Im Fokus am 14. Spieltag: Bayer 04 Leverkusen, der FC Bayern München und der VfB Stuttgart - © DFL (2) / imago images (1)
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14. Spieltag im Fokus: Darüber spricht die Bundesliga

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Bayer 04 Leverkusen entscheidet das Duell der rheinischen Rivalen für sich, der FC Bayern München überwintert als Tabellenführer und der VfB Stuttgart ist erneut in letzter Minute erfolgreich - die Themen des 14. Spieltags.

1) Bayern überwintert als Tabellenführer

"Wenn wir vor der WM noch sechs Punkte holen, dann bleiben wir Tabellenführer", rechnete Julian Nagelsmann vor und schob nach: "Wir haben genug Selbstvertrauen." Das war vor dem Heimspiel des FC Bayern München gegen den SV Werder Bremen. Auf dem Platz zeigten die Bayern dann, dass die Aussage des Trainers stimmte. Schon in der ersten Hälfte machten sie alles klar und sicherten sich mit einem 6:1-Erfolg souverän die ersten drei von insgesamt sechs angestrebten Punkten bis zur Winterpause. Serge Gnabry mit einem Dreierpack (22., 28., 82) sowie Jamal Musiala (6.), Leon Goretzka (26.) und Mathys Tel (84.) trafen beim furiosen Kantersieg der Bayern am Dienstagabend. Weil am Mittwoch die Verfolger Union und Freiburg nicht gewannen, thront der Rekordmeister über die lange Winterpause an der Tabellenspitze.

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Der FCB konterte die Bremer gnadenlos aus und hat jetzt in vier von 14 Saisonspielen mindestens sechs Treffer erzielt. "Ich bin sehr begeistert, weil Tore den Reiz bei den Fans ausmachen. Wir hatten heute gute Qualität, Gier und Geist auf dem Feld. Am Ende haben wir ein schönes Spiel für die Fans abgeliefert, daher ein großes Kompliment an die Mannschaft" lobte Julian Nagelsmann seine Spieler nach dem Spiel. Allen voran ging Gnabry, der mit drei Toren seine WM-Form unter Beweis stellen konnte. Der 27-Jährige gab die meisten Torschüsse der Partie ab (fünf) und erzielte zum dritten Mal in seiner Bundesliga-Karriere einen Dreierpack. Der Nationalspieler führte die meisten Zweikämpfe bei den Bayern, gewann davon starke 65 Prozent und zog die meisten Sprints aller Spieler an.

Nagelsmann freute sich über die Entwicklung so kurz vor der WM: "Serge glaubt an sich, wir haben ein sehr gutes Verhältnis. Das was ich ihm gesagt habe, hat er stark verbessert und große Schritte in den Bereichen gemacht. Ich halte extrem viel von ihm. Er ist auch ein wichtiger Spieler für Hansi und ich hoffe, dass er den Flow mit nach Schalke und vor allem mit zur WM nehmen kann", so der Coach des FC Bayern. Nach dem Kantersieg haben die Bayern bereits 47 Tore auf dem Konto. Diese Anzahl nach 14 Spieltagen sind der zweitbeste Wert der Bundesliga-Historie. 1976/77 waren es zu diesem Zeitpunkt sogar 48 Bayern-Tore. Für Bremen war mal wieder nichts in München zu holen. Der FC Bayern ist seit 26 Partien in Folge gegen Bremen ungeschlagen und stellte damit den Duell-Rekord in der Bundesliga ein.

2) Wolfsburgs Lauf geht auch gegen den BVB weiter

VfL Wolfsburg gegen Borussia Dortmund war ein Duell zweier formstarker Mannschaften, die Wölfe waren vor der Partie sieben Pflichtspiele in Folge ungeschlagen, der BVB hatte sechsmal in Serie nicht verloren. Für die Gastgeber sollte diese Serie weitergehen! Schon nach sechs Minuten köpfte Innenverteidiger Micky van de Ven nach einer Ecke zur Führung ein. Kurz vor Spielende erhöhte der eingewechselte Lukas Nmecha aus kurzer Distanz auf 2:0 (90.+2). Beide Teams vergaben zudem viele weitere Chancen in einem attraktiven Spiel.

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Wolfsburgs Trainer Niko Kovac war nach der Partie voll des Lobes für seine Elf. "Ich möchte meinem Team ein riesiges Kompliment aussprechen. Denn wir haben es von der ersten Minute an geschafft, da zu sein. Die Vielzahl an Chancen hätten wir schon etwas eher nutzen können, aber trotzdem muss ich sagen, dass es ein fast perfektes Spiel war. So kann es weitergehen", erklärte der 51-Jährige. Am Samstag um 15.30 Uhr bietet sich seinem Team die Gelegenheit, im Auswärtsspiel in Hoffenheim die Erfolgsserie fortzusetzen.

3) Dank Mavropanos: Erneute Last-Minute-Stuttgarter im Kellerduell gegen Hertha

Der VfB beweist mal wieder seine Last-Minute-Qualitäten: Durch ein 2:1 in der 98. Minute befreien sich die Stuttgarter gegen den direkten Konkurrenten Hertha BSC aus dem Tabellenkeller. Bereits zwei Spieltage zuvor hatten die Mannen von Cheftrainer Michael Wimmer in der Nachspielzeit gegen Augsburg den Sieg klargemacht. Und wieder ist ein Innenverteidiger der Matchwinner: Konstantinos Mavropanos ließ die Mercedes-Benz Arena in letzter Sekunde explodieren.  "Sehr emotional. Wir haben gute Standards. Der Glaube war immer da, dass wir das Tor noch machen können. Ich hatte irgendwie das Gefühl, dass der Dinos zum Kopfball hinkommt. Dass es dann so klappt mit dem 2:1, da sind wir natürlich überglücklich", beschrieb Wimmer nach dem furiosen Ende seine Sicht der Dinge.

Die Tabelle der Bundesliga

Der dritte Heimsieg der Schwaben war durchaus verdient bei 58 Prozent Ballbesitz, mehr Torschüssen (16:11) und auch deutlich mehr gewonnenen Duellen (54 Prozent). Einen Wermutstropfen gab es trotz aller Freude für die Stuttgarter: Wataru Endo, der nach einem Zusammenprall mit Ivan Sunjic auf der Trage abtransportiert werden musste, kam mit dem Verdacht einer schweren Gehirnerschütterung ins Krankenhaus. "Wir wünschen ihm alles Gute und hoffen, dass er schnell zurückkommt", schickte Wimmer die Genesungswünsche in Richtung des Japaners, der unbedingt zur WM reisen will.

4) Leverkusen gewinnt das Duell der Rhein-Rivalen in Köln

Eine Stunde lang sah im RheinEnergieStadion nichts danach aus, als könne Bayer 04 Leverkusen im Duell der rheinischen Rivalen beim 1. FC Köln etwas Zählbares mitnehmen. Die "Werkself" lag nach einem Traumtor von FC-Außenverteidiger Benno Schmitz (30.) verdient hinten, ließen sich von den Gastgebern vor ausverkauftem Haus den Schneid abkaufen. Doch dann wechselte Bayer-Coach Xabi Alonso dreifach, brachte unter anderem Nadiem Amiri und drehte mit diesen Personalien die Partie zugunsten der Leverkusener. Erst war Amiri per abgefälschtem Freistoß zum durchaus überraschenden Ausgleich (65.) erfolgreich, danach veredelte Moussa Diaby einen perfekten Konter der "Werkself" zum letztlich entscheidenden Treffer (71.).

Die Zahlen zum 14. Spieltag

"Dieser Sieg ist sehr wichtig für uns. Die erste Hälfte war nicht gut, wir hatten kein Selbstvertrauen im Passspiel, sind unter Druck geraten. Darüber haben wir in der Pause gesprochen, und in der zweiten Halbzeit war unsere Energie dann besser, auch die Spieler von der Bank waren wichtig. Das war ein lehrreiches Spiel für uns, wir müssen jetzt weitermachen", erklärte Alonso, der Mann mit dem goldenen Händchen, nach der Partie. Bedanken durften die Gäste sich auch bei ihrem Torhüter Lukas Hradecky: Nach dem Seitenwechsel verhinderte der Finne mit Glanztaten gegen FC-Kapitän Hector (48.) und Sargis Adamyan (48.) einen möglichen Knockout, gleich zweimal waren die Leverkusener mit dem Lattenglück (Hector, Tigges) im Bunde. Doch danach dürfte bei der "Werkself" nach dem 2:1 in Köln niemand mehr fragen: Durch den zweiten Sieg in Serie haben die Rheinländer den Anschluss ans Tabellenmittelfeld geschafft und sind nur noch zwei Punkte hinter den Kölner Rivalen.

5) Bochums Heimmacht unter Thomas Letsch

Der VfL Bochum agierte beim 2:1-Sieg über Borussia Mönchengladbach von Beginn an sehr aktiv und sorgte mit einem frühen Doppelschlag (7. Christopher Antwi-Adjei und 12. Philipp Hofmann) für den nächsten Sieg daheim. Damit holte man aus sieben Partien im Vonovia Ruhrstadion drei Siege, ein Unentschieden und nur drei Niederlagen. Alle zehn Saisonpunkte holte man somit zuhause – auswärts verlor man alle sieben Partien. Doch beachtlich ist vor allem, dass die drei Heimsiege alle in den letzten drei Heimpartien erzielt wurden. Thomas Letsch holte seit seinem Amtsantritt beim VfL neun von neun möglichen Punkten zuhause.

Die Trainerstimmen zum Bundesliga-Wochenende

Und das, obwohl namhafte Gegner zu Besuch waren. Zunächst besiegte man am neunten Spieltag Eintracht Frankfurt - Champions-League-Teilnehmer und amtierender Europa-League-Sieger. Zwei Spieltage später schlug man den damaligen Tabellenführer Union Berlin in der Heimat. Und nun legte man nochmal nach, indem man einer Ballbesitz-Mannschaft wie den Fohlen komplett den Spielfluss nahm und ihnen das eigene Konterspiel aufzwang. Nach Bochum möchte aktuell wohl niemand reisen.