Frankfurt feiert wichtigen Sieg in Dortmund, der FC Bayern holt einen Big Point im Titelrennen und das Berliner Derby endet remis - © Getty Images (2)/ imago images (1)
Frankfurt feiert wichtigen Sieg in Dortmund, der FC Bayern holt einen Big Point im Titelrennen und das Berliner Derby endet remis - © Getty Images (2)/ imago images (1)
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27. Spieltag im Fokus: Darüber spricht die Bundesliga

Der FC Bayern München ist auf Meisterkurs, Eintracht Frankfurt macht durch einen Sieg gegen Verfolger Borussia Dortmund einen großen Schritt in Richtung Champions League, der 1. FC Union Berlin und Hertha BSC trennen sich im Hauptstadt-Derby remis - die Themen des 27. Bundesliga-Spieltags.

1) FC Bayern München auf Meisterkurs

Wenn der Torjäger fehlt, dann muss eben jemand anderes zum Torjäger werden. Der FC Bayern München hat auch ohne Robert Lewandowski, der wegen einer Knieverletzung fehlte, das Topspiel bei RB Leipzig mit 1:0 für sich entschieden. Und wer ersetzte "Lewangoalski"? Natürlich "Scoretzka". Diesen Spitznamen hatte Thomas Müller seinem Kollegen Leon Goretzka schon vor der Partie gegeben und der Mittelfeldspieler wurde ihm gegen Leipzig gerecht. Sein Treffer durch einem satten Schuss aus knapp zwölf Metern entschied die Partie zugunsten des FCB.

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Der FC Bayern hat dank des Sieges nun 64 Zähler auf dem Konto - sieben mehr als Verfolger Leipzig. Ein solcher Vorsprung wurde in der Bundesliga-Geschichte zu so einem späten Zeitpunkt der Saison noch nie verspielt (maximal waren es fünf Punkte). Doch die Bayern übten sich in Bescheidenheit: "Es ist ein großer Schritt, aber noch nicht der entscheidende", sagte der Matchwinner Goretzka.

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Bayerns Trainer Hansi Flick bilanzierte: "Es ist ein Spitzenspiel gewesen und Leipzig hat gezeigt, dass sie zurecht da vorne stehen. Wir haben ein bisschen gebraucht, waren nicht ganz so mutig im Ballbesitz. Nach 20 Minuten haben wir das Spiel kontrolliert und das Tor gemacht." Ohne den Weltfußballer Lewandowski wohlgemerkt. Wenn es so weitergeht, ist die neunte Deutsche Meisterschaft in Serie gesichert.

2) Das Rennen um die Champions League: Frankfurt holt Big Points gegen Dortmund

Sebastian Rode wollte sich nicht zu einer klaren Prognose hinreißen lassen. Am Sky-Mikrofon hielt sich der Mittelfeldspieler von Eintracht Frankfurt bewusst zurück, er hielt den Moment offenbar nicht geeignet dafür, große Worte über die neue Situation zu verlieren. Das musste der Blondschopf auch nicht zwingend, denn er und seine Mannschaftskollegen hatten zuvor in 90 hart umkämpften Minuten eine kämpferische Glanzleistung abgeliefert und einen hartnäckigen Verfolger abgeschüttelt - und damit ein Understatement geliefert. Im Rennen um die Champions-League-Plätze liegen die Hessen nach dem 2:1 (1:1)-Sieg bei Borussia Dortmund nunmehr sieben Punkte vor dem Tabellenfünften aus dem Ruhrgebiet. Rode unterstrich diesen Erfolg letztlich mit einem Tweet. Sein knappes Statement dort: "Big Points".

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Allein die bloßen Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Bei noch sieben ausstehenden Partien ist der Vorsprung gewaltig, auch wenn Mittelffeldakteur Rode warnt: „Sieben Spiele sind noch eine Menge. Wir wollen den Platz verteidigen. Es gilt jetzt, auf Biegen und Brechen durchzuhalten.“ Deutlicher wurde wiederum sein früherer Mannschaftskollege Mats Hummels, mit dem er gemeinsam bei Borussia Dortmund spielte. Auf die Chance, die Hessen auf den letzten Metern der Saison tatsächlich noch einzuholen, angesprochen, erwiderte der BVB-Verteidiger: "Die ist jetzt klein." Selbstverständlich war das den Frankfurtern klar, und so schilderte Coach Adi Hütter seine Eindrücke aus der Kabine: "Ich habe in viele freudige Gesichter geschaut. Die Jungs haben sich das redlich verdient, dass sie sich freuen, dass sie auch singen, dass die Musik an ist, das ist normal und das gönne ich ihnen von Herzen."

3) Remis im Berliner Derby

In einer intensiven Partie trennen sich der 1. FC Union Berlin und Hertha BSC remis: Robert Andrich brachte die "Eisernen" mit einem wundervollen Distanzschuss früh in Führung (10.), die Gäste schlugen durch einen verwandelten Foulelfmeter von Dodi Lukebakio noch vor der Pause zurück (35.). In der zweiten Halbzeit lieferten sich die beiden Berliner Kontrahenten einen derby-würdigen Schlagabtausch, schenkten sich gerade in den Zweikämpfen nichts. Einen Sieger fand die Partie der Hauptstadt-Rivalen allerdings nicht mehr.

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Profiteur von diesem Remis war der Sieger der anderen Sonntagspartie: Der VfB Stuttgart schlug den SV Werder Bremen mit 1:0, ein Eigentor von Ludwig Augustinsson entschied die Partie zugunsten der Schwaben, die nun mit 39 Zählern nur aufgrund der schlechteren Tordifferenz hinter dem punktgleichen 1. FC Union Berlin liegt. Zusammen mit Borussia Mönchengladbach (ebenfalls 39) und dem Sport-Club Freiburg (37) können sowohl der VfB als auch die "Eisernen" noch vom Europapokal träumen. Anders die Hertha, die im Abstiegskampf mit 25 Punkten zwar vor dem 1. FSV Mainz 05 auf Platz 14 liegen, aber weiter um den Klassenverbleib zittern müssen.

4) 2:1 gegen Schalke: Wolf und Leverkusen erfüllen die Pflichtaufgabe

Bayer 04 Leverkusen hat nach zwei Niederlagen in Folge wieder ein Erfolgserlebnis feiern können. Unter dem neuen Trainer Hannes Wolf gelang ein unspektakulärer, aber verdienter Heimdreier gegen den FC Schalke 04, der durch Tore von Lucas Alario und Patrik Schick mit 2:1 geschlagen wurde. Bei den Königsblauen meldete sich Klaas-Jan Huntelaar mit dem Anschlusstreffer in der Bundesliga zurück. Für die Gelsenkirchener kam der Treffer zu spät. Leverkusen brachte das Ergebnis ohne große Mühe über die Uhr.

Durch die zweiwöchige Länderspielpause hatte das neue Trainergespann Hannes Wolf und Peter Hermann Zeit, um die Mannschaft kennenzulernen und auf die Pflichtaufgabe Schalke einzustellen. Die Werkself servierte nicht ihren besten Fußball, glänzte aber in entscheidenden Momenten durch ihre individuelle Klasse. Vor allem die beiden Torvorlagen von Kerem Demirbay und Florian Wirtz sind hier zu nennen. Demirbay analysierte das erste Spiel unter Wolf wie folgt: "Wir sind zufrieden, dass wir gewonnen haben. Dass wir besser Fußball spielen können, wissen wir. Aber man darf einfach auch nicht vergessen, dass es unser erstes Spiel unter einem neuen Trainer war..."

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Durch den Heimdreier festigen die Leverkusener Rang sechs, punktgleich mit Dortmund (beide 43 Punkte) auf Platz fünf. Frankfurt scheint auf Position vier mit 50 Zählern aktuell recht weit weg, wenngleich noch sieben Spiele zu absolvieren sind. Wenn das Trainerduo Wolf und Hermann es schafft, die Werkself defensiv zu stabilisieren und die Offensivmaschine wieder anzuwerfen, sollte Bayer zumindest den Europa-League-Platz unter Dach und Fach bringen.

5) Der Abstiegskampf bleibt eng

Mit dem, was er gesehen hatte, war Frank Kramer grundsätzlich einverstanden. Nach dem 1:1-Unentschieden beim 1. FSV Mainz 05 sagte der Trainer von Aufsteiger Arminia Bielefeld: "Es war ein sehr intensives Spiel, wie es von zwei Teams im Kampf um den Klassenerhalt erwartbar war. Wir müssen in der Bundesliga für jeden Punkt hart arbeiten und die richtige Einstellung an den Tag bringen. Das haben wir heute getan." Die Einstellung stimmte bei den Ostwestfalen, das Ergebnis aber lässt beide Mannschaften im Kampf um den Klassenerhalt auf der Stelle treten. Statt sich aus der bedrohlichen Zone abzusetzen, müssen sowohl die Rheinhessen, als auch die Ostwestfalen weiter bangen. Das Positive: Das Rennen um den Verbleib in der Bundesliga bleibt packend.

Denn an der Einstellung mangelt es offenbar keinem der Teams, wie auch die Aussagen zweier Mainzer belegen. "Wir waren insgesamt gefährlicher und haben uns mehr Chancen erspielt. Das ist dann ärgerlich, dass wir nur einen Punkt mitnehmen", sagte etwa 05-Angreifer Jonathan Burkardt. Und Philipp Mwene fügte selbstkritisch hinzu: "Wir haben vorne viele Nadelstiche setzen können, machen aber nur ein Tor, das ist ärgerlich! Wir müssen unsere Chancen nutzen!"

>>> Die Tabelle nach dem 27. Spieltag

Während in Mainz und Bielefeld jeweils Enttäuschung über den Zähler herrschten, war der 27. Spieltag für den 1. FC Köln überaus bitter. Die Geißböcke verloren das Auswärtsspiel beim VfL Wolfsburg mit 0:1. "Wir sind niedergeschlagen", gab Trainer Markus Gisdol anschließend zu und schickte ein Versprechen nach: "Aber wenn wir die Leistungen der vergangenen beiden Spiele bestätigen, werden wir punkten."