Im Fokus am 12. Spieltag: Borussia Dortmund, der FC Bayern München und der 1. FC Union Berlin - © DFL/Getty Images/Simon Hofmann
Im Fokus am 12. Spieltag: Borussia Dortmund, der FC Bayern München und der 1. FC Union Berlin - © DFL/Getty Images/Simon Hofmann
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12. Spieltag im Fokus: Darüber spricht die Bundesliga

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Der 1. FC Union Berlin behauptet Platz eins, der FC Bayern München reitet auf der Erfolgswelle und Borussia Dortmund stellt mit einem wichtigen Sieg den Anschluss an die Spitze her - die Themen des 12. Spieltags.

1) Mane und Musiala überragen bei "außergewöhnlichen" Bayern

Die Münchner Erfolgswelle ist von der spanischen Mittelmeerküste zurück in die Allianz Arena geschwappt. Drei Tage nach dem 3:0-Auswärtssieg beim FC Barcelona spielte sich der FC Bayern gegen Mainz 05 in einen wahren Torrausch. Das 6:2 gegen die Rheinhessen war das torreichste Spiel der bisherigen Bundesliga-Saison und spülte die Münchner vorm Spiel von Spitzenreiter Union Berlin an den Hauptstädtern vorbei auf Platz eins.

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Es war der fünfte Pflichtspielsieg in Folge für Julian Nagelsmanns Team, das individuell wie mannschaftlich immer besser in Form kommt. Herauszuheben war am Samstagnachmittag einmal mehr Jamal Musiala, der mit dem Tor zum 2:0 an der Spitze der Bundesliga-Scorerliste mit Niclas Füllkrug gleichzog. Sieben Saisontore (zudem vier Vorlagen) bedeuten schon jetzt einen persönlichen Saisonrekord für den 19-Jährigen. Nur Olaf Thon und Horst Köppel waren bei ihrem 18. Bundesligator außerdem jünger als nun Musiala.

In seiner diesjährigen Form ist es fast schon eine Ausnahme, wenn ein Bayer dem Teenager die Show stiehlt – gegen Mainz gelang dies Sadio Mane, der seiner ersten Torvorlage in der Bundesliga (zum 1:0 durch Serge Gnabry) gleich noch eine zweite folgen ließ (zum 4:1 durch Leon Goretzka), und nach selbst herausgeholtem Strafstoß per Nachschuss auch selbst traf. Fast jeder Angriff lief über den quirligen Senegalesen, in einer Offensive, die aktuell aber fast unabhängig von der personellen Besetzung trifft wie am Fließband. "Es ist eine gute Mischung aus Qualität und der richtigen Einstellung", stellte Nagelsmann nach Abpfiff fest. "Größtes Kompliment. Es ist außergewöhnlich gerade."

2) Dortmund stellt den Anschluss an die Spitze her

"Wir haben heute einen super Spirit, einen super Kampf hingelegt", gab sich "Spieler des Spiels", Gregor Kobel, nach dem 2:1 seiner Borussia aus Dortmund über Eintracht Frankfurt am "Sky"-Mikrofon erleichtert. Vor wenigen Wochen hätten die Mannen von Edin Terzic so ein knappes Spiel vermutlich nicht über die Bühne gebracht. Zu verdanken hatte der BVB den insgesamt 48. Bundesliga-Sieg gegen Frankfurt vor allem seinem glänzend aufgelegten Schlussmann. Kobel wehrte sechs Torschüsse ab, bügelte dabei die Malheurs seiner Vorderleute aus. Die Fortune war in diesem hochintensiven Top-Spiel ebenfalls aufseiten der Gäste, die von einem nicht gegebenen Elfmeter profitierten. Dortmund überholt die Eintracht und schiebt sich erst mal auf Platz drei der Tabelle - drei Punkte hinter Spitzenreiter Bayern.

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Allein mit Glück sind diese Big Points jedoch nicht zu erklären. Die Effizienz der "Schwarzgelben" machte an diesem Abend neben Kobels Glanzleistung ebenso den Unterschied: Julian Brandt und Jude Bellingham verwerteten die einzigen beiden Schüsse aufs Tor. Insgesamt gaben die Hessen mehr als doppelt so viele Torschüsse ab (20:8). Vor allem nach Pause war der BVB größtmöglichem Druck ausgesetzt. "Es war ein schwieriges Spiel, es war sehr intensiv. Mit aufgeheizter Stimmung. Wir haben unsere Chancen besser genutzt als Frankfurt. Das ist ehrlich gesagt das Ausschlaggebende", analysierte Führungsspieler Mats Hummels den siebten Bundesliga-Sieg des Ballspielvereins. Am kommenden Wochenende wartet das kleine Revierderby gegen Bochum.

3) Stuttgart holt Big Points gegen Augsburg

Der VfB Stuttgart kommt immer besser in Fahrt. Seitdem Michael Wimmer die Schwaben übernommen hat, gewann der VfB alle drei Heimspiele (zwei in der Bundesliga und ein 6:0 gegen Bielefeld im Pokal) und sprang durch den jüngsten Erfolg gegen Augsburg aus dem Tabellenkeller.

Waldemar Anton erzielte das entscheidende Siegtor erst in der Nachspielzeit und beförderte den VfB auf Rang 15 der Tabelle. "Auch wenn ich direkt nach dem Tor ein paar Minuten gebraucht habe und nicht mehr richtig jubeln konnte, war es ein schöner Moment", erinnerte sich der 26-Jährige nach dem dritten Stuttgarter Heimsieg in Folge. Der zuvor letzte Sieg nach einem Rückstand gelang dem VfB zu Hause gegen Augsburg (am 19. März beim 3:2). Und auch damals trug sich Anton in die Torschützenliste ein.

Die Tabelle der Bundesliga

Damit hat Stuttgart nun sechs der letzten acht Duelle gegen den FC Augsburg gewonnen und die Bundesliga-Bilanz gegen die Fuggerstädter ausgeglichen (jeweils neun Siege, dazu ein Remis). Vor allem die Heimstäre will sich das Team auch in den nächsten Aufgaben zunutze machen: "Es war eine unfassbare Atmosphäre. Unglaublich, wie uns unsere Fans tragen", schwärmte Sportdirektor Sven Mislintat. Bevor wieder vor heimischem Publikum gefeiert werden darf, muss die Mannschaft zunächst am 13. Spieltag bei Borussia Mönchengladbach bestehen. Vielleicht erneut durch einen erfolgreichen Kraftakt, der erst spät entschieden wird.

4) Last-Minute-Füllkrug jagt Lewys Erbe

Der SV Werder Bremen gewann aufgrund eines späten Tores in der 85. Minute mit 1:0 gegen Hertha BSC. Torschütze des Lucky Punchs war natürlich Niclas Füllkrug. Mit seinem neunten Saisontreffer schob er sich am Freitagabend zumindest vorübergehend auf Platz Eins der Bundesliga-Toptorschützen der Saison. Selbst beschreibt er seinen Treffer so: "Bei Tony [Anthony Jung] weiß ich anhand der Körpersprache ob er flankt oder nicht. Ich habe sofort erkannt, dass er flankt. Ich setze mich gut durch und versuch noch so viel Druck wie möglich hinter den Ball zu kriegen. Zum Glück hat es geklappt, war ein tolles Tor."

Die Zahlen zum 12. Spieltag

Auch Werder-Trainer Ole Werner hat für seinen Schützling nur lobende Worte übrig. Neben Füllkrugs "außergewöhnlichem Kopfballspiel" sei vor allem dessen "besondere Qualität im Strafraum" entscheidend für den späten Siegtreffer gewesen. Generell sei die Stärke in der Schlussphase aber eine Stärke der Bremer. Diese Stärke habe "auch viel mit Erlebnissen zu tun, die man im Laufe der Saison schon mal hatte", erklärt Werner. Füllkrugs Treffer war bereits das neunte Werder-Tor der Saison, das in der 85. Spielminute oder später fiel. Zum fünften Mal in Folge war es nun der Bremer Topstürmer, der in der Schlussphase traf. Damit erzielte er über die Hälfte seiner Tore erst kurz vor Spielende.

5) Union erobert Tabellenspitze zurück

Der 1. FC Union Berlin hat es wieder getan! Die Eisernen feierten den fünften Heimsieg im sechsten Spiel (bei einem Remis) und eroberten die Tabellenführung zurück, die sie für eine Nacht dem FC Bayern hatten überlassen müssen. Trotz eines 0:1-Rückstandes gegen Borussia Mönchengladbach gelang noch ein 2:1-Sieg und das in wirklich allerletzter Sekunde. Danilo Doekhi köpfte in der siebten Minute der Nachspielzeit ein und brachte das Stadion an der Alten Försterei zum Beben.

Die Trainerstimmen zum Bundesliga-Wochenende

"Wenn du in der 97. Minute gewinnst, dann ist das schon ein bisschen Wahnsinn. Die Mannschaft hat bis zum Schluss daran geglaubt und es dann gepackt. Wir waren wieder einmal unermüdlich und haben unser Gesicht gezeigt", zeigte sich der sonst so nüchterne Trainer Urs Fischer regelrecht euphorisch. Und ein erschöpfter Rani Khedira ergänzte: "Das war ein geiler Nachmittag, insbesondere die zweite Halbzeit war sehr intensiv. Gladbach konnte unserer Mentalität am Ende nichts mehr entgegensetzen. Eine pure Energieleistung über die wir super glücklich sind."