Köln - Der Angriff von Borussia Dortmund läuft eine Woche vor dem Derby gegen den FC Schalke 04 auf Hochtouren, Andre Schubert verewigt sich nach sechs Bundesliga-Spielen in den Geschichtsbüchern, und auch ein Japaner schafft Historisches - diese 10 Dinge sollten Sie sich über den 11. Spieltag der Bundesliga-Saison 2015/16 merken.

1) Dortmunder Derby-Vorfreude

Eine Woche vor dem Revierderby gegen den FC Schalke 04 hat Borussia Dortmund beim 3:1-Erfolg in Bremen seine bestechende Form der vergangenen Spiele unterstrichen. Gegen die Hanseaten brannten Pierre-Emerick Aubameyang, Henrikh Mkhitaryan und allen voran Marco Reus erneut ein Offensiv-Feuerwerk ab. In den jüngsten fünf Partien gelangen den Borussen stolze 20 Tore! Kein Wunder, dass die Vorfreude auf das Duell mit den Königsblauen langsam steigt.

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2) Schuberts Bundesliga-Rekord

Was für eine Geschichte! Seit sechs Bundesliga-Spielen ist Andre Schubert als (Interims-)Trainer für Borussia Mönchengladbach verantwortlich, und alle sechs Spiele unter seiner Regie gewann die Fohlenelf. Nach dem überzeugenden 4:1 bei Hertha BSC darf der bescheidene Coach sogar über einen Bundesliga-Rekord jubeln: Schubert ist nach Willi Entenmann (1986 mit dem VfB Stuttgart) der zweite Trainer, der seine ersten sechs Bundesliga-Spiele allesamt gewinnen konnte. Das Geheimnis dieses Erfolgs? "Jetzt glauben wir wieder an uns", sagt Kapitän Granit Xhaka im Interview.

3) 1000. Heim-Gegentor

Es gibt Jubiläen, die möchte man am liebsten nie erleben. Ein solches gab es am Samstag für den SV Werder Bremen, der beim 1:3 gegen Borussia Dortmund als erster Bundesligist das 1000. Gegentor in einem Heimspiel hinnehmen musste (das 0:1 durch Marco Reus). Doch die unschöne Statistik hat auch einen erfreulichen Hintergrund, schließlich sind die Werderaner nach dem Hamburger SV auch das Team mit den meisten absolvierten Bundesliga-Spielen.

Die Ewige Tabelle der Bundesliga

4) Stuttgart im Aufwind

Der VfB Stuttgart befindet sich nach dem 2:0-Erfolg gegen den SV Darmstadt 98 im Aufwind. Die Schwaben, die in den ersten fünf Spielen der Saison keinen Punkt geholt hatten, haben seitdem eine positive Bilanz (drei Siege, ein Remis, zwei Niederlagen). Das liegt vor allem daran, dass die Stuttgarter nicht mehr nur im Hurra-Stil nach vorne spielen, sondern der Defensive mehr Beachtung schenken - mit Erfolg! In drei der jüngsten vier Pflichtspiele kassierte der VfB kein Gegentor.

5) Rekord-Japaner

Als Niko Bungert nach dem Last-Minute-Remis des 1. FSV Mainz 05 beim FC Augsburg auf Yoshinori Muto angesprochen wurde, geriet der Kapitän ins Schwärmen: "Wenn er so spielt, ist er sehr wichtig und unbezahlbar", erklärte er. Ein Urteil, das nicht überraschen konnte, schließlich hatte Muto gerade den ersten Dreierpack seiner Bundesliga-Karriere erzielt und damit sogar einen Rekord aufgestellt. In seinen ersten elf Partien traf er in der Bundesliga so häufig wie kein Landsmann vor ihm (sechs Mal).

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6) Kleine Pause im Torjäger-Duell

Chancen hatten sie, aber an diesem Wochenende gönnten sich Robert Lewandowski und Pierre-Emerick Aubameyang eine kleine Tor-Pause. Die mit jeweils 13 Treffern führenden der Torschützenliste blieben auf ihrer Jagd nach dem 40-Tore-Rekord dieses Mal ohne Erfolg - vielleicht aus Respekt vor Rekordhalter Gerd Müller, der am Dienstag (3. November) seinen 70. Geburtstag feiert.

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Video: Auf der Jagd nach dem Gerd-Müller-Rekord

7) Wechselkönig Hecking

Der VfL Wolfsburg ist nach dem 2:1-Heimsieg gegen Bayer 04 Leverkusen wieder voll in der Spur und als Tabellendritter auf einem direkten Champions-League-Platz. Großen Anteil daran hatte Trainer Dieter Hecking, der gegen die Werkself mal wieder die richtigen Joker zog, denn der eingewechselte Bas Dost legte dem eingewechselten Julian Draxler das Siegtor auf. Schon vergangene Woche gegen Darmstadt 98 (Caligiuri zum Sieg) und unter der Woche im DFB-Pokal gegen den FC Bayern (Schürrle zum Ehrentreffer) hatte Hecking Torschützen ins Spiel gebracht.

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8) Der liebe Philipp Lahm

Dass Philipp Lahm nicht gerade im Verdacht steht ein Treter zu sein, ist hinlänglich bekannt. Als er dann beim 0:0 gegen Eintracht Frankfurt aber nicht nur ein Foul beging, sondern auch noch eine Gelbe Karte sah, holten die Statistiker eine beeindruckende Bilanz aus den Tiefen der Datenbank. Der Kapitän des FC Bayern München hatte nämlich zuvor über ein Jahr lang kein Foul am Gegenspieler verursacht - in ganzen 24 Bundesliga-Spielen! Eine Statistik, die geschickte Zweikampfführung und gutes Stellungsspiel beweist. Übrigens: In den vergangenen dreieinhalb Jahren hat Lahm - wahlweise in Verteidigung oder Mittelfeld aufgeboten - gerade einmal drei Gelbe Karten gesehen.

9) Seltenes Glück

Mit seinem zweiten Bundesliga-Tor im 113. Spiel hat Tobias Levels am Samstag dafür gesorgt, dass die auswärtsstarken Ingolstädter den nächsten Punkt in der Fremde eingefahren haben. Beim 1:1 gegen den FC Schalke 04 traf er zur zwischenzeitlichen Führung - mit Ansage!"Unsere Physiotherapeuten haben mich unter der Woche bei der Massage ein bisschen aufs Korn genommen. Sie wollten mich ein bisschen aufziehen, was das Tore schießen angeht", erzählte er hinterher gut gelaunt im Interview.

10) Stevens Serie hält

Es bleibt dabei: Wenn Huub Stevens beim Gegner auf dem Trainerstuhl sitzt, kann der 1. FC Köln nicht gewinnen. Keines seiner letzten zehn Spiele gegen die Rheinländer hat der Neu-Coach der TSG 1899 Hoffenheim verloren (fünf Siege, fünf Remis). Beim 0:0 am Samstag gelang dem Niederländer das, was sie sich im Kraichgau bei seiner Verpflichtung erhofft hatten. Schon nach wenigen Tagen war im Spiel der TSG deutlich mehr Stabilität erkennbar.

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