Es war jener 20. Mai 2000, der den Platz der SpVgg Unterhaching in den Geschichtsbüchern der Bundesliga für alle Zeiten zementierte.

Der kleine Vorortclub aus dem Südosten Münchens hatte Bayer Leverkusen am letzten Spieltag aus allen Meisterschaftsträumen gerissen und dem großen Nachbarn Bayern München in einem spektakulären Saisonfinale zum 16. Titelgewinn verholfen.

Während im Olympiastadion nach dem 3:1 gegen Werder Bremen die improvisierte Meisterfete begann, flossen 15 km Luftlinie entfernt im Hachinger Sportpark reichlich Tränen. Das 0:2 in Unterhaching hatte Leverkusen nach dem Herzschlagfinale in einen kollektiven Schockzustand versetzt. "In der Kabine war eine Stimmung wie auf dem Zentralfriedhof in Chicago", sagte der damalige Bayer-Trainer Christoph Daum völlig zerknirscht.

Lob von den Bayern

Ausgerechnet der spätere FC-Bayern-Mittelfeldstar Michael Ballack war mit einem Eigentor zum 0:1 der Wegbereiter für die überraschende Bayer-Pleite im Hachinger Sportpark. Beim FC Bayern wusste man indes, bei wem man sich für die überraschende Meisterschaft zu bedanken hatte.

"Die SpVgg Unterhaching hat Sensationelles geleistet, die haben Fußball-Geschichte geschrieben, die werden immer in der Münchner Fußball-Geschichte verewigt sein", lobte Trainer Ottmar Hitzfeld den Aufsteiger überschwänglich.

Bereicherung der Bundesliga

In der folgenden Saison sollte Unterhaching erneut eine Rolle im Meisterschaftsfinale spielen, wenngleich nicht eine ganz so ausgeprägte. Am 34. Spieltag der Saison 2000/01 machte die SpVgg dem FC Schalke 04 das Leben schwer. Die "Knappen" siegten zwar 5:3 (nach zweimaligem Rückstand), mussten aber miterleben, wie der FC Bayern in letzter Sekunde den fehlenden Punkt zur Meisterschaft beim HSV noch einfuhr.

Für Haching war das Spiel auf Schalke der Abschied aus der Bundesliga. Es folgte sogar der direkte Gang in die Drittklassigkeit. Eine Bereicherung für die Bundesliga war die Spielvereinigung aus der 20.000-Seelen-Gemeinde Unterhaching mit dem kleinen Stadion inmitten von Schrebergärten aber allemal. Vom Kultclub war zwei Jahre lang die Rede. "Wir liefern den Stoff aus dem die Träume sind. Die Bundesliga ist um ein Kapitel reicher", hatte der ehemalige Coach Lorenz-Günther Köstner festgestellt.