Köln - Eine Chance für beide Seiten: André Schubert wird bereits am Mittwoch im Rahmen der Englischen Woche an der Seitenlinie der Profis von Borussia Mönchengladbach stehen - als Interimstrainer. Der 44-Jährige war bereits Cheftrainer in der 2. Bundesliga und soll mit den Fohlen die ersten Punkte in dieser Bundesliga-Saison sammeln.

1) Von der U23 zu den Profis

Bisher hat André Schubert das U23-Team von Borussia Mönchengladbach trainiert, die er im Sommer übernommen hatte. Es folgte ein guter Start in die Regionalliga West: Nach neun Spieltagen liegt der VfL-Nachwuchs derzeit auf Rang drei. Bei den Gladbacher Profis wird er von den Co-Trainern Frank Geideck und Manfred Stefes sowie Torwarttrainer Uwe Kamps unterstützt. Letzte Saison hatte er die U 15 des DFB trainiert, nachdem er zuvor nur als Berater von Hessen Kassel tätig war.

2) Nächster Schritt in große Fußstapfen

Die größtenteils erfolgreiche Zeit von Lucien Favre macht es dem Nachfolger nicht leicht. Doch auch die Übernahme von Club-Ikone Holger Stanislawski beim FC St. Pauli war bereits kein leichtes Erbe. Dazu kommt die Übernahme der U23 der Gladbacher in jüngster Vergangenheit: Vorgänger Sven Demandt war zuvor Meister mit dem Fohlen-Team in der Regionalliga West geworden und hatte den Aufstieg in die 3. Liga in den Aufstiegsspielen gegen Werder Bremen II nur knapp verpasst.

3) Interimscoach

Schubert wurde nach dem Rücktritt von Lucien Favre als Übergangstrainer deklariert, bis die Borussia einen neuen Trainer verpflichtet hat. "Für mich ist es selbstverständlich, dass ich dem Verein in dieser Situation helfe. Wir haben klare Absprachen und ich freue mich sehr auf die Arbeit mit der Mannschaft und die nächsten Spiele", so Schubert.

4) Ausbildung als Jahrgangsbester abgeschlossen

Der gebürtige Hesse – 1971 in Kassel geboren – studierte Sport und Germanistik und war als Spieler bis 2002 beim KSV Baunatal aktiv. Anschließend war er vier Jahre lang DFB-Stützpunktkoordinator Nordhessen. Die Ausbildung zum Fußballlehrer schloss er 2004 als Jahrgangsbester ab.

5) Fokus liegt auf der Offensive

Die Ausrichtung der U23 Mannschaft, die Schubert bisher trainiert hat, ist sehr offensiv: 24 Tore sind bislang die meisten aller Teams in der Regionalliga West, zwölf Gegentore überbieten nur acht Teams.

6) Vom FC Bayern zur Nationalmannschaft

Neben Hospitationen in den Nachwuchsabteilungen beim FC Bayern München, Hamburger SV und FC Schalke 04, war Schubert zudem Assistenztrainer der deutschen U15-, U16- und U17-Nationalmannschaft.

7) Relegations-Erfolg mit Paderborn

André Schubert fasste 2009 im Profifußball Fuß, als er Sportlicher Leiter beim damaligen Drittligisten SC Paderborn wurde und zwei Spiele vor Saisonende das Traineramt von Pavel Dotchev übernahm. Schubert führte den SCP über die in dem Jahr wiedereingeführte Relagation gegen den VfL Osnabrück erfolgreich in die 2. Bundesliga.

8) Siege zum Start?

Schubert gewann seine ersten vier Spiele als SCP-Trainer: Mit zwei Siegen gegen Burghausen und bei den Stuttgarter Kickers schaffte Schubert den Sprung von Rang vier bei Amtsübernahme auf Rang drei und die Relegation wurde mit zwei 1:0-Siegen gegen Osnabrück erfolgreich gestaltet – 2009/10 landete er in der 2. Bundesliga auf Platz fünf und kratzte damit sogar am Durchmarsch.

9) Vergangenheit bei den Kiezkickern

Im Juli 2011 verpflichtete ihn der FC St. Pauli als neuen Cheftrainer. Nach einer durchwachsenen Saison 2010/11 beim SC Paderborn, welche der SCP als Zwölfter abschloss, wechselte Schubert nach 68 Zweitligaspielen mit den Westfalen (24 Siege, 18 Remis, 26 Niederlagen) zum FC St. Pauli. Damit trat Schubert als Nachfolger von Holger Stanislawski sein Amt beim damaligen Absteiger aus der Bundesliga an. Die Hamburger spielten von Saisonbeginn an guten Fußball, von den ersten fünf Spielen unter Schubert ging keines verloren (vier Siege, ein Remis). 2012/13 war dann allerdings nach sieben Spieltagen Schluss für Schubert, nach nur einem Sieg musste er auf Rang 13 liegend gehen.

10) Protagonist in "Trainer"-Dokumentation

Es geht um den Beruf des Profitrainers: Neben u.a. Jürgen Klopp und Armin Veh wird auch André Schubert in der Dokumentation "Trainer" von Aljoscha Pause porträtiert. Ein 138 minütiger Film, der einen spannenden und packenden Einblick in das Leben eines Profitrainers gewährt.

Von Patrick Eckholt