Zusammenfassung

  • Bayern München gewinnt in Augsburg und macht den sechsten Titel in Folge perfekt

  • Borussia Dortmund rehabilitiert sich gegen Stuttgart für das 0:6 in München und geht mit breiter Brust ins Revierderby

  • Der Hamburger SV gibt die Rote Laterne ab und hat wieder Hoffnung auf den Klassenerhalt

Köln - Der FC Bayern München macht in Augsburg den sechsten Titel in Folge perfekt, Borussia Dortmund ist rechtzeitig vor dem Revierderby zurück in der Erfolgsspur und der Hamburger SV schöpft wieder Hoffnung im Abstiegskampf. Das sind die Themen des 29. Bundesliga-Spieltags.

1) Bayern krönen sich zum Meister

Einen Sieg brauchten die Bayern in Augsburg, um sich am 29. Spieltag den Titel endgültig zu sichern – und einen Sieg lieferte der Rekordmeister im bayerischen Duell. Mit 4:1 (2:1) gewann der FCB souverän, auch wenn es am Anfang zuerst nicht danach aussah. Die Gastgeber gingen durch ein unglückliches Eigentor von Niklas Süle verdient in Führung, doch dann drehten die Bayern auf. Noch vor der Pause drehten Corentin Tolisso und James Rodriguez die Partie zugunsten des Meisters. Nach dem Seitenwechsel machten Arjen Robben und Sandro Wagner die Feierlichkeiten perfekt.

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Den sechsten Titel in Serie begossen die Münchener angesichts der kommenden Aufgaben in der Champions League und dem DFB-Pokal eher zurückhaltend, wenngleich die Freude beim FCB über den nächsten Meilenstein riesig war. "Was wir hier seit sechs Jahren erleben, ist einfach ein Traum. Ich genieße das. Wir haben in der Kabine gerade mal gezählt und sind auf 15 Titel in den letzten sechs Jahren gekommen, inklusive dieses sechsten Titels", sagte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge nach der Partie, die zugleich ein Sinnbild der gesamten Bayern-Saison war. "Die Mannschaft hat das großartig gemacht, wir waren im Herbst fünf Punkte hintendran, jetzt marschieren wir vorneweg. Was die Mannschaft an Charakter zeigt, ist unglaublich und erstklassig", zollte Rummenigge dem Team Respekt.

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2) Rekorde für Ribery und Heynckes

Ein schönes Geburtstagsgeschenk machte sich Franck Ribery am Samstag: Mit dem Titel des FC Bayern München ist der Franzose zu den erfolgreichsten Spielern der Bundesliga aufgestiegen. Er gewann bereits seine achte Deutsche Meisterschaft und zog damit mit den Legenden Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger, Oliver Kahn und Mehmet Scholl gleich. Kein Spieler konnte die Schale in der Liga-Historie öfter gen Himmel strecken. Auch die Fans machten dem sensiblen Dribbelkünstler ein passendes Geschenk: Nach der Partie wurde der 35-Jährige bei den Meisterfeierlichkeiten noch gemeinsam mit Trainer Jupp Heynckes von der Gästekurve bejubelt.

Auch der scheidende Bayern-Coach genoss die verbalen Streicheleinheiten der eigenen Anhänger sichtlich – der 72-Jährige baute mit seinem vierten Bundesliga-Titel als Trainer einen Rekord aus: 29 Jahre liegen zwischen seiner ersten Meisterschaft als Trainer (1989 ebenfalls mit dem FC Bayern) und seiner vermutlich letzten in dieser Saison. Mit 72 Jahren (am Saisonende 73) ist Jupp Heynckes der älteste Meister-Trainer der Bundesliga-Geschichte. Die bisherige Bestmarke (68) hatte er 2013 selbst aufgestellt. Insgesamt ist es Heynckes‘ vierte Meisterschaft als Trainer (wie Hennes Weisweiler). Nur Udo Lattek (8) und Ottmar Hitzfeld (7) holten mehr Meistertitel.

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Borussia Dortmund feiert eine Woche vor dem Revierderby auf Schalke einen wichtigen Sieg gegen Stuttgart
Borussia Dortmund feiert eine Woche vor dem Revierderby auf Schalke einen wichtigen Sieg gegen Stuttgart © gettyimages / Koepsel / Bongarts

3) Dortmund rehabiliert sich vor dem Revierderby

Eine Woche nach dem 0:6 in München ist Borussia Dortmund rechtzeitig zum Revierderby wieder in die Erfolgsspur zurückgekehrt. Gegen den VfB Stuttgart siegten die Schwarzgelben mit 3:0 und festigten damit nicht nur den dritten Platz, sondern sind vor dem anstehenden Duell bei Schalke 04 bis auf einen Zähler an den Rivalen herangerückt. Christian Pulisic, Michy Batshuayi und Maximilian Philipp schossen den nur in der ersten Halbzeit gefährdeten BVB-Erfolg heraus. "Am Ende haben wir verdient gewonnen. Trotzdem ist es Fakt, dass vieles besser werden muss. Unsere Leistung in der zweiten Halbzeit ging in die richtige Richtung, aber komplett optimal war das auch noch nicht", zeigte sich Nuri Sahin nach der Partie selbstkritisch.

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Der Routinier fordert von sich und seinen Kollegen einen starken Endspurt: "Wir müssen jetzt die letzten fünf Spiele über die Bühne bringen und die Saison am besten auf Platz zwei beenden. Unser Ziel ist es, in die Champions League zu kommen", betonte der Führungsspieler. Einen weiteren Schritt dorthin wollen die Dortmunder am liebsten schon am kommenden Wochenende im Revierderby auf Schalke machen. Auch wenn wohl kein BVB-Akteur nach dem spektakulären 4:4 im Hinspiel Extramotivation nötig hat: Mit einem Erfolg beim Rivalen würde Schwarzgelb in der Tabelle wieder vor Königsblau rangieren.

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4) Erster Sieg für Wolfsburg-Coach Labbadia

Einen Big Point im Abstiegskampf feiert der VfL Wolfsburg: Daniel Didavi schießt die Wölfe mit einem Doppelpack zum 2:0-Erfolg beim SC Freiburg. "Wir nehmen den Sieg heute als sehr, sehr wichtigen Sieg mit. Wir haben einen wichtigen Schritt gemacht, aber mehr auch nicht. Wir wissen, dass wir in den nächsten fünf Spielen noch einmal extrem gefordert sind. Aber ich hoffe, dass wir das heute als Erfolgserlebnis mitnehmen", sagte Trainer Bruno Labbadia, der im Breisgau seinen ersten Sieg als Wölfe-Coach einfahren konnte.

Umjubelter Held beim fünften Wolfsburger Erfolg in Freiburg hintereinander war definitiv Daniel Didavi, der den VfL bereits nach zwei Minuten in Führung geschossen hatte und dann kurz vor Schluss für die Entscheidung sorgte. Sein vierter Doppelpack in der Bundesliga, sein allererster im Wolfsburger Trikot. Und der Mittelfeldspieler ist der Mann für die wichtigen Tore: Bereits zum fünften Mal in dieser Bundesliga-Saison war Didavi zum 1:0 erfolgreich – und sorgte dann dafür, dass sein Team erstmals in diesem Jahr mehr als einen Treffer in einer Partie erzielen konnte.

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Der HSV verlässt durch das 3:2 gegen Schalke den letzten Tabellenplatz
Der HSV verlässt durch das 3:2 gegen Schalke den letzten Tabellenplatz © imago / Baering

5) Hamburg mit Lebenszeichen im Abstiegskampf

Ein Sonntagsschuss am Samstagabend lässt den Hamburger SV im Abstiegskampf wieder vom Klassenerhalt träumen: Aaron Hunt traf kurz vor Schluss aus der Distanz zum entscheidenden 3:2 im Heimspiel gegen den FC Schalke 04. "Ich habe einfach draufgehalten. Da gehört auch ein bisschen Glück dazu, dass er dann so oben einschlägt", sagte Hunt nach der Partie bei Sky. Mit Glück hatte der Sieg gegen Schalke aber sonst nichts zu tun. Der HSV war aggressiv, Titz hatte sein Team bestens eingestellt, die Hanseaten nutzten geschickt die Löcher, und sie ließen sich auch durch die Gegentore von Naldo (9.) und Guido Burgstaller (63.) nicht beeindrucken.

In Hamburg ist durch den Erfolg die Hoffnung zurück, die Saison doch noch mit einem Happy End zu beenden. "Wir haben immer noch den Glauben daran, dass wir zurückkommen können. Wir werden jetzt aber nicht in Euphorie verfallen, weil wir ein Spiel gewonnen haben, sondern weiter arbeiten", bleibt HSV-Coach Christian Titz auf dem Boden der Tatsachen. "Wir haben gezeigt, dass der HSV noch lebt", sagte der junge Innenverteidiger Rick van Drongelen nach diesem erstaunlichen Auftritt. Lewis Holtby richtete gleich einmal eine Kampfansage an die Keller-Konkurrenz aus Köln, Mainz und Wolfsburg: "Wir wollen das Unmögliche möglich machen. Ich habe die letzten Jahre mehrfach erlebt, was hier in den letzten Minuten alles möglich ist."

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