Leon Goretzka, Christopher Nkunku und Milos Pantovic sind prägende Figuren des 11. Spieltags - © Imago Images
Leon Goretzka, Christopher Nkunku und Milos Pantovic sind prägende Figuren des 11. Spieltags - © Imago Images
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11. Spieltag im Fokus: Darüber spricht die Bundesliga

Ein perfektes Wochenende für den FC Bayern München, Chrstopher Nkunku überragt beim Topspiel für RB Leipzig, dem VfL Wolfsburg gelingt mit Florian Kohfeldt der Turnaround, Arminia Bielefeld feiert den ersten Saisonsieg und der VfL Bochum setzt seinen Lauf auf spektakuläre Art und Weise fort - die Themen des Bundesliga-Wochenendes.

1) Das perfekte Wochenende für den FC Bayern

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"Wir wussten, dass es ein wichtiges Spiel wird. Wir wollten die Periode mit einem Sieg abschließen und den Druck auf die Verfolger weitergeben.", sagte Thomas Müller am Samstag. Und dafür hatte der FC Bayern München ganz alleine gesorgt: Der Deutsche Meister bezwang den Sport-Club Freiburg im Spitzenspiel mit 2:1. Es war die erste Saisonniederlage überhaupt für die Breisgauer. Durch den Erfolg kommen die Münchner nun auf 28 Punkte. Weil der FCB durch seinen Sieg den von Müller angesprochenen Druck aufbauen konnte und Borussia Dortmund diesem nicht standhielt und gegen starke Leipziger verlor, haben die Bayern jetzt vier Punkte Vorsprung auf den BVB auf Rang zwei.

Leon Goretzka hatte München in Führung gebracht, Robert Lewandowski erhöhte dann für den Tabellenführer. "Wir haben gegen eine gute Mannschaft gespielt, das war ein Topspiel. Und die sind da, um sie zu gewinnen. Es war unheimlich wichtig, dass wir das 2:0 machen, denn ein Tor kann man immer mal kassieren", sagte Goretzka nach der Partie. Die beiden Treffer waren nicht nur wichtig für den Dreier, sondern sorgten auch für eine Bestmarke: Lewandowskis Tor war der Treffer Nummer 100 in diesem Kalenderjahr für den FCB. Ein neuer Club-Rekord für den nicht gerade an Bestmarken armen FC Bayern. Die ewige Bestmarke hält noch der 1. FC Köln mit 101 Treffer im Jahr 1977. Sechs Spiele bleiben der Mannschaft von Julian Nagelsmann also noch, um sich diesen Rekord auch noch zu schnappen.

"Wir haben jetzt ein schönes Wochenende", sagte Müller. Und das zu Recht: Spitzenspiel gewonnen, Tabellenführung ausgebaut, Tor-Rekord des Vereins aufgestellt und die Allianz Arena war seit langer Zeit mal wieder voll. "Ich freue mich, dass die Fans wieder komplett da sind. Die Hütte war voll, das Spiel war intensiv." Es war ein rundum perfektes Wochenende für die Bayern. Müller brachte es nochmal auf den Punkt: "Wenn wir von den Nationalmannschaften zurückkommen, wissen wir, der FC Bayern wird Tabellenführer sein - etwas Schöneres gibt es nicht"

2) Nkunku überragt im Top-Spiel

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Der 2:1-Sieg von RB Leipzig gegen Borussia Dortmund im Top-Spiel am Samstagabend geht zu großen Teilen auf das Konto von Christopher Nkunku. In einer durch die Reihe starken Leipziger Mannschaft ragte der zuletzt so formstarke Franzose noch einmal heraus. Bezeichnend eine Szene in der 64. Minute, als der 23-Jährige mit zwei Pirouetten die BVB-Defensive aushebelte und den Ball an den Pfosten setzte. Doch es sprang auch Zählbares heraus für Nkunku, der den Führungstreffer zum 1:0 erzielte und den 2:1-Siegtreffer mustergültig vorbereitete. Mit fünf Toren und drei Torvorlagen ist er damit Top-Torschütze und Top-Scorer bei Leipzig. Mehr Treffer hat er in einer Halbserie noch nie erzielt. Und vor allem vor eigener Kulisse sollten die kommenden Gegner aufpassen: In den letzten vier Heimspielen traf er immer.

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Viel wichtiger war für den Vizemeister in diesem Duell aber mal wieder ein Sieg. Aus der Champions League hatte man sich unter der Woche trotz einer beherzten Leistung gegen Paris St. Germain frühzeitig verabschieden müssen. "Wir haben auch in den letzten Wochen gut gespielt, aber nicht immer die Ergebnisse erzielt. Es war wichtig für uns, einen Sieg zu holen und uns für die Arbeit zu belohnen", analysierte Jesse Marsch nach der Partie.

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Vor der Länderspielpause meldet sich RB damit zurück im Rennen um den Europapokal und schiebt sich auf Platz fünf. Und wenn Christopher Nkunku auch nur im Ansatz so weiterspielt, dann gibt es nach oben für die Mannschaft von Jesse Marsch in dieser Saison, die etwas steinig begonnen hatte, keine Grenzen.

3) Mit Kohfeldt läuft's bei den Wölfen

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Der VfL Wolfsburg hat auch das dritte Spiel in Folge unter dem neuen Cheftrainer Florian Kohfeldt gewonnen. Dank des Kopfballtores von Lukas Nmecha fuhren die Wölfe den 1:0-Arbeitssieg gegen Augsburg ein. Zuvor siegte der VfL in Leverkusen am 10. Spieltag mit 2:0, unter der Woche sprang gegen RB Salzburg in der Champions League ein 2:1 heraus. Eine nahezu lupenreine Woche also für den ehemaligen Bremer an der Seitenlinie der Wolfsburger. Die Wölfe kommen nach einer acht Pflichtspiele andauernden Durststrecke wieder in Fahrt und beißen sich mit Platz vier im oberen Tabellendrittel fest.

>>> Florian Kohfeldt führt den VfL Wolfsburg wieder in die Erfolgsspur

Unter dem Neu-Coach spielen die Niedersachsen in neuformierter Dreier- respektive Fünferkette mit zwei Sturmspitzen bisweilen attraktiv nach vorne. Vor allem der Siegtorschütze Nmecha blüht unter Kohfeldt auf, markierte seinen dritten Treffer in drei Spielen. Der 22-Jährige belohnte sich für eine grandiose Woche, die zudem eine Nominierung für die deutsche Nationalmannschaft bereithielt. „Es ist eine gute Woche für mich. Ich glaube, der Trainer sieht meine Stärken sehr gut und stellt uns gut auf. Ich habe Platz, mich um Wout Weghorst herumzubewegen. Es hat heute ganz schön gut funktioniert. Ich habe mich gefreut, ein Kopfballtor zu erzielen", blickte die Nummer zehn der Wolfsburger zurück.

Aber auch die Defensive stabilisierte sich unter Kohfeldt weitestgehend. Gegen zwei offensivstarke Teams mit Leverkusen und Salzburg nur einen Gegentreffer zu kassieren, ist ein Verdienst des neuen 3-4-2-1-Systems mit zwei starken Innenverteidigern Maxence Lacroix und John Anthony Brooks sowie Koen Casteels im Tor. Ersterer wurde gegen den FCA bis zu seiner Verletzung erstklassig von Sebastiaan Bornauw vertreten. Casteels hielt schon gegen Leverkusen einen Elfmeter und verhinderte auch gegen Augsburg den Ausgleich bei der dicken Chance von Andi Zeqiri. Zudem wurde Josuha Guilavogui vom Mittelfeld als zentraler Anker der Dreierkette zurückgezogen und überzeugt. Vieles, aber sicher noch nicht alles funktioniert bei den Wölfen in diesen Tagen. Die nächste Bewährungsprobe wartet mit diesem Auswärtsspiel in Bielefeld.

4) Die Arminia feiert endlich ihren ersten Bundesliga-Saisonsieg

>>> Die Trainerstimmen zum 11. Spieltag

Arminia Bielefeld hat nach fünf Remis aus den ersten zehn Ligapartien in der neuen Bundesliga-Saison seinen ersten Erfolg eingefahren. Die Ostwestfalen setzten sich 1:0 beim VfB Stuttgart durch, Masaya Okugawa hatte das entscheidende Tor erzielt. "Eigentlich ist es schade, dass jetzt die Länderspielpause kommt", sagte der Matchwinner nach dem Abpfiff. "Denn wir haben nun ein gutes Gefühl für die nächsten Spielen."

Bei den Schwaben zeigten die Bielefelder eine starke Leistung. Zwar hatten sie erneut einige sehr gute Chancen liegen gelassen, am Ende reichte der eine Treffer allerdings für die drei Punkte. So scheiterte im zweiten Durchgang mit Andres Andrade, Amos Pieper und Janni Serra gleich ein Trio am Aluminium. "Vorne waren wir in der einen oder anderen Situation nicht effizient genug", äußerte Trainer Frank Kramer entsprechend. Aber auch: "Es war ein richtig geiles Spiel von uns."

Der DSC bleibt in der Tabelle mit nun acht Punkte zwar Vorletzter, befindet sich jedoch nur noch einen Zähler hinter Augsburg auf Relegationsplatz 16. "Ich bin richtig erleichtert", erklärte Leistungsträger Stefan Ortega nach dem Abpfiff. "Ich fand dass wir es sehr souverän gemacht haben und dementsprechend verdient war der Sieg. Ich freue mich extrem, das tut gut."

5) Zweiter Heimsieg in Folge - Bochum klettert

>>> Der Spieltag in Zahlen

Der VfL Bochum scheint nun richtig in der Bundesliga angekommen zu sein. Der Aufsteiger feierte am 11. Spieltag einen 2:0-Heimsieg gegen die TSG Hoffenheim und damit den dritten Sieg im vierten Spiel. Soma Novothny köpfte in der 66. Minute die Führung für den VfL, Milos Pantovic erzielte ein unglaubliches Tor aus der eigenen Hälfte in der Nachspielzeit (2:0, 90. +7). Zwischenzeitlich verschoss Keeper Manuel Riemann einen Foulelfmeter (74.).

Besonders an der Castroper Straße nimmt Bochum richtig Fahrt auf: Mit den eigenen Fans im Rücken gewann das Reis-Team nun zum zweiten Mal in Folge (zuvor 2:0 gegen Frankfurt). Nur eins der fünf Heimspiele in dieser Saison ging verloren (1:3 gegen Hertha). „Zuhause ist es ein Hexenkessel und immer megageil vor den Fans zu spielen“, sagte Pantovic nach dem Erfolg gegen die TSG und fügte hinzu: „Ich glaube, wenn wir so weitermachen, haben wir eine richtig gute Chance dieses Jahr die Klasse zu halten.“ Auch Novothny, der sein erstes Bundesliga-Tor erzielte, konnte seine Eindrücke kaum in Worte fassen: „Wenn 20.000 Fans hinter dir stehen, ist das ein unglaubliches Gefühl.“

>>> Bochum feiert nach Chaossieg gegen Hoffenheim

Die aktuell 13 Punkte verschaffen dem VfL Bochum zumindest vorübergehend eine entspanntere Ausgangslage, da man sich etwas von den Abstiegsplätzen distanzieren konnte. Die nächsten Spieltage werden für die Mannschaft aber nicht gerade leicht: Am 12. Spieltag muss man nach Leverkusen und am 13. Spieltag ist der SC Freiburg zu Gast. Vielleicht kann das Team von Thomas Reis dann den Schwung der letzten Spiele mitnehmen und die Vereine aus dem oberen Drittel ärgern.