Zusammenfassung

  • Der FC Bayern beeindruckt im Klassiker gegen den BVB - Arjen Robben stellt einen besonderen Bundesliga-Rekord auf.

  • Mainz-Schlussmann Robin Zentner sorgt in Gladbach für Kurioses.

  • HSV-Hoffnung Jann-Fiete Arp trifft auch gegen Stuttgart - zum zweiten Mal im insgesamt dritten Bundesliga-Spiel.

Köln - Der FC Bayern München behauptet die Tabellenspitze, der 1. FSV Mainz 05 liefert eine Szene für das Kuriositätenkabinett. Der Hamburger SV kann auf sein großes Talent setzen, RB Leipzig auf seinen unbändigen Willen und Eintracht Frankfurt auf seine Last-Minute-Qualität. Darüber spricht die Bundesliga nach dem 11. Spieltag.

1) Bayern dreht im Klassiker auf

Gleich dreimal darf der Rekordmeister beim Rivalen jubeln

Der FC Bayern hat seine überzeugende Serie unter Trainer Jupp Heynckes fortgesetzt und im Top-Spiel gegen den BVB die Tabellenführung ausgebaut - und wie! Zwei Traumtore von Arjen Robben und Robert Lewandowski brachten den Rekordmeister bereits in der ersten Halbzeit mit 2:0 in Führung, David Alaba legte später noch nach. Schließlich hieß es 3:1, die Münchner belegen nun mit vier Punkten Vorsprung auf Leipzig Platz eins.

"Wir haben am Ende zwei Chancen mehr reingemacht", sagte Mats Hummels im Anschluss an den Klassiker, der viele Tormöglichkeiten auf beiden Seiten bot. Die herausragende Chancenverwertung des FCB sicherte den Erfolg. Da sprach sogar der sonst oft zurückhaltende Heynckes ein Kompliment aus: "Das war eine Superleistung."

Historisches gab's derweil auch: Robben avancierte durch seinen 93. Bundesliga-Treffer zum alleinigen ausländischen Rekordtorschützen der Bayern, Lewandowski erzielte sein 162. Bundesliga-Tor und zog im ewigen Ranking mit keinem Geringeren als Karl-Heinz Rummenigge auf dem elften Rang gleich.

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2) Zentners No-Look-Pass

Bei dieser Rückgabe geht noch alles gut...

Keine Frage, der Mainzer Keeper wird Teil jeder Saisonrückschau sein. Bei einem Rückpass nahm Robin Zentner den Ball in Gladbach mit rechts an und den Kopf hoch, das Spielgerät allerdings drehte sich nach der Annahme weiter und am Fuß vorbei Richtung eigenes Netz. Der 23-Jährige behielt den Kopf oben, setzte zum Zuspiel an, trat ins Leere - drehte sich dann aber pfeilschnell um und sicherte das Leder im Zweikampf mit Borussia-Kapitän Lars Stindl.

"Da war kein Ball mehr, nur noch der Elfmeterpunkt. Der war aber auch weiß", äußerte Zentner, der anschließend wieder aufmerksam das Tor hütete. Einen Treffer musste er beim 1:1 schließlich doch noch hinnehmen - seine kuriose Szene, die sicher noch oft zu sehen sein wird, endete immerhin nicht in einem Gegentor, sondern einer bemerkenswerten Rettungstat.

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3) Arp trifft schon wieder

Jann-Fiete Arp netzt erneut ein - sehenswert

Schon länger gilt der 17-Jährige als Juwel. Diesen Status unterstreicht Jann-Fiete Arp mehr und mehr. Gegen Stuttgart feierte der Stürmer sein Startelfdebüt, lief als alleinige Spitze auf - und bewies seinen Torriecher. In der 69. Minute ließ der Angreifer Benjamin Pavard und Timo Baumgartl im Duell bemerkenswert stehen, schoss dann präzise flach links ein. Sein 3:1 sorgte in der Hansestadt für die Vorentscheidung, zehn Gegenspieler konnten sich nicht mehr aufrappeln. Der Dino verließ durch die drei Zähler den Relegationsplatz.

Erst am 7. Spieltag hatte Arp als Einwechselspieler sein erstes Bundesliga-Spiel bestritten, war im Nordderby gegen Bremen in der 89. Minute gekommen. Dann ging es für den Kapitän der deutschen U17-Nationalmannschaft zur Weltmeisterschaft nach Indien, in fünf Einsätzen markierte er in Neu-Delhi und Kalkutta fünf Tore, steuerte außerdem zwei Vorlagen bei. Am letzten Wochenende traf Arp als Joker in Berlin dann erstmals in der Bundesliga, baute seine Trefferausbeute in 125 absolvierten Minuten nun auf zwei aus - Fortsetzung folgt, ganz sicher.

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4) Leipziger Comebacker

Eine Koproduktion von Emil Forsberg und Timo Werner bringt den zwischenzeitlichen Ausgleich

Als Jonathas in Sachsen zum Hannoveraner 1:0 einnetzte, war das für RB enttäuschend. Viel Aufwand, wenig Lohn, hängende Köpfe? Im Gegenteil! Der Vizemeister richtete sich auf, setzte auf die eigene Mentalität in Kombination mit der individuellen Begabung. Eine knappe Viertelstunde nach dem Rückstand, in der 70. Minute, bereitete Timo Werner den Ausgleich von Yussuf Poulsen vor, in der 85. Minute bescherte der Torjäger nach Vorlage des eingewechselten Emil Forsberg dann sogar noch den Sieg - und Rang zwei für die Mannschaft von Trainer Ralph Hasenhüttl.

Bereits zum dritten Mal haben die Leipziger nun ein 0:1 noch in einen Erfolg umgewandelt. Gegen Freiburg und beim BVB sprang nach einem Rückschlag jeweils ebenfalls noch ein Dreier heraus. Nach dem etwas enttäuschenden Start in die Spielzeit mit sieben Punkten aus fünf Spielen ging der Champions-League-Teilnehmer jetzt fünfmal als Sieger vom Platz, nur beim FC Bayern als Verlierer. Die Leipziger sind in Top-Form - und nach dem 2:1 gegen 96 erster Verfolger des Deutschen Meisters.

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5) Frankfurt wieder kurz vor Schluss

Auf Sebastien Haller können sich die Hessen verlassen

Eintracht-Fans dürften in den letzten Wochen gelernt haben, dass davon abzuraten ist, das Stadion vor dem Schlusspfiff zu verlassen. Gegen die Bremer sorgte Sebastien Haller kurz vor Ende der Partie für Jubel auf den Rängen der Arena der Hessen: In der 89. Minute fasste sich der Top-Neuzugang per Sprung-Volleyschuss ein Herz - und brachte das Netz zum Zappeln! Das Team von Übungsleiter Niko Kovac verteidigte das 2:1 im Anschluss, behielt die Punkte 16, 17 und 18 in Frankfurt und marschierte im Tableau auf den siebten Platz.

Schon am 7. Spieltag hatte Haller zu Hause gegen Stuttgart im letzten Moment den 2:1-Sieg gebracht - in der vierten Minute der Nachspielzeit. Sturmkollege Ante Rebic nahm sich nur sieben Tage später ein Beispiel und erzielte in Hannover in der 90. Minute das spielentscheidende 2:1. In der Hinrunde trifft die SGE noch auf Hoffenheim, Leverkusen, Hertha, Bayern und Hamburg. Unbedingt empfehlenswert, bis zum Ende im Stadion zu bleiben!

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