Köln - Nachdem er viereinhalb Jahre nur der Ersatz von Roman Weidenfeller im Tor von Borussia Dortmund war, richten sich die Blicke seit vergangenem Wochenende vermehrt auf Mitchell Langerak. Vorerst bis zur Winterpause hat der immer gut gelaunte Australier den Weltmeister im Tor des BVB abgelöst.

bundesliga.de hat zehn Fakten über den Mann der Stunde bei den Schwarz-Gelben herausgefunden, die Sie vorher vielleicht noch nicht wussten...

Anfänge in Queensland

Langerak ist in der Region Queensland in Australien aufgewachsen, wo er bis zu seinem achten Lebensjahr zunächst Cricket und Rugby spielte, bevor er den Fußball für sich entdeckte. Nachdem er bei den Amateurteams der "Tieri Tigers" und "Bundaberg Waves" seine ersten Schritte als Torhüter machte, wurde er vom "Australian Institute for Sport (AIS)",  einem angesehenen Bildungs- und Trainingsinstitut in Australien, das die Förderung des Spitzensports zum Ziel hat, aufgenommen. Auch Robbie Kruse von Bayer 04 Leverkusen gehört zu den früheren Absolventen des Instituts.

Reiseziel Melbourne

Im Unterschied zu Kruse, dessen erste Station im Profifußball das Team "Brisbane Roar" war, zog es Langerak nach nur einer Saison im AIS zu "Melbourne Victory". Der 1,91 Meter große Torwart wurde unmittelbar nach seinem Wechsel zum FC South Melbourne weiterverliehen und gab dort sein Debüt beim 2:2 gegen den FC Sydney am 21. Spieltag der Saison 2007/2008. Zwei Jahre später schaffte er bei Victory den Sprung zur Nummer Eins.

Dortmund Calling

Nachdem er bei Melbourne Victory die australische Meisterschaft, den Champions-Titel, den die besten sechs Teams jeder Saison gesondert ausspielen und den australischen Ligapokal gewinnen konnte, unterschrieb Langerak 2010 nach zähen Verhandlungen zwischen Melbourne und dem BVB einen Vierjahresvertrag in Westfalen, mit dem Ziel sich in der Bundesliga durchzusetzen.

Unermüdlicher Arbeiter

Während Langerak selbst ganz genau wusste, was ihn an der Strobelallee erwartete, war sich sein Trainer und Mentor Jürgen Klopp zu Beginn nicht so sicher: "Du denkst, du bekommst einen Beachboy aus Australien, doch tatsächlich bekommst du einen unglaublich harten Arbeiter", sagte der BVB-Coach über seinen Keeper. "Mitch entwickelt sich im Minutentakt nach vorne und ist ein absoluter Wettkampftyp." Sorgen um einen adäquaten Ersatz für Roman Weidenfeller, sollte dieser sich einmal verletzen, hatte Klopp nie.

Ab ins kalte Wasser

Bis zum 26. Februar 2011 musste der fleißige Australier warten, bis er ausgerechnet gegen den FC Bayern München sein erstes Spiel für die Borussia machen durfte. Einmal konnten die Münchener den Australier an diesem Abend überwinden, der BVB gewann aber dennoch mit 3:1 und ging einen großen Schritt in Richtung Deutscher Meisterschaft - auch dank einer bärenstarken Leistung des Torhüters aus Queensland.

Eine harte Lektion

Seine erste Nominierung ins australische Nationalteam erhielt Langerak am 29. März 2011. Bei der 1:2-Niederlage gegen Deutschland saß er allerdings 90 Minuten auf der Bank. Sein Debüt im Tor der "Socceroos" mehr als zwei Jahre später hätte er sich aber bestimmt anders vorgestellt. Am 12. Oktober 2013 musste er beim 0:6 gegen Frankreich gleich ein halbes Dutzend Mal hinter sich greifen.

DFB-Pokal-Sieger

Im Berliner Olympiastadion feierte Langerak den bis dahin größten Erfolg seiner Karriere, als er den angeschlagenen Roman Weidenfeller nach 34 Minuten im Tor ersetzen musste. Der Rest ist Geschichte: Der BVB gewann deutlich mit 5:2 gegen den FC Bayern München und holte das Double aus Meisterschaft und DFB-Pokal ins Ruhrgebiet. Shinji Kagawa und Robert Lewandowski führten die Borussia damals zum Sieg.

Der Sieggarant

Auch wenn die Saison 2013 mit den zweiten Plätzen in der Bundesliga, im DFB-Pokal und in der Champions League nicht optimal für den BVB verlief, Langerak blieb dennoch ungeschlagen. Dreimal durfte er auflaufen, gegen Leverkusen, Augsburg und Düsseldorf standen am Ende drei Siege. Und seine Serie sollte weitergehen, bis in den Spätsommer 2013 blieb der Australier in 15 Spielen für den BVB ungeschlagen.

Die Serie reißt

Die beeindruckende Serie des Australiers im Kasten von Borussia Dortmund riss am 18. September 2013. Nach 15 ungeschlagenen Spielen in Folge verlor der BVB in der Königsklasse gegen den SSC Neapel - Langerak kam für Weidenfeller ins Spiel, der mit Rot vom Platz flog. Bis zum ersten Spieltag der aktuellen Bundesliga-Saison (0:2 gegen Leverkusen) sollte es aber auch die letzte Niederlage mit Langerak im Kasten sein.

Mr. Chillaxed

Und was macht man als Australier in Deutschland sonst so, wenn mal kein Training ansteht? - "Ich bin sehr zufrieden mit meiner derzeitigen Situation und auch mein Club scheint zufrieden mit mir zu sein", erklärt der WM-Teilnehmer 2014, der sich wann immer es die Zeit erlaubt mit seinem Landsmann Robbie Kruse trifft. "Die Vorurteile die die Deutschen gegenüber Australiern haben sind genau richtig", lässt er mit einem Augenzwinkern wissen. "Nach dem Training "chille" ich, trinke Kaffee und hänge rum."

Zusammengestellt von Christopher Mayer-Lodge