Enge Duelle und Jubel am 21. Bundesliga-Spieltag - © imago images / Getty Images / imago images (App: imago images)
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21. Spieltag im Fokus: Darüber spricht die Bundesliga

Unentschieden am Fließband, Eintracht Frankfurt ist auf Champions-League-Kurs und der 1. FSV Mainz 05 beweist Moral - die Themen des 21. Bundesliga-Spieltags.

1) SGE weiter auf Champions-League-Kurs

Für Eintracht Frankfurt rückt die erstmalige Qualifikation zur Champions League in greifbare Nähe. Am 21. Spieltag machte die Mannschaft von Trainer Adi Hütter weitere zwei Punkte auf die Verfolger Bayer 04 Leverkusen und Borussia Dortmund gut. Während die Werkself gegen Mainz und der BVB gegen Hoffenheim jeweils 2:2 spielten, gewann die SGE ihr Heimspiel gegen den 1. FC Köln mit 2:0.

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Mann des Tages war einmal mehr Andre Silva: Der Angreifer erzielte das Führungstor gegen den FC, es war sein 18. Treffer in dieser Bundesliga-Saison. Der Portugiese befindet sich absoluter Top-Form, traf im Jahr 2021 häufiger als Robert Lewandowski und ist weiter auf den Spuren der Frankfurter Legende Bernd Hölzenbein. Der Weltmeister hält mit 26 Saisontreffern den Frankfurter Torrekord, aufgestellt in der Spielzeit 1976/77. Silva bleiben 13 Spiele, um diese Marke zu knacken.

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Doch nicht nur Silva, sondern die gesamte Eintracht hat noch viel vor. Frankfurt holte bisher sieben Siege und ein Remis aus den acht Bundesliga-Spielen des Jahres 2021. Wenn die Mannschaft diese Serie fortsetzen kann, dann wird im Mai der Einzug in die Champions League gefeiert. Der nächste Gegner auf dem Weg dorthin ist am kommenden Samstag der FC Bayern München.

2) Sieben Remis an einem Spieltag

Als am Sonntagabend in der kalten Volkswagen Arena in Wolfsburg der Abpfiff erklang, passierte etwas Besonderes. Denn: Es war kein normales 0:0 zwischen dem VfL Wolfsburg und Borussia Mönchengladbach. Durch diese Punkteteilung hat es am 21. Spieltag bereits sechs Remis gegeben.

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Das ist ein seltener Wert in der Bundesliga: Sechs Unentschieden an einem Spieltag gab es zuletzt in der Saison 2011/12. Da der DSC Arminia Bielefeld am Montag die Überraschung schaffte und sich einen Zähler beim frischgebackenen Weltpokalsieger FC Bayern München sicherte, wurden es sogar noch sieben Remis. Mehr gab es in der Bundesliga-Geschichte noch nie an einem Spieltag.

Nur RB Leipzig (2:1 gegen Augsburg) und Eintracht Frankfurt (2:0 gegen Köln) konnten an diesem Spieltag gewinnen. Leipzig hat nun fünf Punkte Vorsprung auf Platz drei. Auf diesem befindet sich die SGE, die Wolfsburg überflügeln konnte und nun drei Punkte Vorsprung auf den Fünften Leverkusen aufweisen kann.

3) Jubilar Khedira und Rekordmann Netz - Herthas Joker stechen

Rundum zufrieden war Trainer Pal Dardai nach dem Punktgewinn von Hertha BSC beim 1:1 in Stuttgart nicht. Dafür hatte sein Team in den ersten 45 Minuten zu wenig gezeigt, vor allem im Spiel nach vorne. "Die erste Halbzeit haben wir hergeschenkt", analysierte der Ungar nach Schlusspfiff. Als die Sprache auf den verdienten Ausgleichstreffer kam, huschte ihm aber doch ein Lächeln über die Lippen. Mit Vorbereiter Sami Khedira und Torschütze Luca Netz hatte er das Tor zum Punktgewinn quasi eingewechselt. "Sami war meine Patrone. Wir brauchen die Stabilität, die er ausstrahlt."

Für den Weltmeister von 2014, der bei der Rückkehr an alte Wirkungsstätte sein 100. Bundesligaspiel bestritt (98 für den VfB), war der Assist eine schöne und im Abstiegskampf sehr wertvolle Pointe. Sein Chip-Pass erreichte den wenige Sekunden zuvor eingewechselten Luca Netz, der den Ball an Kobel vorbei ins Tor bugsierte. "Die Freude ist riesig", freute sich der 17-Jährige, der durch den Treffer zum Endstand zum jüngsten Torschützen der Clubgeschichte wurde. "Natürlich wäre es schöner gewesen, wenn wir noch gewonnen hätten. Aber ich bin echt glücklich, mein erstes Tor geschossen zu haben."

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So professionell wie sich Herthas Eigengewächs im Interview gab, erlebt der strenge Dardai seinen Linksverteidiger auch auf dem Trainingsplatz: "Er ist ein guter Junge, ein fleißiger Junge und keiner, der nächste Woche mit einem Ferrari vor die Kabine kommt." Vorher soll er seiner Hertha mindestens noch ein paar weitere Punkte im Abstiegskampf sichern.

Historisches Tor: Der junge Luca Netz trifft für Hertha BSC gegen den VfB Stuttgart - Michael Weber IMAGEPOWER via www.imago-images.de/imago images/Michael Weber

4) 2:2 nach 0:2! Mainz mit der richtigen Moral im Abstiegskampf

Der 1. FSV Mainz 05 hat sich trotz eines 0:2-Rückstandes bei Bayer 04 Leverkusen nicht beirren lassen und durch einen Lucky Punch zum 2:2 noch einen Punkt entführt. Dabei sah es nach der ersten Halbzeit keineswegs danach aus, als würden die 05er gegen die Werkself etwas Zählbares mitnehmen. Bayer wirkte sehr dominant, Mainz war quasi nur im Verteidigungsmodus. Folgerichtig gingen die Leverkusener mit der 1:0-Führung durch Lucas Alario in die Pause. In Hälfte zwei war allerdings eine komplett andere Mainzer Mannschaft zu sehen. Mutig spielte der FSV nach vorne, Bayer wirkte passiv. Zeitweise gab es Chancen im Minutentakt für die Gäste.

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Immer wieder rannten die Mainzer an. Unter anderem Leandro Barreiro und Karim Onisiwo verwerteten klarste Torchancen nicht. Das Tor schien wie vernagelt. Aber ans Aufgeben dachte bei den 05ern niemand. Auch nicht nach dem 2:0 von Patrik Schick in der 84. Spielminute. Mainz wusste: Irgendwann musste der Ball ins Tor! Selbstbewusst gingen sie in die Vollen. Mit Robert-Nesta Glatzel und Kevin Stöger kamen zwei torgefährliche Spieler ins Team.

Der Mainzer Cheftrainer Bo Svensson bewies mit diesen Hereinnahmen ein goldenes Händchen. Nach einer überragenden Vorlage des Innenverteidigers Moussa Niakhate, der nur noch vorne zu finden war, machte Winterneuzugang Glatzel das Spiel zunächst noch mal spannend. Eine Minute vor Ablauf der regulären Spielzeit! Und es sollte fünf Minuten Nachspielzeit geben. Stefan Bells Flankenball klärte Sven Bender unzureichend. Stöger stand goldrichtig, ließ sich diese Chance nicht nehmen.

Mainz erweist sich in der Rückrunde als äußerst unangenehm für jeden Gegner, egal aus welcher Tabellenregion. Leipzig bekam das beispielsweise zu spüren, diesmal staunten die Leverkusener nicht schlecht über den unbändigen Willen der 05er. Mit dieser Moral und Kaltschnäuzigkeit sind die Mainzer allemal in der Lage, noch den Turnaround zu schaffen und die Liga zu halten.

5) Furioses 3:3 als Schlusspunkt des Spieltages

Was für ein Spiel! Der freche Aufsteiger DSC Arminia Bielefeld hat dem Sieger der FIFA-Klub-WM die Stirn geboten und einen Zähler aus München entführt. "Man hat gesehen, dass sie durchaus Fußball spielen können", sparte auch Hansi Flick, der Trainer des FC Bayern München, nicht an Lob für die Arminen.

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Der DSC agierte ungemein effizient: Drei der ersten vier Schüsse auf das Tor waren direkt drin! Vor allem überragend: Neuzugang Michel Vlap, der sein Debüt mit dem Tor zum 1:0 und der Vorlage zum 2:0 krönte. Das 2:0 kam von Amos Pieper, der dritte Treffer von Christian Gebauer - alle drei erzielten jeweils ihr erstes Bundesliga-Tor. Die Bayern steckten aber nicht auf, bewiesen eine "riesige Mentalität", wie Flick es ausdrückte.

Die Münchner egalisierten zwei Zwei-Tore-Führungen und haben nun schon 61 Saisontore erzielt - Vereinsrekord nach 21 Spieltagen. Die Bayern konnten sich nach ihrer anstrengenden Reise nach Katar, die am Donnerstag mit der Klubweltmeisterschaft gekrönt wurde, somit noch mit einem verdienten Punkt belohnen. Die Flick-Elf bleibt fünf Zähler vor Leipzig und hat weiterhin die besten Karten im Meisterschaftsrennen.