Köln - Dominic Maroh schwingt sich zum Derby-Helden auf, Holger Badstuber feiert nach 200 Tagen Leidenszeit ein emotionales Comeback und in der Hauptstadt ist man auf den Turban gekommen. Diese 10 Dinge sollten Sie sich über den 12. Spieltag der Bundesliga-Saison 2015/16 merken.

1) Mit dem Turban ins Glück

Was war das für ein Knall-Start in den 12. Spieltag. Hertha BSC besiegt Hannover 96 mit 3:1 und feiert vor allem Dreierpacker Salomon Kalou. Der Ivorer erzielte als erster Herthaner seit Theofanis Gekas am 21. März 2010 bei einem 5:1 in Wolfsburg nach fünfeinhalb Jahren wieder einen Dreierpack – dafür benötigte er genau drei Torschüsse. Man mag es kaum glauben, aber geholfen hat ihm dabei ein Turban. Kalou lief nach kurierter Platzwunde und Gehirnerschütterung aus der Vorwoche mit einem blau-weißen Kopfverband. "Der Turban hat mir offenbar Glück gebracht", scherzte er anschließend im Interview mit bundesliga.de.

2) Das Leiden hat ein Ende

Woche für Woche sorgen die Stars des FC Bayern München dank Glanzleistungen für immer neue Highlights, doch nur einer schafft es allein durch seine Anwesenheit für kollektive Gänsehaut in der Allianz Arena zu sorgen: Holger Badstuber. Der leidgeprüfte Innenverteidiger hat sich mal wieder zurückgekämpft und exakt 200 Tage nach seinem letzten Pflichtspiel gegen den VfB Stuttgart sein umjubeltes Comeback gefeiert. Der beeindruckende Empfang bei seiner Rückkehr war der Lohn für den harten Weg zurück. "Das geht unter die Haut", sagte er nach Abpfiff. "Ich hoffe, dass ich den Fans durch meine Leistung etwas zurückgeben kann."

3) Plötzlich Torjäger

Kann man mal so machen! Dominic Maroh hat sich mit nur einem Spiel nicht nur zum Derbyhelden gemacht, sondern auch gleich zum Torjäger. Der Kölner Innenverteidiger hatte in seiner Bundesliga-Karriere noch nie mehr als ein Tor pro Saison (!) erzielt. Im Derby gegen Bayer Leverkusen knipste der Abwehrmann jetzt gleich doppelt. Ist in einem Nachbarschaftsduell natürlich auch doppelt schön.

4) Sünder

Im Spiel gegen den FC Ingolstadt sah Borussia Mönchengladbachs Granit Xhaka zum vierten Mal in seiner Bundesliga-Karriere die Ampelkarte und hat damit einen nicht unbedingt erstrebenswerten Rekord aufgestellt. Das ist nämlich noch nie einem Spieler der Fohlen vor ihm gelungen. Immerhin stand er damit an diesem Spieltag nicht allein. Neben ihm flogen auch Kyriakos Papadopoulos (Geld-Rot) und Julian Draxler (Rot) vom Feld. Drei Platzverweise an einem Spieltag sind Saisonrekord.

5) Er kann's auch vom Punkt

Eigentlich schwer zu glauben, aber Pierre-Michel Lasogga ist beim Spiel des Hamburger SV beim SV Darmstadt erstmals in seiner Profi-Karriere zu einem Elfmeter angetreten. Es dürfte auch nicht der letzte gewesen sein, denn der Stürmer verwandelte eiskalt und sicherte seinen Farben damit einen Punkt am Böllenfalltor. Mit seinem fünften Treffer hat er seine Ausbeute aus der Vorsaison jetzt schon übertroffen.

6) Neuer Bayern-Rekord? Klar!

Was wäre ein Bundesliga-Spieltag in dieser Saison ohne einen neuen Rekord der Rekord-Bayern. Beim 4:0-Heimsieg gegen den VfB Stuttgart fackelten die Münchner im ersten Durchgang ein wahres Torschuss-Feuerwerk ab. Satte 23 Schüsse flogen VfB-Keeper Tyton um die Ohren. Das gelang seit Datenerfassung (1992) nie zuvor einer Mannschaft.

7) Auf Latteks Spuren

Andre Schubert gab zwar als Coach von Borussia Mönchengladbach beim 0:0 gegen Ingolstadt erstmals Punkte ab, blieb auch in seinem siebten Bundesliga-Spiel ungeschlagen. Eine solche Startserie als Fohlen-Trainer in der Bundesliga hatte zuvor nur Udo Lattek hingelegt - vor 40 Jahren.

8) Die 250 sind voll

Gefühlt gilt die TSG 1899 Hoffenheim noch immer als Neuling der Bundesliga, doch die Kraichgauer haben nach dem 0:0 gegen Frankfurt genau 250 Mal in der Bundesliga gespielt. Die blanken Zahlen: 79 Siege, 71 Unentschieden und 100 Niederlagen. Nach vorne blieb die Mannschaft gegen die Hessen zwar ungefährlich, doch Huub Stevens konnte zumindest die Defensive stabilisieren, spielte auch im zweiten Spiel zu Null. Das hatte er aber vor allem seinem Keeper Oliver Baumann zu verdanken, der mehr Torschüsse abwehrte (neun) als seine Vorderleute abgaben (acht). Nur einmal in seiner Bundesliga-Karriere musste er mehr Bälle parieren.

9) Der beste Ginter aller Zeiten

Mit einem Treffer und einer Vorarbeit hatte Matthias Ginter entscheidenden Anteil am Revierderbysieg des BVB gegen den FC Schalke 04. Mit nunmehr fünf Vorlagen liefert der Außenverteidiger ein Bestwert für Defensiv-Spieler in der Bundesliga. Das 2:1 war bereits sein zweiotes Saisontor. Damit konnte er 2015/16 schon genau so oft jubeln, wie in seinen ersten vier Bundesliga-Spielzeiten zusammen.

10) Die Jagd nach der 40-Tore-Marke

Pierre-Emerick Aubameyang schloss mit seinem 14. Saisontor in der Torjägerliste zu Robert Lewandowski auf. So viele Treffer zum gleichen Zeitpunkt hatte im BVB-Dress zuvor einzig Manfred Burgsmüller in der Saison 1980/81 auf dem Konto. Bei Bayern gelang dieses Kunststück dem legendären Gerd Müller sogar drei Mal (15 Tore 1976, 16 Tore 1972, 17 Tore 1968). Doch ein historischer Rekord könnte wackeln: Treffen Aubameyang und Lewandowski in dieser Frequenz weiter, könnte sogar die 40-Tore-Marke von Gerd Müller aus der Saison 1971/72 geknackt werden.