Der Jugoslawe Petar Radenkovic war 1963 bei 1860 München der erste Star, der Peruaner Julio Baylon 1973 bei Fortuna Köln der erste dunkelhäutige Spieler, der Belgier Roger van Gool 1976 beim 1. FC Köln der erste Millionen-Einkauf.

Heute sind Ausländer in der Bundesliga das Salz in der Suppe, die Stars und Aushängeschilder. Eine Eliteklasse ohne die Brasilianer wie Lucio (Bayern München), Diego (Werder Bremen) oder Grafite (VfL Wolfsburg) oder Bayerns Weltstars Luca Toni (Italien) und Franck Ribery (Frankreich) wäre heute kaum noch vorstellbar.

Radenkovic, der "stürmende" Torwart

Der erste ausländische Star der Liga war bei der Gründung dagegen ein Torhüter, wenn in Radenkovic auch ein "stürmender". Durch seine Ausflüge aus dem Strafraum, die vor allem Trainer Max Merkel fast zur Weißglut brachten ("Alle Mätzchen sind zu unterlassen!") wurde der Jugoslawe zum Kultstar und Spitzenverdiener, lange bevor er sich auch auf anderen Spielwiesen austobte.

Sein Hit "Bin i 'Radi', bin i König" stürmte im April 1965 bis auf Platz 5 der deutschen Charts und verkaufte sich rund 400.000 Mal. 1965 und 1967 brachte "Radi", nach eigener Aussage "bestes Torwart der Welt", zwei Autobiographien auf den Markt.

"Ich danke Sie"

Originale waren auch die ausländischen Stars der frühen 1970er wie Willi "Ente" Lippens oder Hans "Buffy" Ettmayer. Der pummelige Österreicher in Stuttgarter Diensten, der ohne Probleme 20 Kugeln Eis verdrücken konnte, stoppte den Ball schon mal mit dem Hintern oder beschrieb Tore mit den Worten: "Ich hab mit links abgerotzt, da war die Kirsche drin."

Spaßvogel Lippens zeigte spätestens durch seinen Kurz-Dialog mit einem Schiedsrichter ("Ich verwarne ihn.") und seinem verbalen Konter, "Ich danke Sie", dass er nicht nur auf dem Rasen mit allen Wassern gewaschen war.

Ära der internationalen Stars begann

Der Däne Alan Simonsen bei Borussia Mönchengladbach oder der Engländer Kevin Keegan beim Hamburger SV läuteten ab Mitte der 1970er Jahre die Ära der internationalen Superstars im deutschen Oberhaus ein. Die heute noch anhaltende Welle der Stars aus Südamerika setzte 1988 der Brasilianer Tita in Leverkusen in Gang, Anthony Yeboah und Augustine "Jay-Jay" Okocha standen in den frühen 1990ern für ein Zwischenhoch von Stars aus Schwarzafrika.

Zwischen Ende der 1980er und Mitte der 1990er Jahre nahmen leider auch rassistische Zwischenfälle auf den Stadienrängen in beängstigendem Maße zu. Am letzten Vorrunden-Spieltag der Saison 1992/93 liefen daraufhin alle 18 Bundesligisten mit dem Schriftzug "Mein Freund ist Ausländer" auf den Trikots auf. Der Kampf gegen Rassismus ist auch heute noch ein großes Thema bei der DFL und den Proficlubs.

Ab Mitte der 1990er Jahre störten sich Kritiker bestenfalls noch an der Menge der Ausländer. Der damalige Bundestrainer Berti Vogts oder Günter Netzer forderten ebenso Beschränkungen wie manche Politiker. Energie Cottbus lief am 6. April 2001 gar als erster Bundesligist beim 0:0 gegen den VfL Wolfsburg mit elf Ausländern auf, wechselte drei weitere ein.