"Innerhalb der Gemeinschaft wird die Freizügigkeit der Arbeitnehmer hergestellt. Sie umfasst die Abschaffung jeder auf der Staatsangehörigkeit beruhenden unterschiedlichen Behandlung der Arbeitnehmer der Mitgliedstaaten."

Die Umsetzung von Artikel 48 mit der Öffnung des europäischen Binnenmarktes machte auch vor der Bundesliga nicht halt, wenn auch zunächst nur in kleinen Schritten.

So hieß es vor der 30. Saison: "Ausländer rein!" Erstmals drei statt zwei Ausländer pro Mannschaft durften ab sofort auf das Spielfeld geschickt werden. Zudem waren zwei der so genannten "Fußball-Deutschen", also Ausländer, die fünf Jahre einem deutschen Verein angehörten, ab sofort spielberechtigt.

Drei Europameister in der Bundesliga

Nahezu jeder Bundesliga-Club griff auf dem internationalen Transfermarkt nochmal zu, auch wenn spektakuläre Neuzugänge Mangelware blieben. Immerhin verschlug es die drei dänischen Europameister Kim Christofte (1. FC Köln) sowie Peter Nielsen und Johnny Mölby (beide Borussia Mönchengladbach) in die Bundesliga, während beim Hamburger SV die damals noch unbekannten Bulgaren Jordan Letchkov und Pavel Dotchev einen Vertrag erhielten.

Aber auch "Exoten" wie der Australier Ned Zelic (Borussia Dortmund) oder der Südkoreaner Yao-Soo Kim (VfL Bochum) fanden plötzlich den Weg in die Bundesliga.

Die neue Regelung war ein erster Schritt in Richtung "Multi-Kulti-Bundesliga", eine Vorstufe zum Bosman-Urteil im Jahr 1995, das schließlich alle Ausländerbeschränkungen für null und nichtig erklärte und den Profifußball fundamental veränderte.