Robert Lewandowski, die Offensive von Borussia Dortmund und Bruno Labbadia prägen den 26. Bundesliga-Spieltag - © Fotos imago images / DFL
Robert Lewandowski, die Offensive von Borussia Dortmund und Bruno Labbadia prägen den 26. Bundesliga-Spieltag - © Fotos imago images / DFL
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27. Spieltag im Fokus: Darüber spricht die Bundesliga

Vor dem Klassiker zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München marschieren die beiden Spitzenteams der Bundesliga im Gleichschritt. Das Verfolgerduell des Wochenendes geht derweil an Bayer Leverkusen und Werder Bremen sendet ein Lebenszeichen aus dem Tabellenkeller – die Themen des 27. Spieltags.

1) Bayern macht es spektakulär

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Thomas Müller brachte es nach dem Spiel gegen Eintracht Frankfurt auf den Punkt: "Wir marschieren, Dortmund marschiert - da können wir uns freuen auf Dienstag", sagte der beste Vorlagengeber der Bundesliga in der aktuellen Spielzeit (17 Assists). Zuvor war es im Heimspiel gegen die SGE zwischendurch dramatischer zugegangen, als es dem Tabellenführer lieb sein konnte. Nach einer scheinbar komfortablen 3:0-Führung fiel der Rekordmeister in einen Sekundenschlaf, den Martin Hinteregger mit einem Doppelpack bestrafte.

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Danach drehten die Münchner aber auf und gewannen letztlich deutlich mit 5:2. Am Dienstagabend in Dortmund könnte eine kurze Schwächephase aber schwerer bestraft werden. "Da müssen wir ganz klar drüber sprechen, das geht nicht", sagte Leon Goretzka und fügte mit Blick auf Dortmund hinzu: "Das müssen wir dringend abstellen!" Jetzt geht es ins Ruhrgebiet und da fahren die Münchner mit dem Selbstvertrauen von zwölf Siegen aus den letzten 13 Bundesliga-Spielen hin. "Wir haben jetzt eine Position der Stärke", meinte Trainer Hansi Flick angesichts der weiter vier Punkte Vorsprung des Tabellenführers auf den schärfsten Herausforderer. Ein derartiges Polster hat der Rekordmeister zu einem so späten Saison-Zeitpunkt noch nie verspielt.

Der FC Bayern schießt sich gegen Frankfurt in Stimmung für den Klassiker - ANDREAS GEBERT/POOL/AFP via Getty Images

2) Borussia Dortmund macht seine Hausaufgaben vor dem Klassiker gegen Bayern

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Überfallartig kontert Borussia Dortmund den VfL Wolfsburg in der 78. Minute aus. Der frisch eingewechselte Jadon Sancho dribbelt von der Mittellinie bis zum Strafraum der Wölfe und bedient dann den Super-Sprinter Achraf Hakimi, der den flotten Engländer auf rechts hinterlaufen hatte. Überlegt schiebt der Marokkaner den Ball zum entscheidenden 2:0 für die Borussia ins Tor und sichert so den sechsten Bundesliga-Dreier in Serie für den BVB. Den ersten Treffer der Schwarz-Gelben erzielte Hakimis Pendant auf der linken Seite: Raphael Guerreiro, der bereits am vergangenen Wochenende im Revierderby gegen den FC Schalke 04 doppelt traf.

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In seinen ersten drei Jahren in der Bundesliga waren es neun Treffer für Guerreiro. Die temporeiche, formstarke Flügelzange ist ein wahres Faustpfand für Borussia Dortmund für das anstehende Spitzenspiel gegen den FC Bayern München, das am Dienstag stattfinden wird. Auch hinten steht die Borussia sicher: In den vergangenen sechs Bundesliga-Spielen kassierte Schwarz-Gelb erst einen Treffer, beim 2:1-Sieg beim Top-Team Borussia Mönchengladbach. Eines ist klar: Das Team von Lucien Favre ist bereit für den Klassiker, den Showdown im Kampf um die Meisterschaft.

3) Werder Bremen sendet Lebenszeichen im Abstiegskampf

Werder Bremen kann aufatmen. Gegen den Sport-Club Freiburg gab es einen 1:0-Erfolg - der erste seit 126 Tagen für die Mannschaft von Florian Kohfeldt, die sich diesen Sieg hart erkämpfte. Am Ende hatten die Bremer das Glück des Tüchtigen, in der spannenden Schlussphase spielten sie nach Gelb-Rot gegen Philipp Bargfrede in Unterzahl, ein Gegentor von Freiburg wurde wegen Abseits aberkannt und der überragende Jiri Pavlenka hielt, was er halten konnte. Leonardo Bittencourt hatte bereits nach 19 Minuten das Tor für Bremen erzielt.

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Die Erleichterung war den Bremern nach dem Schlusspfiff deutlich anzuesehen. "Wir wussten alle um die Wichtigkeit dieses Spiels", sagte etwa der Torschütze des Tages Bittencourt. "Das tut gut, dieses Spiel zu gewinnen." Und auch der Trainer atmete auf: "Wir haben alle Emotionen reingeworfen, die uns zur Verfügung stehen. Es war ein erster Schritt", sagte Kohfeldt: "Wir müssen jetzt in diesem Modus bleiben."

Die Hanseaten hoffen auf Platz 17 weiter auf den Klassenerhalt. Immerhin hat Werder Bremen noch das Nachholspiel gegen Eintracht Frankfurt in der Hinterhand.

Kai Havertz glänzt beim Leverkusener Auswärtssieg in Mönchengladbach - INA FASSBENDER/POOL/AFP via Getty Images

4) Leverkusen untermauert Champions-League-Ambition - Havertz überragt schon wieder

Bayer 04 Leverkusen hat das Duell mit Konkurrent Mönchengladbach auswärts eindrucksvoll für sich entschieden - und damit ein Ausrufezeichen im oberen Tabellendrittel gesetzt: Die Werkself überholte die Fohlen und befindet sich jetzt auf Champions-League-Kurs. Herausragender Spieler beim 3:1 war erneut Kai Havertz, der bereits am Montag beim 4:1 in Bremen einen Doppelpack geschnürt hatte - und das nun wieder tat."Wir sind glücklich über den Sieg", sagte Havertz nach dem Abpfiff. "Wir haben uns vorgenommen, zu gewinnen - das haben wir getan. Wir mussten alles raushauen und ich glaube, wir haben am Ende verdient gewonnen."

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Für das "verdient" sorgte vor allem der Matchwinner, der zwei Tore erzielte und zudem einmal nur an der Latte scheiterte. Der Nationalspieler traf erstmals in seiner noch jungen Karriere in zwei aufeinanderfolgenden Bundesliga-Partien doppelt. Leverkusen und Havertz unterstrichen mit dem Erfolg, in was für einer ausgezeichneten Form sie sich befinden. Bayer ist mittlerweile seit zwölf Pflichtspielen ungeschlagen, elf Dreier gab es dabei sogar. Havertz war in den letzten zehn Pflichtspielen immer mindestens an einem Treffer beteiligt, schoss bereits sein achtes Tor in der Bundesliga-Rückrunde (bei insgesamt zehn Saisontreffern in der Bundesliga). Mit der Werkself sollte im Endspurt der Spielzeit zu rechnen sein - und wenn es so weitergeht in der nächsten Saison auch in der Champions League.

5) Labbadia haucht Hertha Leben ein

Der Start für Bruno Labbadia bei Hertha BSC fand unter erschwerten Bedingungen statt, denn schließlich dauerte es eine ganze Weile, bis er sein Team unter einigermaßen normalen Bedingungen zumTraining bitten durfte. "Wir haben die vier Wochen ohne Mannschaftstraining sehr, sehr gut genutzt", so der Berliner Trainer, der vom überzeugenden Erfolg im Stadtderby gegen Union Berlin dann aber selbst überrascht war: "Es war nicht zu erwarten, dass wir schon so weit sind, dass wir diese Geduld aufzeigen, und auch so überzeugend im Ballbesitz sind." Für Labbadia war es der zweite Sieg im zweiten Spiel mit der Alten Dame. So gut ist zuletzt Falko Götz 2002 in eine Hertha-Amtszeit gestartet.

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Ein großer Gewinner des Trainerwechsels ist Vedad Ibisevic. Der Routinier ist unter Labbadia wieder erste Wahl und traf sowohl beim Auswärtssieg in Hoffenheim als auch beim Heimsieg gegen Union. Aber auch spielerisch präsentierte sich der Bosnier wie zu besten Zeiten, spielte nach seinem Führungstreffer erst den Pass zum 2:0 von Lukebakio und bereitete mit einer klugen Ablage dann noch das 3:0 von Matheus Cunha vor. "Ich weiß, dass er ein Torjäger ist. Das verlernt man nicht", sagte der ehemalige Mittelstürmer Labbadia. Ibisevic erwiderte: "Er hat mir eine faire Chance gegeben, und die habe ich nun genutzt." Auch dank dieser perfekten Verbindung ist die Hertha jetzt deutlich im Aufwind.