Köln - Hoffenheim macht die Qualifikation für den Europapokal perfekt, Max Kruse lässt Werder Bremen gleich viermal jubeln und der Kampf um den Klassenerhalt spitzt sich immer mehr zu. Darüber spricht die Bundesliga nach dem 30. Spieltag.

1) Hoffenheim macht Europa perfekt

Die Krönung einer tollen Saison gelingt der TSG 1899 Hoffenheim bereits fünf Spieltage vor Saisonschluss: Durch das 1:1 beim 1. FC Köln ist den Kraichgauern der Einzug in das internationale Geschäft nicht mehr zu nehmen, in ihrem zehnten Bundesliga-Jahr feiert die TSG damit zum ersten Mal die Qualifikation für den Europapokal. Bedanken durften sich Hoffenheimer im RheinEnergieStadion bei Kerem Demirbay, der in der 93. Minute den späten, aber verdienten Ausgleich für die Gäste erzielte.

Und der Torschütze will noch mehr, die Europa-League-Teilnahme reicht dem Team des jungen Trainers Julian Nagelsmann nicht. "Wir sind gut genug, um die Champions League zu erreichen. Wir sind doch alle Fußballer geworden, um den maximalen Erfolg zu erreichen", schielt Demirbay auf einen Platz unter den ersten Vier. Realistisch ist das nach der Einstellung des Hoffenheimer Punkterekords aus der Saison 2008/09 allemale: Der formstarke Tabellenvierte hat im Endspurt ausgezeichnete Karten.

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2) Kruse schnürt den Viererpack

Den Höhenflug von Werder Bremen konnte auch der FC Ingolstadt 04 nicht zu stoppen: Zweimal führten die Schanzer gegen den SVW, mussten sich aber letztlich 2:4 geschlagen geben. Das lag vor allem an einem Max Kruse in Galaform: Erst glich der Ex-Nationalspieler vom Punkt zum 1:1 aus, danach nutzte er einen Fehler der Ingolstädter Hintermannschaft. Mit seinen Toren drei und vier an diesem Samstag machte der Angreifer dann den zwölften Saisonsieg der Bremer perfekt.

Es war der erste Viererpack eines Werder-Spielers seit Frank Neubarth im Februar 1986. Kruse kommt damit nun auf 13 Saisontore, das ist ein neuer persönlicher Bundesliga-Rekord für den 29-Jährigen. Vor allem dank seiner Treffer darf Bremen, vor kurzem noch als Abstiegskandidat gehandelt, mittlerweile von einer Teilnahme am Europapokal träumen. Kaum verwunderlich, dass selbst Werder-Coach Alexander Nouri seinem Stürmer ein Sonderlob zukommen ließ: "Max hat seine Momente für sich genutzt. Ich hebe selten Spieler heraus, aber das hat jeder gesehen."

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3) Abstiegskampf spitzt sich zu

Das Saisonende rückt immer näher – und die Situation im Abstiegskampf spitzt sich von Spieltag zu Spieltag zu: Der VfL Wolfsburg muss nach dem 0:1 in Berlin ebenso weiter zittern wie der Hamburger SV, der sich vor den eigenen Fans eine bittere 1:2-Niederlage gegen Darmstadt erlaubte. Der FC Augsburg konnte von den Ausrutschern der Konkurrenz nicht profitieren und unterlag in Frankfurt mit 1:3.

Durch den überraschenden Punktgewinn des 1. FSV Mainz 05 beim Tabellenführer Bayern München ist das Feld trotzdem enger zusammengerückt: Zwischen Platz 13 und Platz 16 liegt nur ein Punkt – so eng ging es im Tabellenkeller im Drei-Punkte-Zeitalter nach 30 Spieltagen nie zuvor zu. Und am kommenden Wochenende warten schwierige Aufgaben: Wolfsburg hat die Bayern zu Gast, Mainz die zuletzt auswärtsstarken Mönchengladbacher. Hochspannung verspricht vor allem ein direktes Duell: Mit Augsburg (16.) und dem HSV (14.) treffen zwei akut gefährdete Teams aufeinander.

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4) BVB zurück in der Spur

Unbeeindruckend vom Ausscheiden in der Champions League unter der Woche ist Borussia Dortmund auf Platz drei zurückgekehrt: Im Borussen-Duell bei Borussia Mönchengladbach bewies der BVB Comebackqualitäten. Nach der frühen Führung durch Marco Reus schlug der Gastgeber zwar kurz vor und kurz nach der Pause zu, doch am Ende jubelten die Dortmunder dank eines Kopfballtores von Raphael Guerreiro über drei wichtige Punkte im Rennen um die direkte Qualifikation für die Champions League.

Dabei konnten die Schwarz-Gelben wieder einmal auf die Treffsicherheit ihres Top-Torjägers verlassen: Pierre-Emerick Aubameyang bewies seine Klasse diesmal als Einwechselspieler und stach als Joker nur zwei Minuten nach Betreten des Platzes zum 2:2 zu. "Es ist Weltklasse, wenn man sich darauf verlassen kann, dass er gleich seine Kiste macht, wenn er reinkommt", lobte Mitspieler Sven Bender seinen Angreifer, der mit seinem Ausgleichstreffer wieder die Führung in der Torjägerliste übernahm.

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5) Freiburg träumt weiter von Europa

Der wundersame Höhenflug des SC Freiburg hält an: Durch das 2:1 gegen Bayer 04 Leverkusen hat der Aufsteiger den Klassenerhalt nun auch rechnerisch sicher und kann sich jetzt ganz dem engen Kampf um eine Europapokal-Qualifikation widmen. Die formstarken Breisgauer verteidigten durch den dritten Erfolg in den vergangenen vier Bundesliga-Partien den sechsten Rang und dürfen sich berechtigte Hoffnungen auf das internationale Geschäft machen.

"Es sind schöne Dinge passiert, die wir so nicht erwarten konnten", war auch Freiburgs Trainer Christian Streich nach seinem 50. Bundesliga-Sieg im 149. Spiel sichtlich zufrieden: "Die Mannschaft hat ein sehr gutes Spiel gemacht, aufgrund der Chancen in der zweiten Halbzeit war es ein verdienter Sieg. Ich habe eine Freiburger Mannschaft gesehen, die den Leuten Freude gemacht hat", schloss der Erfolgsgarant des Sport-Clubs.

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