Köln - Beachtliche Topdaten, kuriose Fakten und wissenswerte historische Daten - diese 10 Dinge sollten Sie sich über den 6. Spieltag der Bundesliga merken.

1) Tor-Geiz mit Spannung

Die Liga der Weltmeister präsentiert sich an den ersten sechs Spieltagen leidenschaftlich, umkämpft und ausgeglichen. Nur mit Toren geizt die Bundesliga noch ein wenig: 137 Mal wurde bislang gejubelt. Weniger Tore gab es zu diesem Zeitpunkt lediglich in der Spielzeit 2001/02 (damals 136 nach sechs Spieltagen).

2) Trauriger Rekord

Als die 24. Minute der Partie gegen Eintracht Frankfurt abgelaufen war, hatte der Hamburger SV den befürchteten, weil wenig erfreulichen Rekord perfekt gemacht: In den ersten 475 Minuten der Saison war der HSV zu diesem Zeitpunkt ohne eigenen Treffer geblieben. Bis auf 507 Minute bauten die Norddeutschen den Rekord aus, dann beendete Nicolai Müller die Serie. Freuen konnte sich darüber nach der 1:2-Niederlage aber niemand.

 

3) Joker mit nur einem Stich

Bei der 0:1-Niederlage von Hertha BSC beim FC Augsburg brachte Berlins Coach Jos Luhukay Julian Schieber in die Partie, um den Rückstand aufzuholen. Als ausgewiesener Joker ist der Angreifer bislang jedoch nicht in Erscheinung getreten. Bei 63 Einwechslungen erzielte er nur ein Tor (im August 2009 für den VfB Stuttgart gegen den SC Freiburg).

 

4) Bremer Null-Diät

Eine große Aufholjagd startete der SV Werder Bremen bei der 1:2-Niederlage beim VfL Wolfsburg nicht. Obwohl die Hanseaten zurücklagen, gaben sie in der letzten halben Stunde nur einen Torschuss ab. So geriet der Wolfsburger Erfolg nicht mehr in Gefahr und die Bremer haben die Englische Woche als einziges Team der Bundesliga ohne einen Punkt beendet (2:4 gegen den FC Augsburg, 0:3 gegen den FC Schalke 04 und jetzt 1:2 gegen Wolfsburg).

5) Mutmacher in der Vergangenheit

Nach der 1:2-Pleite im Revierderby gegen den FC Schalke 04 war die Stimmung bei Borussia Dortmund naturgemäß ziemlich mies. Die Niederlage im Prestige-Duell (Galerie: Die Bilder zum Revierderby) war der Abschluss einer enttäuschenden Englischen Woche mit nur einem Punkt aus drei Spielen. Angesichts von Platz 12 in der Tabelle und schon wieder sieben Punkten Rückstand auf den FC Bayern München muss in den Rückspiegel geblickt werden, um einen Mutmacher zu finden: In der Saison 2011/12 hatte der BVB nach sechs Spieltagen die gleiche Bilanz, startete dann durch und wurde am Ende Deutscher Meister.

 

6) 2,27 Mal pro Minute

Vielleicht wird Xabi Alonso beim FC Bayern München nach Ballkontakten bezahlt. Der Spanier, bekanntlich gerne der Chef auf dem Platz, fordert jedenfalls Spieltag für Spieltag unermüdlich die Bälle, verteilt sie mit kurzen oder langen Pässen und läuft sofort wieder in Position, um wieder anspielbar zu sein. Beim 2:0-Sieg gegen den 1. FC Köln hatte Alsono unfassbare 204 Ballbesitzphasen, also umgerechnet 2,27 pro Minute! Kölns Matthias Lehmann, der nominellen Ballverteiler der Gastgeber, kam nach 90 Minuten auf 33 Ballbesitzphasen - ein zugegebenermaßen etwas unfairer Vergleich angesichts der Spielanteile.

 

7) "Rekordsommer" im Herbst

Nach dem Abgang von Marc-Andre ter Stegen zum FC Barcelona fragten sich viele Fans von Borussia Mönchengladbach, ob Nachfolger Yann Sommer das Eigengewächs ersetzen kann. Für eine abschließende Bewertung ist es sicherlich zu früh, aber nach einigen Wacklern in der Vorbereitung hinterließ der Schweizer in den bisherigen Partien einen guten Eindruck und steht nach dem 2:1-Sieg gegen den SC Paderborn 07 schon in den Geschichtsbüchern des Clubs: Noch nie hatte Gladbach in der Bundesliga nach sechs Spieltagen weniger Gegentore auf dem Konto als aktuell (drei, wie zuletzt vor drei Jahren).

8) Unterzahl? Na und!

Gerade einmal 28 Minuten waren gespielt, als Emir Spahic von Bayer 04 Leverkusen beim 0:0 gegen den SC Freiburg vorzeitig unter die Dusche musste. Beeindrucken ließen sich die Offensivkünstler der Werkself vom Wegfall eines defensiven Spielers aber keineswegs. Im zweiten Durchgang lautete das Torschussverhältniss 13:2 für Leverkusen. Zum Ende wurde es für Bayer 04 auch wieder etwas leichter, weil Pavel Krmas die personellen Verhältnisse mit seiner Gelb-Roten Karte wieder ausglich.

 

9) Der "ewig Erfolglose" trifft

Spitzenreiter zu sein, das ist an sich eine schöne Sache. Es gibt allerdings Kategorien, in denen man nicht unbedingt den Platz an der Sonne belegen möchte. Als Fußballer gehört "Erfolglosester Feldspieler - meiste Einsätze ohne Tor" definitiv zu diesen Kategorien. Insofern fiel der Jubel von Daniel Schwaab zum wichtigen 1:0-Siegtreffer seines VfB Stuttgart gegen Hannover 96 besonders intensiv aus. Der 26-jährige Verteidiger, der im 134. Bundesliga-Spiel sein erstes Tor erzielte, räumte seinen Platz damit für Dennis Diekmeier vom Hamburger SV (aktuell 120 Bundesliga-Spiele ohne Treffer).

 

10) Remis-Könige bleiben auf dem Thron

Wer einmal die Macht hat, gibt sie nur ungerne wieder her. Da ist es nicht verwunderlich, dass die Remis-Könige der TSG 1899 Hoffenheim mit Hochdruck daran arbeiten, ihre Krone zu verteidigen. Das 0:0 beim 1. FSV Mainz 05 war schon die vierte Punkteteilung des Teams von Markus Gisdol in dieser Saison - bei sechs Spielen! Schon im Vorjahr hatte kein Club mehr Unentschieden zu verzeichnen als die TSG (damals wie der 1. FC Nürnberg 11).