München - BVB-Keeper Roman Weidenfeller raubt seinem Ex-Kollegen Kevin-Prince Boateng die Unsterblichkeit, Freiburgs Keeper Oliver Baumann erwischt einen Arbeitstag, der schwärzer als rabenschwarz ist, und Mame Diouf schwalbt sich in die Geschichtsbücher der Bundesliga. Darüber spricht die Liga am 10. Spieltag...

Roman, der Elfmeter-Töter

"In solchen Spielen kann man unsterblich werden", hatte Schalkes Kevin-Prince Boateng vor dem Revierderby gegen den BVB noch gesagt. Der Ex-Mailänder wollte sich auch unsterblich machen, doch sein ehemaliger Kollege Roman Weidenfeller hatte entschieden etwas dagegen. Der Keeper der Schwarz-Gelben fischte Boatengs Elfmeter raus und avancierte zu einem der Matchwinner für Dortmund. "Elfer-Killer" Weidenfeller konnte sensationell vier der letzten acht Strafstöße gegen sich entschärfen.

Henrikh, der Fleißige

Neben Weidenfeller war auch Henrikh Mkhitaryan maßgeblich am Sieg des BVB auf Schalke beteiligt. Der Neuzugang von Shaktar Donetsk bereitete das 2:0 durch Nuri Sahin per Flachpass und das 3:1 durch Jakub Blazczykowski nach einem Sprint über das halbe Spielfeld vor und spulte obendrein mit 12,1 Kilometern ein überragendes Laufpensum ab. "Ich freue mich für die Mannschaft und für die Fans", sagte der Armenier. "Das war eine harte Woche mit drei wichtigen Spielen. Der Derbysieg ist toll."

Oliver, der Tragische

Es sind die Tage, an denen man am liebsten im Boden versinken würde. Freiburgs Keeper Oliver Baumann erwischte gegen den Hamburger SV einen Tag, der noch schwärzer als rabenschwarz war. Dem 23-Jährigen unterliefen drei herbe Patzer, die zu Toren führten. Zunächst verschätzte sich Baumann bei zwei langen Bällen, vor dem dritten Gegentor glitt ihm ein Schuss von Beister aus den Händen. "Ich hoffe, diese Fehler machen mich stärker. Das war ein Scheißspiel", sagte der sonst so zuverlässige Schlussmann.

Mame, der Unnötige

Mehr Bärendienst geht wohl nicht mehr: Das Spiel zwischen Hannover und Hoffenheim war gerade einmal zwölf Minuten alt, da war der Arbeitstag für 96-Angreifer Mame Diouf schon wieder vorbei. Der Senegalese kassierte in der elften Minute eine Gelbe Karte wegen Meckerns, eine Zeigerumdrehung später holte er sich den nächsten Gelben Karton wegen einer Schwalbe. Eine frühere Ampel-Karte gab es in der Bundesliga noch nie, Diouf sicherte sich mit seinem Feldverweis einen Platz in den Geschichtsbüchern.

Mario und Mario, die Super-Joker

Wie schon vor Wochenfrist gegen Mainz handelte sich der FC Bayern gegen Hertha BSC einen Rückstand ein. Und genau wie gegen Mainz war es den Einwechselspielern vorbehalten, die Partie in die richtige Richtung zu lenken. Mario Mandzukic per Doppelpack und Mario Götze mit seinem ersten Bundesliga-Tor machten die Anlaufprobleme der Münchner vergessen und ebneten den Weg zum Erfolg gegen die Alte Dame. Doch Joker Götze wäre bald lieber Teil der Startelf: "Jetzt bin ich fit genug für 90 Minuten."

Franck, der Unbesiegbare

Franck Ribery hat gespielt und der FC Bayern hat nicht verloren. Natürlich nicht. 39 Bundesliga-Spiele in Serie ist der Franzose nun ungeschlagen. Letztmals verließ Ribery am 11. April 2012 den Platz als Verlierer, der Gegner hieß Borussia Dortmund. Der 30-Jährige knackt damit den Uralt-Rekord von Holger Hieronymus, der mit dem Hamburger SV zwischen 1981 und 1983 38 Spielen ohne Niederlage geblieben war.

Gertjan, der Rockige

"Ich bin zufrieden. Das erste Spiel ist immer wichtig für einen neuen Trainer", sagte Gertjan Verbeek, der Mann mit der Rod-Stewart-Frisur, der neuerdings beim 1. FC Nürnberg an der Seitenlinie steht und bei seiner Premiere in Stuttgart zumindest einen Teilerfolg feierte. "Wir haben einen Plan, zum Teil ist der aufgegangen. Mit dem Ergebnis kann ich leben. Nächste Woche gegen Freiburg muss der Sieg kommen." Allerdings, denn das 1:1 beim VfB war schon das siebte Unentschieden der Franken im zehnten Spiel.


David Schmidt