Zusammenfassung

  • Wechsel an der Tabellenspitze: Bayern erstmals diese Saison auf eins

  • Nicht in Form: Ausgerechnet vor dem Klassiker läuft es beim BVB nicht

  • Hamburgs Jann-Fiete Arp schreibt erneut Bundesliga-Geschichte

Köln - Der FC Bayern gewinnt das Topspiel und klettert erstmals in dieser Saison an die Tabellenspitze. Die Münchner profitieren dabei auch vom Patzer von Konkurrent Borussia Dortmund gegen Hannover, das sich wiederum weiter in Topform präsentiert. Darüber spricht die Bundesliga nach dem 10. Spieltag.

1) Wechsel an der Tabellenspitze

© imago / Jan Hübner

Der FC Bayern München hat das Topspiel gegen RB Leipzig für sich entschieden. 2:0 gewann die Mannschaft von Jupp Heynckes und hat damit nach dem Sieg im DFB-Pokal unter der Woche auch in der Bundesliga den Konkurrenten im Kampf um den Meistertitel hinter sich gelassen. Über die gesamten 90 Minuten ließen die Bayern nichts anbrennen, profitierten dabei aber auch durch den frühen Platzverweis von Willi Orban (13.), wodurch sie fast 80 Minuten in Überzahl spielten. Ein überragender James (19.), der seinen ersten Treffer in einem Heimspiel erzielte, und Robert Lewandowski (38.) machten den Sieg bereits in der ersten Hälfte fix.

Nach der Partie war der Jubel bei den Bayern riesig: Zum ersten Mal in dieser Saison stehen die Münchner nach einem kompletten Spieltag an der Tabellenspitze. Für die Münchner war es der dritte Sieg im dritten Spiel unter Jupp Heynckes in der Bundesliga. Mit drei Zählern Vorsprung führt der FCB das Klassement jetzt an. Auf eins ist übrigens auch wieder Robert Lewandowski. Sein Treffer zum 2:0 war sein zehntes Tor im zehnten Spiel. Damit hat der Bayern-Angreifer mit Pierre-Emerick Aubameyang (Borussia Dortmund) in der Torschützenliste gleichgezogen.

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2) Hannover top, Dortmund flop

Schwere Zeiten für Borussia Dortmund. Gegen Hannover 96 gab es die zweite Bundesliga-Niederlage in Folge (2:4) für den BVB. Insgesamt sind die Dortmunder sogar seit drei Spielen ohne Sieg. Ausgerechnet vor dem Klassiker am nächsten Spieltag gegen den FC Bayern sind die Schwarzgelben außer Form. Aus fünf Punkten Vorsprung in der Tabelle sind binnen drei Partien drei Zähler Rückstand geworden, so dass Dortmund als Verfolger in das Duell der beiden Meisterschaftskandidaten geht. Vor allem in der Defensive drückt der Schuh: Vier oder mehr Gegentreffer hatte Dortmund in den vergangenen viereinhalb Jahren in der Bundesliga nur zwei Mal kassiert. Nachdem es in dieser Saison in den ersten fünf Spielen gar kein Gegentor gab, kassierte der BVB in den darauffolgenden fünf Partien elf. Trainer Peter Bosz hat in dieser Woche also einiges zu tun, um seine Mannschaft perfekt auf das nächste Spiel einzustellen.

Bei Gegner Hannover 96 läuft es hingegen momentan nahezu perfekt. Der Aufsteiger steht auf Platz vier der Tabelle und mischt auch nach zehn Spieltagen weiter mit im Zirkus der Topteams, die die europäischen Startplätze im Auge haben. Gegen Dortmund war Ihlas Bebou Mann des Spiels. Mit seinem ersten Doppelpack in der Bundesliga sorgte der 23-Jährige für Furore und sprang für Martin Harnik, der wegen Krankheit unter der Woche zunächst auf der Bank saß, nahtlos ein. Harnik machte in der 75. Minute dann auch noch von sich reden: Mit seiner Einwechslung kam der 30-Jährige zu seinem 200. Bundesliga-Spiel in seiner Karriere.

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3) Leverkusen siegt im Derby und ist im Aufwind

Nachdem Bayer 04 Leverkusen aus den ersten fünf Spielen dieser Saison nur vier Punkte geholt hatte, sammelten die Rheinländer in den letzten fünf Partien gute elf Punkte und blieben in all den Spielen ungeschlagen. Den jüngsten Sieg feierte die Mannschaft von Heiko Herrlich im Nachbarschaftsduell mit dem 1. FC Köln, der auch nach der 1:2-Niederlage weiter auf den ersten Erfolg in der Bundesliga wartet.

Der Bayer-Express kommt hingegen langsam ins Rollen, die Trendwende scheint bei der Werkself geschafft. Nach dem Kantersieg gegen Gladbach am vergangenen Wochenende drehten die Leverkusener zum zweiten Mal hintereinander in der Meisterschaft einen Rückstand und gingen am Ende als Sieger vom Platz. Auch dank eines aktuell überragend aufspielenden Leon Bailey, der endlich seinen Platz im Team der Bayer-Elf gefunden hat. Ganz nebenbei haben die Leverkusener auch noch einen Rekord aufgestellt: Bayer hat in den letzten 15 Bundesliga-Spielen immer mindestens ein Tor erzielt, das ist die längste aktuell laufende Serie.

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4) Grifo feiert traumhaftes Startelf-Debüt

© imago / Thomas Frey

Borussia Mönchengladbach hat sich rehabilitiert. Nach dem Debakel gegen Bayer Leverkusen am letzten Spieltag (1:5) gab es jetzt einen ungefährdeten 3:1-Sieg bei der TSG Hoffenheim. Damit hat sich die Mannschaft von Dieter Hecking in der Tabelle am Konkurrenten aus dem Kraichgau vorbeigeschoben und steht nach vier Siegen in den vergangenen fünf Pflichtspielen auf einem Europa-League-Platz. Verantwortlich für den Sieg waren vor allem die Defensivspieler: Sowohl Matthias Ginter als auch Jannik Vestergaard trugen sich neben Thorgan Hazard in die Torschützenliste ein, als die Borussia einen 0:1-Rückstand drehte.

Mann des Spiels war aber Vincenzo Grifo. Der Neuzugang der Gladbacher machte das dritte Spiel für die Fohlen, das erste von Beginn an, und überzeugte bei seinem Startelf-Debüt auf ganzer Linie. Imposante acht Torschussvorlagen gab er ab - die meisten aller Spieler auf dem Platz -, logischerweise war er auch Wegbereiter der ersten beiden Gladbacher Treffer. "Ich liebe den Fußball", sagte Grifo selbst über sein Traumdebüt von Beginn an: "Und das habe ich versucht zu zeigen." Mit Erfolg. Alle konnten sich davon überzeugen, dass der 24-jährige Deutsch-Italiener Gladbach noch viel Freude bereiten wird.

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5) Hamburgs Arp schreibt erneut Geschichte

Gerade erst ist Jann-Fiete Arp von der U17-EM in Indien zurück, wo er einer der besten Akteure des DFB-Nachwuchses war, da macht er schon wieder in der Bundesliga von sich reden. Im Spiel gegen Hertha BSC wurde der 17-Jährige in der 56. Minute für den Hamburger SV eingewechselt, in der 73. Minute ließ er den HSV durch seinen Anschlusstreffer zum 1:2 in Berlin wieder hoffen. Durch das Tor darf sich Arp, der kürzlich (7. Spieltag) als erster 2000er-Jahrgang in der Bundesliga-Geschichte eingewechselt worden war, jetzt mit zwei weiteren Rekorden schmücken: Zum einen ist er der erste im neuen Jahrtausend geborene Spieler, der in der Bundesliga getroffen hat, zum anderen löste er Heung-Min Son als jüngsten Torschützen des HSV ab.

Für die Hamburger läuft es hingegen nicht ganz so gut. Gegen Berlin gab es eine 1:2-Niederlage, aus den letzten acht Bundesliga-Spielen holte der HSV nur einen Punkt und erlebt aktuell den längsten Negativlauf unter Markus Gisdol.

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