Köln - Chicharito avanciert zur personifizierten Lebensversicherung der Werkself, der Schanzer Moritz Hartmann schreibt Vereinsgeschichte, Bayerns Verteidiger Javi Martinez beendet seine Duststrecke und Dieter Hecking darf bei seinem 50. Bundesliga-Sieg mit dem VfL Wolfsburg jede Menge Tore bejubeln. Diese 10 Dinge sollten Sie sich über den 13. Spieltag der Bundesliga-Saison 2015/16 merken.

1) Sixpack zum Jubiläums-Sieg

Dieter Hecking feierte beim 6:0-Erfolg gegen den SV Werder Bremen seinen 50. Bundesliga-Sieg als Coach des VfL Wolfsburg. Und seine Spieler machten einen ganz besonderen daraus - nämlich den höchsten Wolfsburger Bundesliga-Sieg seit 15 Jahren. Höher als mit sechs Toren Differenz gewann der VfL in der Bundesliga überhaupt noch nie. Ein rundum runder Nachmittag für die Wölfe.

2) Bayern kann auch Kampfsiege

Leichtfüssig spazierte der FC Bayern München bis zum 13. Spieltag durch die Bundesliga, selbst die mit Spannung erwarteten Duelle mit Wolfsburg und Dortmund dominierte der Rekordmeister, fuhr am Ende zweimal einen 5:1-Erfolg ein. Nach dem 13. Spieltag ist nun aber klar: Die Bayern können auch Kampfsiege. Beim 3:1-Erfolg über den FC Schalke 04 mussten die Münchner alles aus sich herausholen, um gegen tief stehende und clever verteidigende Knappen am Ende den 12. Sieg im 13. Spiel einzufahren. "Die Umstände waren bei dem Wetter schwierig, der Platz war richtig schwer zu spielen. Dann geht es eben um Kampf und um Leidenschaft, aber auch um Disziplin", bilanzierte Arjen Robben im Interview nach der Partie.

3) Der FCA ist wieder da

Es war eine Leistung wie in alten Zeiten. Defensiv und offensiv – der FC Augsburg überzeugte beim 4:0-Sieg in Stuttgart restlos. "Das gibt uns jetzt Mut und Vertrauen für die anstehenden Aufgaben", sagte Paul Verhaegh im Interview mit bundesliga.de. Von der ersten Minute an war man im schwäbischen Duell die bessere Mannschaft, 13 Torschüsse feuerten die Augsburger ab auf das VfB-Tor, vier davon fanden ihr Ziel. Eine bemerkenswerte Effizienz, die der FCA so in dieser Spielzeit noch nicht gezeigt hatte.

4) Rekord-Mexikaner

Mit zwei Treffern führte Javier "Chicharito" Hernandez sein Team Bayer Leverkusen fast im Alleingang zum 3:1-Sieg bei Eintracht Frankfurt. Mit nun insgesamt sechs Bundesliga-Toren ist er seit gestern der erfolgreichste Torschütze aus Mexiko in der Bundesliga-Historie. In seinen insgesamt 15 Pflichtspielen für Leverkusen traf Chicharito beachtliche zwölf Mal, mit seinen Treffern in Frankfurt war er im siebten Bayer-Pflichtpsiel in Folge erfolgreich. Chicharito ist derzeit die personifizierte Lebensversicherung für die Werkself.

5) Keine Tore, aber viele Punkte

Der 1. FC Köln ist seit drei Bundesliga-Spielen ungeschlagen und hat jetzt schon 19 Punkte auf dem Konto – so viele waren es in der letzten Saison nach Abschluss der Hinrunde (zur Tabelle). Trotzdem warten die Kölner nach dem torlosen Remis gegen den 1. FSV Mainz 05 seit mittlerweile 350 Minuten, also fast sechs Stunden, auf einen Torerfolg im eigenen Stadion. Mainz blieb hingegen erstmals in dieser Saison drei Bundesliga-Spiele in Folge ungeschlagen (Heimsieg gegen Wolfsburg, Unentschieden in Augsburg und Köln). "Am Ende können wir mit dem Punkt gut leben", ließ Yunus Malli nach dem Spiel im Interview mit bundesliga.de wissen.

6) Hartmann und Bauer schreiben Geschichte

Beim 3:1-Erfolg des FC Ingolstadt im Aufsteigerduell gegen den SV Darmstadt 98 schnürte Routinier Moritz Hartmann einen Doppelpack - er ist damit der erste Schanzer, der in der Bundesliga in einem Spiel doppelt trifft. Zudem sicherte sich der 20-Jährige Robert Bauer als jüngster Bundesliga-Torschütze des FCI einen Platz in der Vereinsgeschichte.

7) Die Serie geht weiter

Andre Schubert und Borussia Mönchengladbach reiten weiter auf einer Welle des Erfolgs. Im ersten Spiel nach Schuberts Vertragsunterzeichung als Cheftrainer bis 2017 holte die Fohlenelf einen knappen 2:1-Sieg gegen Hannover 96 - bereits der siebte Sieg im achten Bundesliga-Spiel (ein Remis) unter der Regie von Schubert. Danken durfte Schubert nach dem Spiel gegen 96 vor allem Ibrahima Traore, der sein Team mit 1:0 in Führung gebracht hatte, am Ende an neun der 21 Torschüsse der Gastgeber beteiligt war und vor allem mit Mahmoud Dahoud perfekt harmoniert. "Es war ein super Pass von meinem kleinen Bruder. (lacht) Er ist ein überragender Spieler", sagte Traore im Interview nach dem Spiel.

8) Freudenfest gegen Lieblingsgegner

Standing Ovations gab es für den Hamburger SV nach dem verdienten 3:1-Erfolg über Borussia Dortmund von den Fans im Volksparkstadion. Kein Wunder, schließlich haben die Hanseaten sich nach zwei äußerst durchwachsenen Spielzeiten endlich gefangen. Mit bereits 18 Punkten haben die Rothosen bereits einen Zähler mehr geholt als in der gesamten Hinrunde 2014/15. Die Hanseaten beendeten die Dortmunder Serie von sieben Siegen am Stück. Der BVB scheint dem HSV ohnehin zu liegen und kann nach dem gestrigen Erfolg getrost als neuer Hamburger Lieblingsgegner genannt werden. Nur eines der letzten zehn Heimspiele verloren die Rothosen gegen Dortmund (Topdaten). Aus den letzten sieben Vergleichen beider Teams verlor der HSV nur einmal.

9) Gefeierter Mann

Lewis Holtby war beim Sieg des HSV über den BVB Torschütze zum 2:0 und Vorbereiter der entscheidenden Chance, die zum Elfmeter führte. Dementsprechend glücklich sprach er nach dem Spiel mit bundesliga.de: "Ich würde mal sagen, es war auf jeden Fall das effektivste Spiel seitdem ich hier bin. Ich bin froh, dass ich neben meinem Tor auch eine Vorlage beisteuern konnte."

10) Auf Müllers Spuren

Auch wenn es bei Borussia Dortmund mal nicht läuft, Pierre-Emerick Aubameyang trifft trotzdem. Mit seinem 15. Saisontor hat er nun Robert Lewandowski, der an diesem Wochenende leer ausging, in der Torjägerliste um einen Treffer überholt. 13 Treffer nach 15 Spielen schaffte zuletzt vor 38 Jahren Dieter Müller (Topdaten zu HSV-BVB), einem Spieler des BVB gelang das noch nie. Trifft der Gabuner in dieser Frequenz weiter (XL-Galerie: Aubameyangs Saisontore), könnte am Saisonende sogar der 40-Tore-Rekord von Gerd Müller aus der Saison 1971/72 wackeln.