Köln - Von den Anfängen bei einem Jugendturnier in Medellin wurde er über die Stationen FC Porto, AS Monaco und Real Madrid zu einem Superstar des Weltfußballs - und ab sofort spielt James Rodríguez beim FC Bayern München.

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bundesliga.de nimmt die neue Attraktion der Bundesliga unter die Lupe und präsentiert 10 Dinge zu dem Kolumbianer:

1) Geboren für den Fußball

James' leiblicher Vater, Wilson James Rodríguez, war Profifußballer in Cucuta im Norden Kolumbiens an der Grenze zu Venezuela, als sein Sohn am 12. Juli 1991 geboren wurde. "Er hat gute Gene", sagte sein Vater auf die Frage, woher der Sohn das Talent habe. James Junior sagt über seine früheste Kindheit: "Ich erinnere mich am besten daran, dass ich immer einen Ball haben wollte. Ich wollte immer nur Fußball spielen!" Das Krankenhaus, in dem er geboren wurde, ist inzwischen eine Pilgerstätte für James-Fans. "Zu uns kommen immer wieder Leute, die fragen, ob er hier wirklich geboren wurde", sagt Flor Sanabria, Empfangsmitarbeiterin der Klinik.

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2) Die Gene des Vaters und der Einfluss der Mutter

Seine Eltern trennten sich, als er ein kleiner Junge war, und James wuchs mit seiner Mutter María del Pilar Rubio Gómez in deren Heimatstadt Ibagué in der Region Tolima im Zentrum Kolumbiens auf. Dort begann seine Mutter, die Karriere ihres Sohnes zu planen. Im Alter von fünf Jahren begann James in der Schulmannschaft des Erzbistums Ibagué mit dem Fußballspielen. "Ich mag Real Madrid in Spanien und Bayern München in Deutschland", sagte seine Mutter damals. Sie wird derzeit wohl sehr glücklich sein...

3) Die Anfänge des Wunderkindes

James' Stern ging auf bei einem Jugendturnier in Tolima, als er sein Team Academia Tolimense u.a. mit einem Hattrick ins Finale schoss und darin eine direkt verwandelte Ecke folgen ließ. Mit insgesamt neun Toren wurde der 13-jährige James als MVP des Turniers ausgezeichnet. Seine Mutter lehnte daraufhin Anfragen der kolumbianischen Top-Clubs Atletico Nacional und Independiente Medellin ab. Ihr Sohn wechselte mit knapp 15 Jahren lieber zum Zweitligisten Envigado FC, für den er 2006 schließlich sein Profidebüt feierte.

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4) Valderrama als Idol

Geboren in einer Hochphase des kolumbianischen Fußballs hatte James Rodríguez die Auswahl aus einigen prominenten Landsleuten als Vorbild - und entschied sich für Carlos Valerrama. Dass er in der Nationalmannschaft einmal die Rückennummer 10 des legendären Mittelfeldspielers mit den markanten blonden Locken übernehmen würde, war damals nur ein Traum. "Zu seiner besten Zeit habe ich ihn sehr bewundert. Ich habe ihn einmal getroffen. Er ist eine große Persönlichkeit und hat dem Land viel Freude gebracht", sagte James Rodríguez mal in einem Interview: "Er war ein intelligenter Spieler, der aus dem Nichts Chancen kreieren oder Tore erzielen konnte. Deswegen wollten wir als Kinder alle mit der Nummer 10 spielen."

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5) Aus der Heimat nach Buenos Aires

Sein Beitrag zum Aufstieg von Envigado brachte James Rodríguez über die Grenzen seines Heimatlandes viel Ansehen ein. Schließlich gelang es dem argentinischen Verein CA Banfield im Jahr 2008, den jungen Offensivspieler zu einem Wechsel aus dessen familiärem Umfeld nach Buenos Aires zu bewegen. Sportlich lief es durchaus gut, in der Saison 2009/10 wurde Banfield Meister der Apertura und Fünfter der Clausura, qualifizierte sich damit für die Copa Libertadores - bei der James in acht Spielen fünf Tore erzielte. Abseits des Platzes hatte er aber mit Heimweh zu kämpfen. "Ich habe meine Familie und Freunde damals sehr vermisst. Manchmal konnte ich nur eine Minute mit ihnen telefonieren, weil dann das Geld alle war."

6) Europa-Start in Porto

Im Sommer 2010 schloss James sich dem FC Porto an, der seit jeher bekannt ist für sein erfolgreiches Scouting und die Entwicklung von Talenten. In seiner Debütsaison gewann er gleich drei Titel mit dem portugiesischen Traditionsclub. Vielleicht wurde James auch beflügelt durch privates Glück - im Dezember 2010 heiratete er die professionelle Volleyballspielerin Daniela Ospina, Schwester seines Nationalmannschaftskollegen David Ospina.

7) Durchbruch im Nationalteam

Im Sommer 2011 führte James Rodríguez seine Nationalmannschaft als Kapitän zur U20-WM im eigenen Land. Das Erreichen des Viertelfinales sowie drei Tore in fünf Spielen überzeugten dann auch Jose Pekermann, den Trainer des kolumbianischen A-Teams. Bei seinem Debüt am 11. Oktober 2011 bereitete er beim 1:2 in Bolivien den Treffer von Radamel Falcao vor.

8) Sternstunden bei der WM 2014

Nachdem James Rodriguez zur Saison 2013/14 von Porto zum AS Monaco gewechselt war, schaffte er den weltweiten Durchbruch schließlich bei der WM 2014 in Brasilien. Nach je einem Tor in den drei Vorrundenspielen schnürte er im Achtelfinale gegen Uruguay einen Doppelpack - inklusive eines traumhaften Volleys. "Schaue mir gerade dieses Kolumbien-Spiel an und habe meinen Lieblingsspieler gefunden - muss wohl am Namen liegen", sagte Basketball-Superstar LeBron James damals. Mit einem weiteren Treffer beim 1:2 im Viertelfinale gegen Brasilien wurde er zum Torschützenkönig des Turniers. "Rodríguez war der beste Spieler der Weltmeisterschaft", adelte Diego Maradona den Kolumbianer.

9) Licht und Schatten in Madrid

Real Madrids Präsident Florentino Perez schwärmte vor dem Saisonstart 2014 von James Rodríguez: "Ein neues Talent ist angekommen, der Anführer einer außerordentlichen kolumbianischen Mannschaft. Er war eine der Entdeckungen der WM." Unter dem aktuellen Bayern-Trainer Carlo Ancelotti blühte der Neue bei den Königlichen auf - am Ende seiner ersten Saison waren es 13 Tore und 13 Vorlagen in 29 Ligaspielen. In den beiden Folgejahren, die beide mit dem Gewinn der Champions League endeten, spielte James bei Real nur noch eine Nebenrolle, so dass er jetzt heiß ist auf den Neustart beim FC Bayern.

10) Neue Nummer in München

Im Rahmen seiner offiziellen Vorstellung in der Allianz Arena am Mittwochmittag wurde auch die Frage seiner künftigen Rückennummer geklärt. Denn die "10", die James Rodríguez über seine gesamte Karriere hinweg trug, gehört beim FCB schon Arjen Robben. Für den Neuzugang kein Problem: "Die Nummer 10 ist schon vergeben. Ich spiele mit der Nummer die man mir geben wird." Und das wird künftig die "11" sein.

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