Der deutsche Rekordmeister Bayern München hat schon viele Schlagzeilen produziert. Doch was am 10. März 1998 im kleinen Presseraum an der Säbener Straße passiert war, genießt Kultcharakter. Damals trat ein sichtlich verärgerter Trainer Giovanni Trapattoni vor die Presse und lieferte in nicht einmal drei Minuten die wohl spektakulärste Rede in 40 Jahren Bundesliga.

Bruchstückhafte Aussagen des Italieners wie "Flasche leer", "was erlauben Strunz" oder "ich habe fertig" sind inzwischen zum Allgemeingut der deutschen Sprache geworden.

Zettelwirtschaft

Bayern-Pressechef Markus Hörwick erinnert sich, dass Trapattoni vor der täglichen Pressekonferenz plötzlich sechs handgeschriebene Zettel aus der Tasche zog: "Ich ahnte Fürchterliches. Was konnte ich noch tun? Die Pressekonferenz absagen?" Die Pressekonferenz fand statt und wurde zur Legende.

Trapattoni, bis dahin nur als Gentleman in Erscheinung getreten, hatte sich dermaßen über Kritik seiner damaligen Profis Thomas Strunz, Mehmet Scholl und Mario Basler über die Mannschaftsaufstellung geärgert, dass es zu diesem Ausbruch gekommen war.

Hier einige Auszüge aus diesem Stück Bundesliga-Geschichte:

"Es gibt im Moment in diese Mannschaft, oh, einige Spieler vergessen ihren Profi was sie sind... Ist klar diese Wörter, ist möglich verstehen, was ich hab' gesagt? Danke... Ein Trainer ist nicht ein Idiot! Ein Trainer sehen, was passieren in Platz. In diese Spiel es waren zwei, drei oder vier Spieler, die waren schwach wie eine Flasche leer!... Struuunz! Strunz ist zwei Jahre hier, hat gespielt zehn Spiele, ist immer verletzt. Was erlauben Strunz?!... Ich bin müde jetzt Vater diese Spieler, eh..., verteidige immer diese Spieler. Ich habe immer die Schulde... über diese Spieler. Einer ist Mario, einer, ein anderer ist Mehmet. Strunz dagegen, egal, hat nur gespielt 25 Prozent diese Spiel!... Ich habe fertig!"