Schalke und Dortmund gehören zu den Gewinnern des Spieltags - © DFL/Getty Images/Simon Hofmann - Lars Baron/Getty Images - imago images / Eibner
Schalke und Dortmund gehören zu den Gewinnern des Spieltags - © DFL/Getty Images/Simon Hofmann - Lars Baron/Getty Images - imago images / Eibner
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15. Spieltag im Fokus: Darüber spricht die Bundesliga

Matthew Hoppe erlöst den FC Schalke 04, die Fohlen zähmen den Rekordmeister, Borussia Dortmund gewinnt das Verfolgerduell gegen Leipzig, der Sport-Club Freiburg ist das formstärkste Team Europas und Frankfurt siegt erstmals in Mainz - diese Themen stehen am 15. Bundesliga-Spieltag im Fokus.

Hoppe und Harit sorgen für Schalker Erlösung

Der erste Saisonsieg des FC Schalke 04 kannte vor allem ein Gesicht: Das von Matthew Hoppe. Der US-Amerikaner, gerade zarte 19 Jahre alt und mit der Empfehlung, in 16 Regionalliga-Partien ein Tor erzielt zu haben, schoss die Königsblauen mit drei Treffern (42., 57., 63.) zum verdienten 4:0 (1:0)-Sieg gegen die TSG 1899 Hoffenheim. Es war eine zentnerschwere Last, die das Team von Trainer Christian Gross am 15. Spieltag abgeworfen hatte. So blieb dem Traditionsverein aus Gelsenkirchen der von Tasmania Berlin gehaltene zweifelhafte Rekord, 31 Bundesliga-Spiele in Serie nicht gewonnen zu haben, erspart.

Ob es das war, was Amine Harit mit seinem Jubel nach dem Treffer zum 4:0-Endstand (80.) ausdrücken wollte? Der Marokkaner hielt sich die Ohren zu, hatte die Augen geschlossen. Es wirkte, als wolle der 23-Jährige, der alle Hoppe-Treffer vorbereitet hatte, nichts mehr sehen und hören. Schalke, das war spätestens in diesem Moment allen im Verein und auch in der Liga klar, lebt mehr denn je. Auch, weil sich Gross in seinem zweiten Spiel als Schalke-Trainer für einen besonderen Personal-Tausch entschieden hatte. Auf die Frage, warum er Youngster Hoppe dem erfahrenen Benito Raman vorgezogen hatte, entgegnete der Schweizer: "Benito kam aus einer Verletzung, da muss man immer vorsichtig sein."

Hoppes Dreierpack ebnete den Weg aus einer tiefen Krise, dabei sei ihm der Auftakt ganz gut von der Hand gegangen, versicherte der US-Amerikaner. Der erste Treffer sei der einfachste gewesen. Da habe er einfach instinktiv gehandelt. Ein Lupfer, ein echter Geniestreich, ebnete Schalkes Weg aus dem Tabellenkeller. Weil Mainz gegen Frankfurt verlor, haben die Gelsenkirchener sogar Platz 18 abgegeben. Vor allem dank Matthew Hoppe, der nach dem Spiel nicht so recht wusste, was er zu seinem Auftritt sagen sollte. "Ich finde keine Worte", sagte er bei Sky und blickte dabei etwas ungläubig drein. Sein Trainer war sich daher ganz sicher: "An diesen Tag wird sich Hoppe immer erinnern."

Die Fohlen zähmen den Rekordmeister

Einmal mehr hat Borussia Mönchengladbach seine Rolle als Bayern-Schreck unter Beweis gestellt. Kein anderes Bundesliga-Team holte seit 2014 mehr Punkte gegen den Rekordmeister als die Fohlen. Und am Freitagabend setzte sich die Elf von Trainer Marco Rose dabei sogar über zwei Serien hinweg. Denn in den vergangenen vier Jahren hatte Gladbach in keinem Spiel einen Zwei-Tore-Rückstand in einen Sieg gedreht. Und auch für die Bayern war das Ergebnis nach einer Zwei-Tore-Führung ein ganz neues. Nach so einem komfortablen Vorsprung hatte der amtierende Champion seit zehn Jahren keine Punkte mehr abgegeben. Das 3:2 der Fohlen war verdient, weil sich die Gastgeber, nach den Toren von Robert Lewandowski (20.) und Leon Goretzka (26.) eigentlich schon geschlagen, noch einmal aufrafften und alles aus sich herausholten.

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Zweimal glänzte das Duo bestehend aus Vorbereiter Lars Stindl und Torschütze Jonas Hofmann (36. und 45.), im zweiten Durchgang krönte Florian Neuhaus einen spektakulären Abend in Mönchengladbach mit seinem Traumtor zum 3:2-Endstand (49.).

Der schwierigste Teil aber lag da noch vor der Rose-Elf. Denn in acht aufeinanderfolgenden Partien zuvor waren die Bayerrn zunächst in Rückstand geraten, hatten dann aber noch Punkte geholt. Am Freitag führte erneut der Gegner des Rekordmeisters, doch diesmal gab es nichts zu holen - Gladbach rettete die knappe Führung trotz des großen Drucks (2:11 Torschüsse) über die Zeit. Damit ist die Elf vom Niederrhein das einzige Team, das die Bayern unter der Regie von Trainer Hansi Flick zweimal schlagen konnte. Für Borussen-Coach Rose war der Achtungserfolg aber nicht mehr als ein Auftakt: "Das Spiel ist ein Signal, dass wir weiter dranbleiben müssen."

Borussia Dortmund ist wieder da - auch dank eines Tricks von Trainer Edin Terzic

Wie wichtig die Fans für Borussia Dortmund sind, hat die Geschichte des BVB bereits das eine oder andere Mal gezeigt. Umso mehr haben die Schwarz-Gelben darunter zu leiden, dass sie derzeit ohne ihr Publikum auskommen müssen. Auch Trainer Edin Terzic, der bereits als kleiner Junge Anhänger des achtmaligen Deutschen Meisters war, weiß um diese Besonderheit. Um die Fans wieder zu den Spielern zu holen, griff der Coach zu einem Trick. Das auf der Südtribüne oft besungene „Kämpfen und siegen“ machte der 38-Jährige kurzerhand zum Motto seiner Elf. Und siehe da: Beim 3:1-Sieg bei in Leipzig zeigten die Borussen genau das. Auch wenn darunter zeitweise die bei Gegnern gefürchtete spielerische Brillanz auf der Strecke blieb.

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Über den Kampf aber fand der BVB zurück zu dem, was ihn stark machte. „In der zweiten Hälfte hat es gepasst. Das wollen wir konservieren und konstant Woche für Woche abliefern“, sagte Terzic nach dem Erfolg im Spitzenspiel am Samstagabend. Dortmund ist nach dem Sieg in Leipzig zwar immer noch Vierter, doch der Rückstand auf die Sachsen ist auf drei Zähler geschmolzen. Dadurch ist auch Rekordmeister FC Bayern wieder in Sichtweite. Bayer 04 Leverkusen wiederum blieb im Heimspiel gegen den SV Werder Bremen (1:1) hinter den Erwartungen zurück: Die Borussen haben die Ergebnisse ihrer direkten Konkurrenten perfekt genutzt.

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Und noch viel wichtiger: Die für eine Spitzenmannschaft unabdingbaren Spitzenspieler sind wieder in ihrem Element. Nachdem Jadon Sancho beim 2:0 gegen den VfL Wolfsburg am 14. Spieltag sein erstes Saisontor erzielt hatte, legte er in Leipzig nach. Der Engländer profitierte dabei von einer überragenden Kombination der Dortmunder, an deren Ende Kapitän Marco Reus sehenswert mit der Hacke vorlegte. Und schließlich war da noch Torjäger Erling Haaland, der zunächst per Kopf das 2:0 erzielte und schließlich Leipzigs Keeper Peter Gulacsi umkurvte und das 3:0 erzielte. Dass Alexander Sörloth in der letzten Minute noch traf, störte die Borussen nur wenig. Der BVB ist wieder da - auch das ist übrigens ein Lied, das die Anhänger auf der Südtribüne gern singen. Wenn es denn passt.

>>> Matchwinner Haaland bringt BVB wieder in Lauerstellung

Freiburg ist formstärkstes Team Europas

Hätte die Bundesliga vor dem 9. Spieltag – also Mitte November – begonnen, dann hieße der Tabellenführer jetzt SC Freiburg. Die Mannschaft von Christian Streich hat es in dieser Zeit nicht nur geschafft, sich vom Abstiegskampf zu verabschieden und nun im Kampf um die internationalen Plätze mitzumischen, sie ist aktuell auch das formstärkste Team Europas. Erstmals gelangen den Breisgauern in der Bundesliga-Geschichte fünf Siege in Folge. 15 Punkte aus den letzten fünf Spielen bei 16:2 Toren kann in den Top-5-Ligen Europas keine weitere Mannschaft vorweisen.

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"Um Rekorde geht es gar nicht“, stellte Cheftrainer Christian Streich gewohnt nüchtern klar. "Wichtig ist, dass wir eine gute Entwicklung haben." Und diese Entwicklung gipfelte am 15. Spieltag mit dem historischen 5:0-Sieg gegen den 1. FC Köln. Höher hat Freiburg in der Bundesliga noch nicht gewonnen (bisher zweimal 5:0 gegen Hansa Rostock im Jahr 1999 und gegen VfL Bochum 2000). "Es hat alles geklappt, was wir uns vorgenommen haben und dann kommt auch mal so ein Ergebnis zustande", analysierte der sichtlich entspannte Torschütze Lucas Höler. Auch die Statistik gibt ihm hier recht: Bei nur 2,33 zu erwartenden xGoals traf der Sport-Club gleich fünf Mal.

Ein entscheidender Faktor für den Erfolg dürfte dabei eine Systemumstellung sein. Seit Christian Streich auf Dreierkette umgestellt hat, also seit nunmehr sieben Spielen, ist Freiburg ungeschlagen. Es gibt also wenig Grund, etwas an dieser Erfolgsformation zu ändern.

Historisch! Frankfurt gewinnt in Mainz

Der Bann ist gebrochen. Eintracht Frankfurt hat erstmals ein Bundesliga-Spiel beim 1. FSV Mainz 05 gewonnen. Nach sechs Remis und sechs Niederlagen setzte sich das Team von Adi Hütter in einer umkämpften Partie 2:0 durch. Torjäger Andre Silva traf dabei doppelt vom Elfmeterpunkt (1:0, 24. und 2:0, 72.) und ließ die Hessen erstmals in Mainz jubeln. Der Portugiese verwandelte seinen fünften und sechsten Strafstoß in der Bundesliga, gab die meisten Torschüsse aller Spieler ab (sechs) und führte die meisten Zweikämpfen auf dem Platz (40).

„Ich habe vor dem Spiel erfahren, dass Frankfurt noch nie hier gewonnen hat, deswegen waren wir extra motiviert“, erklärte Djibril Sow nach dem Spiel und führte fort: „Es war manchmal auch ein Kampfspiel. Das Glück war auf unserer Seite, auch wenn wir am Ende verdient gewonnen haben. In den letzten Wochen haben wir schon richtig gut gespielt. Jetzt belohnen wir uns und so kann es weitergehen." Etwas Glück war beim Erfolg der Adlerträger mitunter dabei, denn Mainz wurde zweimal ein Strafstoß aberkannt. Beim Debüt von Cheftrainer Bo Svensson legten die 05er viel Kampfgeist an den Tag. Dabei schafften sie es aber mehrmals nicht, ihre gut herausgespielten Chancen im Tor unterzubringen. Ausgerechnet in der Drangphase der Hausherren wurde Frankfurt der erlösende, zweite Elfmeter zugesprochen, der die Hessen auf die Siegerstraße führte.

„Nach den drei Siegen am Stück sind wir jetzt natürlich happy. Es tut einfach gut im Moment, die Mannschaft ist ruhig geblieben und sie gibt es jetzt mit Siegen zurück“, resümierte Cheftrainer Adi Hütter zufrieden. Nach dem Pokalspiel am kommenden Dienstag gegen Leverkusen, gilt es für SGE die Siegesserie in der Bundesliga fortzusetzen. Die kommenden Gegner Schalke (4:0 gegen Hoffenheim) und Freiburg (5:0 gegen Köln) machen dies zu einer Mammutaufgabe für die Adlerträger, die weiter an den internationalen Plätzen bleiben wollen.

Dank Andre Silva besiegt Frankfurt den Mainz-Fluch - Alex Grimm/Getty Images