Besondere Momente des 28. Spieltags - © DFL/Getty Images (1), imago (2)
Besondere Momente des 28. Spieltags - © DFL/Getty Images (1), imago (2)
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28. Spieltag im Fokus: Darüber spricht die Bundesliga

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RB Leipzig ist eiskalt im Spitzenspiel bei Borussia Dortmund, Bayerns Tormaschine läuft vor den entscheidenden Wochen und Manuel Riemann verbucht einen Torwart-Assist - die Themen des Bundesliga-Wochenendes.

1) Eiskalte Leipziger bezwingen den BVB im Topspiel

Die Kulisse hätte für das Topspiel kaum besser sein können: Nach genau 763 Tagen meldete Borussia Dortmund endlich wieder ausverkauftes Haus und 81.365 Fans fanden den Weg in den Signal Iduna Park. "Für viele war das große Publikum neu", wusste Domenico Tedesco, Trainer der Gäste. Nach etwas wackliger Anfangsphase nutzte RB Leipzig nach 21 Minuten die erste Torchance zur Führung, bekam die Partie anschließend immer mehr in den Griff und feierte am Ende einen verdienten Erfolg.

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"4:1 hier zu gewinnen ist nicht einfach. Wir haben diszipliniert gespielt, viele Bälle erobert und verdient gewonnen. Wir haben nach vorne verteidigt und dadurch die Dortmunder Dynamik herausgenommen", erklärte der Tedesco. Vor allem die hohe Effektivität war der Schlüssel zum Erfolg an diesem Abend. Konrad Laimer versenkte die ersten beiden Leipziger Schüsse auf das Tor direkt im Netz (21., 30.), Christopher Nkunku (58.) und Dani Olmo (86.) machten im zweiten Durchgang alles klar.

Vor allem Laimer überragte an diesem Abend mit seinem Doppelpack und der Torvorlage zum 3:0. Der Österreicher führte die meisten Zweikämpfe bei RB (30) und lief die meisten Kilometer aller Spieler der Partie (elf). "Meine Abschlussstärke habe ich hier neu entdeckt. Die will ich in den nächsten Spielen öfter zeigen", lachte der 24-Jährige und bekam auch vom Trainer ein Lob: "Er hat eine Riesenspiel gemacht. Das Ausscheiden der Nationalmannschaft hat er gut verkraftet und die richtige Antwort gegeben", erläuterte Tedesco.

Damit bleibt RB Leipzig das beste Bundesligateam im Jahr 2022 und hat in den elf Rückrundenspielen mehr Punkte geholt (26) als in der kompletten Hinserie in 17 Partien (22). Zudem feierten die Sachsen den vierten Auswärtssieg in Serie und haben im Jahr 2022 fünf von sechs Gastspielen gewonnen (nur in München nicht). In der Hinrunde wurde kein einziges Auswärtsspiel gewonnen. Diesen Schwung nimmt Leipzig gerne in den April mit, denn es warten wichtige Spieler in der Bundesliga, dem DFB-Pokal und der Europa League.

2) Die Tormaschine läuft wieder - Bayern bereit für die Wochen der Wahrheit

Geduld bewiesen und am Ende deutlich beim Tabellenvierten gewonnen. Nach torloser erster Halbzeit mit wenigen Chancen machte der FC Bayern in Freiburg im zweiten Durchgang den zweiten Sieg in Folge mit vier Toren klar. Nach 4:0 gegen Union Berlin nun 4:1 beim Sport-Club: Rechtzeitig zum Saisonendspurt läuft die Tormaschine des Rekordmeisters also wieder auf Hochtouren.

FC Bayern auf der Zielgeraden zur zehnten "Schale" in Folge

Beim ersten Sieg im ersten Spiel in Freiburgs Europa-Park-Stadion konnte sich sogar der angeschlagen ins Spiel gegangene Robert Lewandowski eine Tor-Pause gönnen. Für den Weltfußballer sprang zuerst Leon Goretzka in die Bresche, der 119 Tage nach seinem letzten Einsatz bei seinem Comeback zum 1:0 einköpfte. Nach dem Ausgleich von Blitz-Joker Nils Petersen traf auch Serge Gnabry Sekunden nach seiner Hereinnahme. Kingsley Coman und Marcel Sabitzer mit seinem ersten Tor im Bayern-Dress rundeten eine insgesamt dominante Vorstellung des Spitzenreiters ab und festigten die Tabellenführung.

"Es ist nicht so leicht, vor einem Champions-League-K.o.-Spiel ein Bundesligaspiel zu bestreiten", setzte Julian Nagelsmann nach Abpfiff zum Kollektiv-Lob an. "Ich hab den Jungs gesagt, auf dem Weg zu den Titeln, die wir holen wollen, zählt jede Minute, und sie haben jede Minute genutzt.“ Nachdem in der Bundesliga im Titelrennen also vorgelegt wurde, beginnen für den FCB am Mittwoch auch international die "Wochen der Wahrheit." Im Viertelfinalhinspiel geht es zum FC Villarreal.

3) Hoffnungsschimmer im Abstiegskampf

Als einziges Team aus dem unteren Tabellendrittel konnte der FC Augsburg am 28. Spieltag einen Sieg bejubeln. Gegen den VfL Wolfsburg siegte die Mannschaft von Trainer Markus Weinzierl mit 3:0 und hat nun drei Zähler Vorsprung auf den Relationsrang. Der FCA bestätigte einmal mehr seine Heimstärke, hat nur zwei der letzten elf Heimspiele verloren.

Obwohl der VfB Stuttgart viele Chance liegen ließ, können auch die Stuttgarter zufrieden sein. Denn das 1:1 bei Arminia Bielefeld bedeutete, dass die Schwaben mit nun 27 Zählern den einen Punkt Vorsprung auf die Ostwestfalen (26) halten und sich gleichzeitig um einen Zähler von Hertha BSC (26) absetzen konnten, das 1:2 bei Bayer 04 Leverkusen verlor. Der VfB ist damit seit vier Spielen ungeschlagen, hat in dieser Zeit acht Punkte geholt und im Vergleich zur Hertha in diesen Partien fünf, zur Arminia sogar sieben Zähler gut gemacht.

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Aber auch Bielefeld kann nach dem Remis wieder Hoffnung schöpfen. Vier Spiele hatte die Arminia zuletzt verloren, viermal hatten sie kein Tor erzielt. Dann kam Florian Krüger und beendete mit seinem 1:1 beide Negativserien. Es war der erste DSC-Treffer seit dem 19. Februar und nach 455 torlosen Minuten. "Wir haben hart gearbeitet, sind mit Leidenschaft viel gelaufen und haben uns richtig reingekämpft und den Punkt verdient", lobte Coach Frank Kramer seine Mannschaft. Und fügte an: "Was der Punkt wert ist, sehen wir am Ende der Saison. Für uns war es wichtig, jetzt den Negativtrend zu beenden."

4) Leverkusen auf dem Weg Richtung Champions League

Niederlagen für Freiburg und Hoffenheim, zudem ein direktes Duell zwischen Dortmund und Leipzig. Und ein 2:1 von Bayer 04 Leverkusen gegen Hertha BSC: Das macht die Werkself zum Gewinner des 28. Spieltags. Dank dem 15. Saisonsieg bleibt die Mannschaft von Gerardo Seoane Dritter und kommt nun schon auf 51 Punkte. "Hertha hat das gut gemacht. Es war sehr schwer gegen sie zu spielen. Das wird nicht einfach für ihre künftigen Gegner", resümierte Lukas Hradecky nach der Partie.

Die Rheinländer überzeugten spielerisch, waren über 90 Minuten dominant. Machten aber etwas zu wenig aus ihrem Ballbesitz und ihren Chancen. Aber trotz der Ausfälle von Florian Wirtz, Jeremie Frimpong, Timothy Fosu-Mensah und Kerem Demirbay gelang ein überzeugender Arbeitssieg. Der Vorsprung auf Freiburg (sechs) und Hoffenheim (sieben) konnte mit dem Dreier ausgebaut werden und bedeutet einen großen Schritt in Richtung Champions League für Leverkusen.

Bayer 04 hat sich in eine perfekte Ausgangsposition gebracht: In den restlichen sechs Spieltagen der Saison kommt es zu drei direkten Duellen um die Plätze drei und vier: Am 30. Spieltag empfangen die Rheinländer RB Leipzig. Und an den beiden letzten Spieltagen geht es erst zur TSG Hoffenheim und dann ist der SC Freiburg in der BayArena zu Gast. Der Weg in die Champions League führt also wohl nur über Leverkusen.

5) Torwart-Assist für Riemann bei Bochums Sieg

Dieser Sieg war ein ganz großer für den VfL Bochum! Durch den 2:1-Erfolg beim Champions-League-Anwärter TSG Hoffenheim stockte der Aufsteiger sein Punktekonto auf 35 Zähler auf, der Vorsprung auf den Relegationsrang beträgt nun neun Punkt. Damit ist der Klassenerhalt in greifbarer Nähe. "Wir sind überglücklich, drei Punkte mitgenommen zu haben. Wir sind unserem Ziel damit ein gutes Stück näher gekommen", freute sich Cheftrainer Thomas Reis nach dem Spiel.

Auf Bochumer Seite gab es nach dieser Partie zwei gefeierte Helden. Der eine war der Doppel-Torschütze Takuma Asano. Der Japaner, der mit seiner Nationalmannschaft bei der WM im Winter auf Deutschland treffen wird, zeigte sich begeistert: "Wir haben gegen einen starken Gegner gewonnen, ich konnte der Mannschaft mit zwei Toren helfen. Besser geht es nicht!"

Zur Bundesliga-Tabelle nach dem 28. Spieltag

Der andere Held war Bochums Torwart und Kapitän Manuel Riemann. Der 33-Jährige zeigte nicht nur zwischen den Pfosten eine blitzsaubere Leistung, sondern verbuchte auch einen Assist beim ersten Treffer von Asano. Es war erst die zweite Torvorlage eines Torhüters in der laufenden Bundesliga-Saison. Zuvor war das nur Gladbachs Yann Sommer am 7. Spieltag in Wolfsburg gelungen. Riemann, der in dieser Saison auch schon einmal zu einem Elfmeter antratt (und verschoss), feierte nach dem Spiel ausgelassen mit den Fans. Der VfL wird sehr wahrscheinlich auch in der nächsten Saison Bundesliga spielen dürfen.