Köln - Nach 16 Jahren in der Bundesliga gibt Claudio Pizarro an diesem Wochenende seinen Abschied. Der spielstarke Peruaner erzielte in seiner Karriere bislang 176 Bundesliga-Tore und durchbrach als erster Spieler die Marke von 1000 Torschüssen. bundesliga.de hat 10 Dinge über den 36-jährigen peruanischen Stürmer herausgefunden, die Sie vielleicht noch nicht wussten.

1. Die Anfänge in Peru

Pizarro ist in Surco, einem Vorort der peruanischen Hauptstadt Lima aufgewachsen. Seine ersten Schritte im professionellen Fußball machte er aber ein paar hundert Kilometer die Küste hoch, im Städtchen Chimbote. Mit 17 Jahren gab er dort sein Debüt für Deportivo Pesquero. 1998 zog es ihn zurück in die Hauptstadt, um für Alianza Lima zu spielen, ehe er im darauf folgenden Sommer der erste größere Transfer der damals neuen sportlichen Geschäftsführung von Werder Bremen um Thomas Schaaf und Klaus Allofs werden sollte.

2. Durchbruch in der Bundesliga

Der 20 Jahre alte südamerikanische Newcomer schlug in Deutschland sofort ein. In seinem ersten Startelf-Einsatz, am 4. Spieltag der Saison 1999/2000, brachte er Werder gegen den 1. FC Kaiserslautern gleich per Kopf mit 1:0 in Führung, bereitete außerdem das zweite Tor mustergültig vor. Am Ende sollte ein 5:0-Erfolg der Bremer stehen. Nur eine Woche später schaffte Pizarro dann den endgültigen Durchbruch. Beim 7:2-Sieg gegen den VfL Wolfsburg markierte er in der zweiten Halbzeit einen lupenreinen Hattrick - ein neuer Bundesliga-Star war geboren.

3. Titelsammler

29 Tore in zwei Spielzeiten für den damaligen Dauerrivalen waren genug, um das Interesse des FC Bayern am Peruaner zu wecken. 2001 wechselte er an die Isar, zwei Jahre später begann Pizarro seine beeindruckende Titelsammlung mit der ersten von sechs Deutschen Meisterschaften und dem ersten von sechs DFB-Pokal-Titeln. Den Double-Gewinn sollte Pizarro noch zweimal wiederholen (2005 und 2006), ehe er sich für den nächsten Schritt entschied und zum FC Chelsea nach England wechselte. Die Bundesliga sollte Pizarro aber nicht lange verlieren...

4. Der Held kehrt zurück

...denn in der darauf folgenden Saison kam Pizarro dorthin zurück, wo in Deutschland alles begonnen hatte. Sein Mentor Thomas Schaaf lockte ihn auf leihbasis zurück zum SV Werder Bremen. Die Nachricht des Wechsels genügte damals, um in Bremen und Umgebung einen wahren "Run" auf das Trikot mit der Nummer 24 auszulösen. Pizarro zahlte das Vertrauen der Fans zurück, indem er sich mit 17 Saisontoren sogleich wieder zum Bremer Top-Torschützen aufschwang. Nach zähen Verhandlungen im darauf folgenden Sommer, unterschrieb Pizarro für drei weitere Jahre bei Werder.

5. Pferdezüchter

Die große Leidenschaft von Claudio Pizarro Abseits des Platzes ist das Pferdezüchten. Und aus der Leidenschaft wurde sogar ein echtes Geschäft: "Ich züchte Pferde und verkaufe sie. Es sind beeindruckende Tiere und sie sind ein bisschen wie Menschen. Sie sind sehr stark und leistungsfähig, das mag ich", sagt Pizarro. Sein ehemaliger Bremer Teamkollege Tim Borowksi teilt dieses Interesse. Gemeinsam besitzen die beiden das Pferd "Black Arrow", welches seinem Namen bei diversen Pferderennen immer wieder gerecht wird.

6. Familienmensch

Seine Familie hat Pizarro immer wieder die Unterstützung gegeben, die er während seiner langen Karriere auf einem Kontinent weit entfernt von seiner Heimat gebraucht hat. 1999 heiratete er seine Jugendliebe Karla Salcedo, gemeisam sind sie stolze Eltern einer Tochter (Antonella) und zweier Söhne (Claudio und Gianluca). Alle drei Kinder sind in Deutschland aufgewachsen. Dennoch ist es für Pizarro wichtig, dass sie einige Dinge aus der Heimat ihrer Eltern mitnehmen. Zum Beispiel die peruanische Küche: "Die ist fanstastisch", sagt Pizarro, "auch wenn ich nicht selbst kochen kann."

7. Voller Einsatz für das Vaterland

Auch wenn die Distanz zu seinem Heimatland enorm ist, ist Pizarro im Laufe der Jahre immer im Nationalteam Perus aufgelaufen. Die Verpflichtung für die Nationalmannschaft aufzulaufen stand für ihn "nie zur Debatte". Klar, denn Pizarro ist seit Jahren der unangefochtene Star der Mannschaft. Pech nur, dass der Rest des Teams zumeist nicht an die Leistungen des Leaders anknüpfen konnte und Pizarro die Teilnahme an einer WM-Endrunde somit verwährt blieb. Einen Rekord hat er dennoch inne: 2003 schoss er gegen Mexiko in der ersten Minute das schnellste Tor, das jemals ein peruanischer Nationalspieler erzielen konnte.

8. Rekord verpasst

Mit dem Ende seines zweiten Engagements bei Werder Bremen verpasste Pizarro mit insgesamt 89 Bundesliga-Toren für die Norddeutschen den Club-Rekord von Marco Bode (101 Tore) nur knapp. Bode, heute Aufsichtsratsvorsitzender bei Werder, spielte zum Ende seiner Karriere noch zwei Jahre gemeinsam mit Pizarro bei den Grün-Weißen. Er adelt den Peruaner noch heute als "den besten Spieler, mit dem ich je zusammengespielt habe". Bremen war auch der Club, bei dem Pizarro den Rekord gebrochen hat, für den er wohl am besten bekannt ist...

9. Rekord gebrochen

...und den er am 23. Oktober 2010 im Spiel bei Borussia Mönchengladbach aufstellte. Sein Tor in der 75. Minute, mit dem er den 4:1-Sieg besiegelte, war sein 134. in der Bundesliga. Er überholte damit Giovane Elber und schwang sich zum ausländischen Rekordtorschützen in der Geschichte der Bundesliga auf. Am folgenden Tag setzte er sich zu Hause gemeinsam mit seinen Kindern aufs Sofa und schaute sich eine DVD mit allen 134 Toren an. "Sie haben jedes einzelne Tor bejubelt", ließ er anschließend wissen.

10. Was folgt noch?

Mehr als vier Jahre später hat Claudio Pizarro noch einen weiteren Rekord in der Tasche: Er ist nun auch der ausländische Spieler mit den meisten Bundesliga-Einsätzen. Auch wenn die Konkurrenz im Bayern-Kader riesig ist, der "Andenbomber" hat die Jagd auf weitere Tore und Einsätze nicht aufgeben. Diese will er nun bis zu seinem Karriere-Ende im Ausland fortführen.