Hannover - Hannover 96 bezwingt den Drittligisten Rot-Weiß Erfurt mit 3:0 (1:0). Die Tore für die Roten erzielten Jan Schlaudraff (24.) und Edgar Prib (69.). RWE-Verteidiger Odak traf zwischenzeitlich ins eigene Tor (65.).

Erster Schuss führt direkt zum Tor

Gleich acht 96-Spieler befinden sich auf Länderspielreise und standen Trainer Tayfun Korkut beim Freundschaftsspiel gegen Rot-Weiß Erfurt somit nicht zur Verfügung. Der Trainer setzte wie schon gegen Dortmund auf ein 4-1-4-1-System, wechselte aber durch und brachte beispielsweise Jan Schlaudraff, Didier Ya Konan und den Nachwuchs-Torwart Maximilian Brünig von Beginn an.

Das neu zusammengewürfelte 96-Team wirkte zunächst ideenlos - die Gäste aus Erfurt waren in der Anfangsphase etwas besser. Bereits nach sechs Minuten prüfte Andreas Wiegel den jungen Keeper Brünig. Auch den Schuss des Erfurter Kapitäns Christian Kammlott (18.) entschärfte der U23-Torwart. Die Mannschaft vom neuen RWE-Trainer Christian Preußer begann mutig – das erste Tor allerdings erzielten die Gastgeber. In der 24. Minute tankte sich Schlaudraff nach einem starken Doppelpass mit Jimmy Briand in den Strafraum durch und ließ Erfurt-Keeper Philipp Klewin mit seinem Flachschuss keine Chance.

Die Chancenauswertung bei den Niedersachsen stimmte zunächst: Der erste Torschuss landete auch gleich in den Maschen. Anschließend ließen die Niedersachsen, die nach dem Tor deutlich besser wurden, aber noch einiges liegen. So scheiterte Kapitän Lars Stindl zunächst mit einem Fernschuss (28.) und nur wenig später mit einem Versuch aus kurzer Distanz (31.). Edgar Prib versuchte es fünf Minuten vor dem Seitenwechsel mit einem ansehnlichen Freistoß, fand seinen Meister aber im gut parierenden Klewin.

Die Hausherren legen doppelt nach

Im zweiten Durchgang brauchte das Spiel etwas, um an Fahrt aufzunehmen. Das erste Ausrufezeichen setzte Christian Schulz mit einem Distanzschuss in der 57. Minute. Acht Minuten später flankte Stindl von der rechten Seite und Luka Odak grätschte den Ball unglücklich und unhaltbar für den RWE-Schlussmann ins eigene Tor. Edgar Prib erhöhte wiederum nur vier Minuten später und markierte das 3:0 für die Niedersachsen.

Der linke Mittelfeldspieler dribbelte sich in den Strafraum und bugsierte den Ball mit einem Flachschuss ins lange Eck. In der Schlussphase stellte das Heimteam seine Offensivbemühungen fast gänzlich ein. Auch mit drei Stürmern auf dem Feld war Hannover 96 nach vorne zu harmlos und wohl auch mit dem Resultat zufrieden. Insgesamt sahen die 1.200 Zuschauer jedoch einen verdienten 3:0-Heimsieg der Roten.

Trotz des recht deutlichen Resultats haperte 96-Sportdirektor Dirk Dufner mit der Chancenauswertung: "Heute haben wir wieder gesehen, wo über die Saison hinweg unser Problem liegt: Wir spielen die Chancen schön heraus und machen die Dinger dann doch nicht. Da müssen wir in den nächsten Spielen eine andere Körpersprache zeigen und uns verbessern." 96-Coach Korkut zeigte sich nach der Partie insgesamt zufrieden: "Ein Sieg tut immer gut. Für uns war es wichtig, heute einen kleinen Schritt zu machen." Der nächste Schritt soll dann in Frankfurt folgen: "Wenn es dann wieder um Punkte geht, müssen wir zuschlagen!"

Statistik:

Hannover 96: Brünig - Schmiedebach - Marcelo, Felipe, Schulz (61. Pander) - Gülselam (61. Joselu) - Briand (46. Hirsch), Stindl, Schlaudraff (73. Karaman), Prib - Ya Konan

Rot-Weiß Erfurt: Klewin - Odak, Gohouri, Kleineheismann, Eichmeier - Wiegel, Bichler, Tyrala, Möhwald, Baumgarten - Kammlott 

Tore: 1:0 Schlaudraff (24.), 2:0 Odak (65./ET), 3:0 Prib (69.)

Zuschauer: 1.200