Zusammenfassung

  • Pal Dardai ist bei Hertha BSC genau 1000 Tage im Amt

  • Als der Ungar übernahm, gehörten die Berliner zu den Abstiegskandidaten

  • Nun spielt die alte Dame sogar wieder im Europapokal

Köln - Heute vor genau 1000 Tagen übernahm Pal Dardai das Traineramt bei Hertha BSC. Mit dem Ungarn an der Seitenlinie hat der Hauptstadtclub eine positive Entwicklung genommen.

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Als Pal Dardai den Job in Berlin übernahm, gehörte die alte Dame zu den Abstiegskandidaten schlechthin. Im Februar 2015 stand der Club auf Platz 17 - dann kam Dardai und schaffte so gerade noch den Klassenerhalt mit dem Hauptstadtclub. Der positive Trend sollte sich fortsetzen: In den beiden folgenden Spielzeiten mit Dardai an der Seitenlinie standen die Berliner am Ende zunächst auf dem siebten, in der letzten Saison dann sogar auf dem sechsten Platz in der Bundesliga-Tabelle. Die Rückkehr ins internationale Geschäft war endlich geschafft - seit 2009 war das nicht mehr gelungen.

Dardai führte Hertha zurück nach Europa

Der Trumpf der Berliner unter Dardai ist dabei die Defensivabteilung. Der Rekordspieler der Hertha, der in seiner Spielerkarriere in 286 Bundesliga-Spielen für die alte Dame die Schuhe schnürte, zeichnete sich als Aktiver schon durch robustes Zweikampfverhalten und unbändigen Kampfgeist aus. "Jeder Trainer hat gewusst, was er von mir kriegt", sagt Dardai rückblickend. "Ich bin viel gelaufen, habe einfache Bälle gespielt und Zweikämpfe gewonnen." Es sind Eigenschaften, die er auch heute als Trainer bei seiner Mannschaft gerne sieht.

Leidenschaftlich an der Seitenlinie: Hertha-Trainer Pal Dardai © gettyimages / Odd Andersen

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Mit nur 1,24 Gegentoren pro Spiel kann der Ungar die beste Defensive in der Bundesliga-Historie des Vereins sein Eigen nennen - gleich auf mit der Hertha-Mannschaft von Falko Götz. Auch die Punktausbeute lässt sich unter der Regie des 41-Jährigen durchaus sehen: 1,39 Punkte holten die Berliner in seiner Amtszeit im Schnitt - eine so gute Ausbeute hatte bei der Hertha zuletzt Lucien Favre (1,47). Dass Dardai die Berliner zunächst aus dem Tabellenkeller führen musste, sollte man im Vergleich jedoch nicht vergessen. Vor allem im Berliner Olympiastadion kann die Hertha unter Dardai durchaus überzeugen: 55 Prozent der Heimspiele konnte man mit dem Ungarn an der Seitenlinie für sich entscheiden.

Dardai: "1000 Tage, 1000 graue Haare"

Insgesamt stand Dardai in seiner bis jetzt tausendtägigen Amtszeit bei 93 Bundesliga-Spielen für die Hauptstädter an der Seitenlinie. Nur vier Trainer waren in der Bundesliga-Geschichte der Hertha bisher länger im Amt - Helmut Kronsbein, Jürgen Röber, Falko Götz und Georg Keßler. In zwei Wochen wird Dardai einen seiner Vorgänger allerdings schon überholt haben - Götz war für genau 1013 Tage bei der Hertha im Amt. Öffentlich will Dardai um sein Jubiläum allerdings kein großes Aufhebens machen. "1000 Tage und 1000 graue Haare seitdem", erklärt der Trainer durchaus amüsiert. "1.000 Tage als Trainer - das sind offenbar viele in Deutschland nicht mehr gewöhnt." Und so sei es für ihn zwar ein "schönes Jubiläum", doch im Fußball zähle immer nur der nächste Pass. "Wenn der nicht ankommt, ist der Trainer unter Druck. So ist der Fußball." Und der nächste Pass steht für die Berliner in dieser Woche schon am Donnerstagabend an. In der Europa League trifft Hertha BSC auf Zorya Luhansk - auch dank tausend Tagen mit Pal Dardai als Trainer.

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