Mainz 05, der aktuell noch um den Klassenerhalt spielt. Auch das könnte am Saisonende noch einmal ein harter Kampf werden.

Leipzig hat gerade erst zu spüren bekommen, wie schwer es ist gegen die Teams aus dem Tabellenkeller zu spielen (1:1 gegen den SC Paderborn). Mit Fortuna Düsseldorf (32. Spieltag) und dem FC Augsburg (34. Spieltag) warten zwei weitere Kandidaten, die die Klasse unbedingt halten wollen.

5) Der spannende Abstiegskampf

"Wenn Gras fressen, laufen bis zum Ende und in die Zweikämpfe werfen für den Klassenerhalt das Rezept sind", sagt Daniel Brosinski, "dann spielen wir das bis zum Ende weiter!" Der Außenverteidiger beschreibt den 2:0-Arbeitssieg des 1. FSV Mainz 05 bei Eintracht Frankfurt treffend. Der Erfolg macht aus den Rheinhessen einen großen Gewinner des 30. Spieltages: Das Team von Achim Beierlorzer ist Tabellen-15. und kommt nun auf 31 Punkte, konnte Fortuna Düsseldorf auf drei, den SV Werder Bremen gar auf sechs Zähler distanzieren.

Die Fortuna kam nach einem beherzten Auftritt gegen die TSG 1899 Hoffenheim nur zu einem 2:2 - es war bereits das siebte Remis der Düsseldorfer im elften Spiel unter Trainer Uwe Rösler. Unter dem neuen Coach haben die Rheinländer erst zwei Spiele verloren und sich spielerisch klar verbessert: Die Fortuna überzeugt mit aggressivem Pressing und schnellem offensiven Umschaltspiel. Dennoch tritt das Team von Rösler weiterhin auf der Stelle und bleibt auf dem Relegationsplatz.

>>> Spielbericht: Düsseldorf und Hoffenheim trennen sich 2:2

Zu diesem hätten die Bremer aufschließen können, doch gegen den VfL Wolfsburg gab es eine knappe 0:1-Niederlage für den SVW. Die Hanseaten bleiben allerdings in Schlagdistanz, sind nur drei Punkte hinter Düsseldorf. Es bleibt also spannend im Abstiegskampf der Bundesliga.