Frankfurt, Freiburg und Köln überzeugen am 20. Spieltag mit drei Siegen - © imago images / GettyImages
Frankfurt, Freiburg und Köln überzeugen am 20. Spieltag mit drei Siegen - © imago images / GettyImages
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20. Spieltag im Fokus: Darüber spricht die Bundesliga

Eintracht Frankfurt träumt von der Champions League, der 1. FC Köln entscheidet dank Elvis Rexhbecaj das rheinische Derby bei Borussia Mönchengladbach für sich, der Sport-Club Freiburg beendet seinen BVB-Fluch und der FC Bayern fliegt mit Rückenwind zur FIFA-Klub-WM - die Themen des 20. Bundesliga-Spieltags.

Im Stile einer Spitzenmannschaft: Frankfurt träumt nach dem 3:1 gegen die TSG von der Champions-League

Durch den 3:1-Auswärtssieg bei der TSG 1899 Hoffenheim ist Eintracht Frankfurt somit seit neun Spielen ungeschlagen. Sieben Siege, zwei Unentschieden und das fünfte Auswärtsspiel in Folge, bei dem die Adler doppelt getroffen haben – eine beeindruckende Serie. Und es scheint nicht so, als würde die SGE in dieser Saison noch groß einbrechen. Die Mannschaft ruft konstant gute Leistungen ab, die Offensive ist in beachtlicher Torlaune. Alleine in den letzten drei Spielen schoss Eintracht Frankfurt elf Tore. Die Belohnung ist Platz vier nach 20 gespielten Partien.

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Gegen die TSG 1899 Hoffenheim brachte Filip Kostic die Adler erst mit 1:0 in Führung, bereitete später das 2:1 von Evan Ndicka und das 3:1 von Andre Silva vor. Vor reichlich Defensivarbeit scheute sich Kostic ebenfalls nicht. Die Topform des linken Flügelspielers könnte unter anderem an der Rückkehr seines serbischen Kumpels Luka Jovic liegen. Das bestätigte Mannschaftskollege Sebastian Rode nach Abpfiff bei Sky: „Es macht schon den Eindruck, dass Filip im Training oder in der Kabine noch mehr lacht als sonst. Wenn so ein guter Freund zurückkommt, fühlt man sich gleich noch mal ein bisschen wohler. Das zeigt er auch auf dem Feld.“

Die SGE ist neben dem VfL Wolfsburg die Mannschaft der Stunde. Die Wölfe rangieren zwei Punkte vor den Adlern auf Rang drei. Die Patzer der Konkurrenz aus Mönchengladbach und Dortmund nutzten die Hessen aus. Vier Zähler Vorsprung haben sie vor den NRW-Rivalen. Innenverteidiger Martin Hinteregger sprach die klaren Ambitionen der SGE bei Sky aus: „Wir sind jetzt gut dabei. Wir schauen auf die Tabelle und wollen international spielen. Die Eintracht hat noch nie Champions-League gespielt. Das ist ein Riesentraum.“

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Cheftrainer Adi Hütter fuhr seit Beginn seiner SGE-Amtszeit sechs Siege gegen die TSG ein. Entsprechend zufrieden präsentierte er sich nach Schlusspfiff im Interview mit Sky, will dabei die Champions-League-Träume nicht bremsen: „Aktuell wäre es ein absoluter Traum. Es sind aber noch 14 Spiele zu spielen. Ich freue mich heute mal über diesen verdienten Sieg über die TSG. Wir werden uns jetzt auf Köln vorbereiten. Die sind sehr unangenehm und taktisch diszipliniert. Was ich nicht bremsen werde, ist die Euphorie und die ist da.“

2) 2:1 im Derby gegen Gladbach: Köln bleibt im Kampf um den Klassenerhalt stabil

Mit dem Derbysieg bei Borussia Mönchengladbach hat die Woche des 1. FC Köln eine äußerst positive Wendung genommen. Unter der Woche schied der FC unglücklich im Elfmeterschießen beim SSV Jahn Regensburg aus. Drei Tage litten die Kölner unter Pokalfrust, bis Doppelpacker Elvis Rexhbecaj beim 2:1 in Gladbach zum Derbyhelden avancierte. "Wir werden jetzt erstmal durchatmen und zwei Tage frei machen. Dann bereiten wir uns ab Mittwoch auf das nächste Spiel vor. Solche schwierigen Momente können einen noch mehr zusammenschweißen. Das sollte das Ziel sein: Aus einer extremen Situation, in der man sehr viel abwägt, kann man auch viel Gemeinschaft ziehen", zog FC-Geschäftsführer Horst Heldt am Tag nach dem Derby viel Positives aus einer ereignisreichen Woche.

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Köln erweist sich zunehmend als unangenehmer Gegner für spielerisch starke Teams. Nun musste Gladbach dran glauben. Dortmund machte ähnliche Erfahrung mit den Geißböcken. Der FC glänzt nicht durch spielerische Finesse, das Ergebnis steht klar im Vordergrund. Aus zum Teil wenigen klaren Torchancen verwerten die Rheinländer genug, um drei Punkte einzusammeln. Im Derby gegen Gladbach waren es drei Schüsse aufs Tor, zwei davon brachte Elvis Rexhbecaj im Tor unter. Die Leihgabe vom VfL Wolfsburg traf auch schon im Dezember beim 1:0 in Mainz, nun besorgte er den Derbysieg mit seinem Doppelpack fast im Alleingang. Mit 91 Prozent gewonnenen Zweikämpfen und zwei Toren war der 23-Jährige der Matchwinner gegen die Fohlen.

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Nach dem Abpfiff richtete der Linksfuß den Fokus schon wieder auf die anstehenden Aufgaben: "Aber morgen müssen wir das Spiel analysieren und uns die kritischen Szenen ansehen. Davon waren auch einige dabei. Dann müssen wir nächste Woche ganz normal weiterarbeiten. Wir müssen jede Woche für Punkte kämpfen. Wir sind nicht Bayern München." Mit 21 Punkten ist die Basis für den Klassenerhalt und die restlichen 14 Spiele gelegt. Vier Zähler vor Arminia Bielefeld auf Relegationsrang 16, satte acht vor Mainz 05 auf Tabellenplatz 17. Wenn die Kölner ihre Effektivität weiterhin hochhalten und die Kompaktheit beibehalten, könnte sich auch die Frankfurter Eintracht am kommenden Spieltag die Zähne ausbeißen.

3) Streich knackt den BVB

Fast elf Jahre musste der Sport-Club Freiburg sich gedulden – am 20. Spieltag war es dann endlich so weit. Die Breisgauer holten den ersten Sieg gegen Borussia Dortmund seit dem 8. Mai 2010. Doch nicht nur für den Verein, der am Samstag sein 700. Bundesliga-Spiel absolvierte, war die Wartezeit vorüber.

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Auch für Christian Streich, den dienstältesten Trainer der Bundesliga, dürfte das 2:1 gegen den BVB eine Erlösung gewesen sein. In bisher 16 Versuchen konnte Streich die Schwarz-Gelben nicht schlagen – im 17. Anlauf gelang es nun endlich. In einer intensiven Partie ging es torlos in die Halbzeitpause, in Durchgang zwei ebnete sich der SCF dann mit einem Doppelschlag den Weg zum Heimsieg: Zunächst traf Wooyeong Jeong, wenig später legte Jonathan Schmid ebenfalls per Distanzschuss nach. Youssoufa Moukoko sorgte für den Dortmunder Anschlusstreffer.

"Wir haben lange überlegt, mit welcher Taktik wir spielen", erklärte Streich nach der Partie. "Ich bin sehr, sehr froh, dass wir uns für diese Taktik entschieden haben. Und das Wichtige ist, dass die Jungs das dann auch umsetzen können." Mit dem Erfolg gegen den BVB schieben sich die Freiburger mit nun 30 Punkten auf Platz acht in der Tabelle – in Schlagdistanz zum Gegner vom Samstag auf dem sechsten Rang.

4) FC Bayern mit Rückenwind zur Klub-WM

Leicht hatte es der FC Bayern München zum Auftakt des 20. Spieltags nun wahrlich nicht: Im dichten Schneetreiben von Berlin verlangte Hertha BSC dem Tabellenführer am Freitagabend alles ab, am Ende stand jedoch ein 1:0-Arbeitssieg für den Rekordmeister auf der Anzeigetafel. Umjubelter Torschütze für den Champions-League-Sieger, der sich nach dem Spiel nach Katar zur FIFA-Klub-WM aufmachte, war Kingsley Coman, der mit einem abgefälschten Abschluss aus der Distanz den goldenen Treffer erzielte (21.).

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"Als wir den Platz betreten haben zum Aufwärmen und der Rasen schon so leicht geschmatzt hat, da hat man schon gerochen, dass es höchstwahrscheinlich ein Spiel wird, das auch hart umkämpft sein wird", sagte ein sichtlich gelöster Thomas Müller nach dem knappen Erfolg seiner Münchener, die darüber hinaus noch einen Strafstoß verschossen. Robert Lewandowski scheiterte nach Foul von Herthas Keeper Rune Jarstein an Leroy Sané vom Elfmeterpunkt am norwegischen Schlussmann der Berliner. Doch der FCB profitierte auch von der Chancenverwertung der Gastgeber: Kurz vor Schluss vergab Matheus Cunha sogar noch die große Möglichkeit auf den Ausgleich.

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Auch deshalb war Hansi Flick zufrieden mit dem Auftritt seines Teams "Wir wollten mit einem Sieg nach Katar abreisen. Jetzt wird es ein schöner Flug", frohlockte Bayerns Coach vor der Abreise zur FIFA-Klub-WM nach Doha, die sich dann doch etwas komplizierter als geplant entpuppte. Am Montag treffen die Bayern dort auf den Al Ahly SC aus Kairo, dem Gewinner der afrikanischen CAF Champions League. "Wir wollen versuchen, den nächsten Titel für den Club zu holen", sagte Trainer Hansi Flick: "Es wäre der sechste Titel innerhalb eines Jahres. Die Mannschaft würde damit Geschichte schreiben."

5) 5:2 -Leverkusen schießt sich den Pokalfrust von der Seele

Nach dem bitteren Aus im DFB-Pokal-Achtelfinale gegen Regionalligist Rot-Weiss Essen hat sich Bayer Leverkusen gegen den VfB Stuttgart den Frust von der Seele geschossen. Mit 5:2 (2:0) schickte die Werkself den offensivstarken Aufsteiger nach Hause, Kerem Demirbay eröffnete das Tor-Spektakel mit einem Doppelpack ein. Mit einer Reihe guter Torchancen hätte die Mannschaft von Peter Bosz das Spiel gegen überforderte Gäste schon vor der Halbzeit entscheiden können. Die Offensive um das kongeniale Flügel-Duo Moussa Diaby und Leon Bailey spielte sich phasenweise in einen Rausch und produzierte auch statistisch Spektakuläres.

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Florian Wirtz, Torschütze zum 4:2, wurde mit seinem Tor der erste U18-Spieler, der in der Bundesliga fünf Tore schießt. Neuzugang Demarai Gray schoss zehn Minuten nach seiner Einwechslung sein erstes Tor im ersten Bundesligaspiel. Unter dem Strich stand der höchste Bayer-Heimsieg dieser Saison.

Nach zuletzt zwei knappen Niederlagen gegen die direkten Konkurrenten Wolfsburg und Union Berlin war der spektakuläre Sieg zugleich Leverkusens Comeback im Rennen um die Champions League-Plätze. Mit nun 35 Punkten bleibt Bayer am Dritten Wolfsburg (38) dran und setzt Frankfurt bei deren Spiel in Hoffenheim unter Zugzwang. Dortmund (32) ließ in Freiburg Federn. Vergessen

>>> Leverkusen gewinnt 7-Tore-Spektakel gegen Stuttgart

Vergessen ist das Pokalaus in Essen damit freilich nicht. Doch nach dem überzeugenden 5:2 können die Leverkusener Saisonziele in Bundesliga und Europa League nicht nur erreicht, sondern auch mit begründetem Optimismus angegangen werden.