Sorgten am Wochenende für Ausrufezeichen: Amin Younes, Erling Haaland und Marcel Sabitzer - © Jan Huebner/Tim Rehbein/RHR-FOTO/imago images/Filip Singer/Getty Images
Sorgten am Wochenende für Ausrufezeichen: Amin Younes, Erling Haaland und Marcel Sabitzer - © Jan Huebner/Tim Rehbein/RHR-FOTO/imago images/Filip Singer/Getty Images
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22. Spieltag im Fokus: Darüber spricht die Bundesliga

Eintracht Frankfurt schlägt den FC Bayern München im Spitzenspiel, Borussia Dortmund glänzt im Derby gegen den FC Schalke 04 und RB Leipzig macht das Meisterrennen spannend - die Themen des 22. Bundesliga-Spieltags.

1) Eintracht Frankfurt auch von Bayern nicht zu stoppen

Eintracht Frankfurt ist einfach nicht zu stoppen, aktuell auch nicht vom Klubweltmeister. Beim 2:1 gegen den FC Bayern feierte das Team von Adi Hütter den fünften Sieg in Folge, ist nun seit elf Ligaspielen ungeschlagen. Mit einem atemberaubenden Offensiv-Feuerwerk, gekrönt von einem Traumtor durch Amin Younes, schoss die Eintracht in der ersten Halbzeit einen Zwei-Tore-Vorsprung heraus. Den konnte ein Sturmlauf der Gäste nach dem Seitenwechsel zwar verkürzen, aber nicht aufholen - die drei Punkte blieben in Hessen.

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Ironie der Tabelle: Trotz des Big Points gegen den amtierenden Meister rutscht die Eintracht von Platz 3 auf 4 - nach dem 3:0-Sieg in Bielefeld weist der VfL Wolfsburg nun die knapp bessere Tordifferenz auf. Wesentlicher aber: Der Abstand zum ersten Nicht-Champions-League-Platz wurde auch im Spiel gegen den vermeintlich härtesten Gegner zumindest gehalten.

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"Die Bayern haben am Anfang wohl nicht damit gerechnet, dass wir im Moment so stark sind", sagte Abwehrchef Martin Hinteregger nach dem Spiel. Spätestens nach diesem Ausrufezeichen im Spitzenspiel weiß nun die ganze Bundesliga: In der aktuellen Form ist die Eintracht fast nicht zu schlagen.

2) Dortmund glänzt im Revierderby

Borussia Dortmund hat das Revierderby gegen den Erzrivalen Schalke 04 souverän mit 4:0 gewonnen. Die Mannschaft von Trainer Edin Terzic ließ auswärts in Gelsenkirchen nichts anbrennen. Jadon Sancho, Raphael Guerreiro und Erling Haaland mit einem Doppelpack sorgten mit ihren Toren für den Auswärtssieg der Schwarz-Gelben. Die akut abstiegsbedrohten Königsblauen konnten dem BVB kaum Paroli bieten - lediglich zu Beginn der zweiten Halbzeit kamen die Schalker mal gefährlich vor das Dortmunder Tor. Die Gäste reagierten darauf souverän und erhöhten prompt auf 3:0, ehe Haaland in der Schlussphase dann den Endstand herstellte.

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"Sowohl das Ergebnis als auch die Leistung macht uns sehr zufrieden. Wenn man gewinnt, tut es immer gut. Wenn man dann hier gewinnt, als Borusse und in der Art und Weise, dann freut man sich aber natürlich besonders", sagte BVB-Trainer Terzic nach der Partie über den Auftritt seiner Mannschaft. "Das ist, was wir uns vorstellen, dass wir immer so auftreten wie in Sevilla oder hier. Wir sind in einem Prozess, das braucht natürlich Zeit." Auf Seiten der Königsblauen wollte man "nichts beschönigen", erklärte Trainer Christian Gross. "Nach der Pause habe ich es mit einer neuen Anordnung versucht, da kam der Pfostenschuss, dann hat das 3:0 das Spiel entschieden."

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Über den Abstieg ist zwar noch nicht entschieden, dennoch wird es für Schalke langsam eng. Nach der Derbypleite liegen die Knappen weiterhin auf Rang 18 - mit neun Punkten Rückstand auf Platz 15. Derartige Sorgen haben die Derbysieger aus Dortmund freilich nicht. Dennoch will auch die Mannschaft um Torjäger Haaland ganz sicher noch ein bisschen aufholen, um im nächsten Jahr in der Champions League mit dabei zu sein. Mit 34 Punkten liegt der BVB nun auf Rang sechs und damit sechs Zähler hinter Eintracht Frankfurt auf Rang vier.

3) Mainz beweist Moral in Gladbach

Nach einer gelungenen Mainzer Abwehraktion an der Seitenlinie ließ sich Bo Svensson zu einer eher unüblichen Tat hinreißen. Der Trainer des 1. FSV Mainz 05 nahm den Ball, der ihm vor die Füße gerollt war, hielt ihn vor das Gesicht und gab ihm einen Kuss. Als wolle er das Spielgerät beschwören, in den folgenden Minuten noch etwas Besonderes zu tun. Was auch immer der Coach der Rheinhessen dem Kunstleder eingehaucht hatte: Es funktionierte. Irgendwie. Unerwartet. Dafür aber mit einer Wucht, die sich aus all dem Beschwerlichen, das die Mainzer vor der Siegesparty auf dem Gladbacher Rasen hatten erleben müssen, zusammengeballt hatte. Kevin Stöger war es, der die Emotionen seiner Mitspieler und die des gesamten Funktionsstabs explodieren ließ, als er Fohlen-Keeper Yann Sommer aus anspruchsvoller Lage zum 2:1-Siegtreffer der Gäste überwand. Ein Tor, das aus dem Nichts fiel, das das Spiel entschied und das den Mainzern im Kampf um den Klassenerhalt ein bisschen mehr Luft verschafft.

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"Es hat sich angefühlt wie 90 Minuten leiden", sagte Verteidiger Danny da Costa nach dem Schlusspfiff erleichtert und erschöpft: "Wir mussten wirklich sehr viel investieren, um gegen Gladbach zu bestehen, haben es aber gut hinbekommen und mit dem nötigen Glück den Sieg geholt." Dass da Costa das Glück auf der Seite der Gäste wähnte, sprach für die Leihgabe von Eintracht Frankfurt. Der Verteidiger gab sich bescheiden, obschon sein Team im zweiten Durchgang keine Chance der offensivstarken Fohlen mehr zugelassen hatte. Alles war auf die Defensivarbeit ausgelegt, so dass die Angreifer etwas zu kurz kamen. Da Costa berücksichtigte das: "Riesen Respekt auch an Karim und Adam (Onisiwo und Szalai, Anm. d. Red.). Die waren häufig auf sich gestellt und haben uns extrem viel abgenommen, damit wir hinten auch mal durchschnaufen konnten. Sie haben sich in den Dienst der Mannschaft gestellt."

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Schließlich war es ein Sieg der Mainzer Moral, die die Mannschaft über die gesamte Spielzeit gezeigt hatte. Das fand auch Sportvorstand Christian Heidel: "Das Wichtigste ist, dass die Mannschaft wieder alles reingeworfen hat. Jetzt sind wir einen kleinen Schritt weiter. Gewonnen haben wir noch nichts, aber weiter an Zuversicht gewonnen.“ Für den Moment aber wollte vor allem Siegtorschütze Stöger den Moment auskosten: "Hier mit drei Punkten nach Hause zu fahren ist natürlich sehr geil. Ich denke die Mannschaft hat sich das erarbeitet und auch verdient. Ich freu mich einfach für die ganze Mannschaft."

4) Stuttgart überzeugt weiterhin auswärts

Der Größte der Bundesliga hat es schon wieder getan – und schon wieder hat ihm Borna Sosa assistiert: Sasa Kalajdzic sorgte mit einem gefühlvollen Kopfball dafür, dass der VfB Stuttgart drei Punkte beim 1. FC Köln entführen konnte. Der Österreicher, mit zwei Metern Körpergröße der größte Spieler der Bundesliga, traf somit im vierten Spiel in Folge. Schon im Spiel gegen die Hertha und gegen Mainz führte die Sosa-Kalajdzic-Kombo zu einem Treffer für die Schwaben. "Borna hat wieder eine geile Flanke auf mich gebracht. Gottseidank konnte ich die verwerten", sagte der Matchwinner nach der Partie.

Mit dem Dreier in Köln steht der VfB mit 29 Punkten nicht nur im gesicherten Mittelfeld der Tabelle, zudem blieb der Aufsteiger zum dritten Mal in dieser Saison ohne Gegentor. Der Sieg in Köln unterstrich zudem die große Auswärtsstärke des Teams von Coach Pellegrino Matarazzo, der diese Woche erst seinen Vertrag beim VfB bis zum 30. Juni 2024 verlängert hat: 20 Zähler holten sie auf des Gegners Platz – damit sind die Schwaben dritter in der Auswärtstabelle. Elf Punkte Vorsprung haben die Schwaben nun auf Platz 16. Die kommenden Gegner des VfB: Schalke (H), Frankfurt (A) und Hoffenheim (H) – mit sechs Zählern aus diesen Partien könnten die Schwaben wohl schon mal mit dem Klassenverbleib planen.

5) Leipzig macht das Meisterrennen wieder spannend

Der große Nutznießer der 1:2-Niederlage des FC Bayern ist RB Leipzig: Das Team von Julian Nagelsmann sicherte sich am Sonntag mit einem souveränen 3:0 einen Dreier bei Hertha BSC. Die Sachsen kommen nun auf 47 Punkte - und sind damit nur noch zwei hinter München! Der Kampf um die Deutsche Meisterschaft wird somit wieder spannend. "Es war nicht zu erwarten, dass Bayern fünf Punkte liegen lässt. Wir mussten unsere Leistung bringen und dran bleiben - das haben wir getan. Ein sehr wichtiger Dreier", sagte ein sichtlich zufriedener Marcel Sabitzer nach dem Spiel.

>>> Die Bundesliga-Tabelle

Gegen die Hertha sorgten ein regelrechter Distanzkracher vom Leipziger Kapitän (Sabitzer: "Das war unser Dosenöffner.") (28.) sowie ein ebenso wuchtiger Abschluss von Nordi Mukiele (71.) und ein präziser Kopfball von Willi Orban (84.) für den Sieg. Der Champions-League-Achtelfinalist stellt weiterhin die beste Abwehr der Liga, hat erst 18 Gegentreffer kassiert. Zudem konnte Peter Gulacsi in 22 Spielen elf Mal die Null halten. "Es macht Spaß bei uns Fußball zu spielen. Klar, wir spielen vorne mit und haben uns etwas abgesetzt von Platz 3 bis 5 - aber wir müssen weiter dranbleiben", forderte Sabitzer, der zudem noch das 3:0 Orbans auflegte.

"Egal, wie die Situation in der Liga ist, und egal, wie wir unter der Woche gespielt haben, wir sind immer genau gleich motiviert zu gewinnen!", sagte Yussuf Poulsen und gab sich zudem kämpferisch: "Wir nehmen den Fight in der Bundesliga natürlich gerne an und freuen uns, dass es mit den vier Teams in der Spitze zu einem engen Kampf kommt." Dank des verdienten Sieges in Berlin haben die Leipziger und die Bayern nun die besten Karten im Meisterrennen.