Zusammenfassung

  • Das Revierderby-Spektakel zwischen BVB und S04 geht in die Geschichte ein.

  • Jupp Heynckes' Erfolgsserie mit dem FC Bayern endet, Verfolger Leipzig bringt sich in Stellung.

  • Bayer 04 Leverkusen weiß, wo das Tor steht.

Köln - Borussia Dortmund und der FC Schalke 04 trennen sich in einem denkwürdigen Revierderby mit 4:4 - nachdem der BVB zur Halbzeit 4:0 vorne liegt. Der FC Bayern München patzt, RB Leipzig sitzt dem Tabellenführer wieder im Nacken. Darüber spricht die Bundesliga nach dem 13. Spieltag.

1) Revierderby für die Ewigkeit

Gefühlter Sieger Schalke © imago

Vor Beginn des Duells lag Schalke drei Punkte vor Dortmund. Nach 25 Minuten sprach alles dafür, dass sich das ändern würde. Pierre-Emerick Aubameyang, ein Eigentor von Benjamin Stambouli, Mario Götze und Raphael Guerreiro hatten den BVB mit 4:0 in Führung gebracht. Angeschlagene Knappen gingen konsterniert in die Kabine, Trainer Domenico Tedesco forderte in seiner Halbzeitansprache, wenigstens die zweite Halbzeit zu gewinnen.

Er sollte Unfassbares bewirken. S04 gewann nicht nur Durchgang zwei, Königsblau sicherte sich sogar noch einen Zähler. Guido Burgstaller hatte den Anfang bei der Vier-Tore-Aufholjagd gemacht, Amine Harit, Daniel Caligiuri und Naldo nachgelegt. Als Letzterer in der vierten Minute der Nachspielzeit nach einem Eckball ins Netz traf, brachen bei den Gelsenkirchenern alle Dämme.

"Ich bin 35 Jahre alt, aber das habe ich in meiner Karriere noch nicht erlebt", sagte der Ausgleichstorschütze nach dem denkwürdigen Derby. "Wahnsinn, einfach Wahnsinn! Das werde ich nie vergessen." Kein Wunder, beim letzten und bis zum Samstag einzigen Mal, dass in der Bundesliga ein 0:4-Rückstand noch aufgeholt wurde, war Naldo noch gar nicht geboren. Das schaffte bislang nur der FC Bayern München 1976 in Bochum.

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2) Gladbach beendet Heynckes-Lauf

Thorgan Hazard macht für die Borussia den Anfang © gettyimages / Maja Hitij/Bongarts

Unter seinem neuen und alten Trainer Jupp Heynckes hatte der FCB 25 Pflichtspiele in Folge nicht verloren. Die letzte Niederlage unter Heynckes gab's im März 2013 in der Champions League gegen Premier-League-Club Arsenal, die letzte Pleite in der Bundesliga gar im Oktober 2012.

Ausgerechnet Borussia Mönchengladbach beendete die beeindruckende Serie von Heynckes, der die Fohlen zwischen 1979 und 1978 sowie von 2006 bis 2007 trainiert hatte. Thorgan Hazard netzte per Elfmeter ein, Matthias Ginter erhöhte die Führung noch vor dem Pausenpfiff. Arturo Vidal sorgte zwar nochmal für Hoffnung bei den Münchnern, das 2:2 aber blieb aus.

"Das Spiel haben wir in der ersten Halbzeit verloren", sagte Heynckes im Anschluss.

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3) Spannendes Titelrennen

Leipzigs Naby Keita jubelt beim Spiel gegen Bremen © imago

Wer dem FC Bayern nach dem ersten Saisondrittel bereits zur Meisterschaft gratulieren wollte, wurde spätestens am 13. Spieltag eines Besseren belehrt. Nach der Niederlage gegen Gladbach haben sich die Konkurrenten nämlich wieder in Stellung gebracht. Allen voran RB Leipzig: Die Mannschaft von Ralph Hasenhüttel steht nur noch drei Punkte hinter dem Rekordmeister - und damit in unmittelbarer Schlagdistanz. Das liegt natürlich vor allem an der Konstanz der Sachsen: Seit dem 6. Spieltag hat RBL mit Ausnahme der Partie gegen Bayern am 10. Spieltag und dem Remis gegen Leverkusen alle Partien in der Bundesliga gewonnen.

Aber auch dahinter geht es im Kampf um die Plätze extrem eng zu: Der FC Schalke 04 und Borussia Mönchengladbach sind mit 24 Punkten und fünf Zählern Rückstand auf Platz eins noch längst nicht aus dem Meisterrennen und dahinter trennen den Tabellenfünften Borussia Dortmund und den Zehnten Hannover 96 gerade einmal zwei Punkte.

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4) Torgaranten aus Leverkusen

Kai Havertz (r.) behauptet den Ball gegen Jetro Willems © gettyimages / Matthias Hangst/Bongarts

Nach leichten Anfangsschwierigkeiten hat Heiko Herrlich Bayer 04 Leverkusen - in der letzten Saison überraschenderweise nur Zwölfter - wieder in die Spur gebracht. Auch die Werkself schnuppert auf Platz sechs so langsam wieder am europäischen Geschäft. Hauptverantwortlich dafür ist klar die Offensiv-Abteilung, die mit Namen wie Kevin Volland, Julian Brandt, Lucas Alario, Kai Havertz, Karim Bellarabi und dem zuletzt kranken Leon Bailey nicht nur namentlich herausragend besetzt ist, sondern hinter Dortmund und Bayern auch am meisten getroffen hat.

Gegen Leverkusen aktuell die Null zu halten, ist ein nahezu unmögliches Unterfangen, denn zum letzten Mal blieb Bayer im April 2017 ohne eigenes Tor - gegen den FC Bayern. Anschließend traf die Mannschaft 18 Mal in Folge mindestens ein Mal pro Spiel, was ligaweit momentan die beste Serie dieser Art ist.

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5) 1000 Eigentore in der Bundesliga

Kevin Akpoguma trifft unfreiwillig ins eigene Netz © gettyimages / Stuart Franklin

Um in die Geschichtsbücher einzugehen, hätte sich Kevin Akpoguma sicher gerne einen anderen Anlass ausgesucht. Doch nachdem der Klärungsversuch gegen Hamburgs Jann-Fiete Arp in den eigenen Maschen landete, ist der junge Innenverteidiger der TSG 1899 Hoffenheim derjenige Spieler, dem das 1000. Eigentor in der Bundesliga unterläuft. Gut 54 Jahre nachdem Schalkes Willi Schulz das erste Selbsttor der Ligahistorie erzielt hatte, wurde am Sonntagnachmittag schließlich die Vierstelligkeit erreicht.

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