Köln - Douglas Costa hat hat ein traumhaftes Bundesligadebüt für den FC Bayern München gefeiert: Beim 5:0-Sieg gegen den HSV trifft der Flügelflitzer selbst und bereitet ein Tor von Thomas Müller vor. Aber wer ist der 24-jährige Brasilianer, der vom ukrainischen Top-Club Shaktar Donezk an die Isar gewechselt ist? bundesliga.de präsentiert Ihnen zehn wissenswerte Fakten und Informationen, die Sie vielleicht noch nicht über Douglas Costa wussten.

1. Ex-Hamburger

FCB-Neuzugang Douglas Costa de Souza, so sein korrekter Name, wurde am 14. September 1990 in Sampucaia do Sul im brasilianischen Bundesstaat Rio Grande do Sul geboren. Nachdem er – wie fast jeder Brasilianer – als Kind mit Freunden das Fußballspielen lernte, schloss er sich im Alter von elf Jahren seinem ersten Verein an.

Dieser Club war der EC Novo Hamburgo, in dessen Jugendabteilung er im Jahr 2001 aufgenommen wurde. Ins Deutsche übersetzt bedeutet der Vereinsname des brasilianischen Clubs "SC Neu Hamburg". Die Stadt Novo Hamburgo wurde 1927 von deutschen Einwanderern gegründet. Kurios: Gleich am ersten Bundesliga-Spieltag trifft der FC Bayern auf den Hamburger SV. So schließt sich für Douglas Costa ein Kreis.

2. Ausbildung bei Gremio

Nach nur einem Jahr beim EC Novo Hamburgo wechselte Douglas Costa 2002 in die renommierte Nachwuchsabteilung des brasilianischen Top-Clubs Gremio Porto Alegre, wo er bis 2008 alle Junioren-Teams durchlief und anschließend in den Profikader aufgenommen wurde.

3. Schon in der Jugend herausragend

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Während seiner sechs Jahre in der Jugend Porto Alegres wurde Douglas Costa unter anderem Torschützenkönig und Spieler des Turniers beim Punta Cup, einem der wichtigsten Jugendturniere Südamerikas, sowie Torschützenkönig und Sieger des Taca Belo Horizonte de Juniores, dem Pokalwettbewerb für brasilianische U20-Teams.

4. Großes Vorbild

Wenn schon, denn schon! Spricht man Douglas Costa auf seine Vorbilder an, dann nennt er einen ganz großen Namen des Weltfußballs, der nebenbei auch bei Gremio in Porto Alegre ausgebildet wurde. Ronaldo de Assis Moreira, hierzulande besser bekannt unter seinem Künstlernamen "Ronaldinho". Der Weltfußballer der Jahre 2004 und 2005 wechselte 2001, also ein Jahr bevor sich Douglas Costa Gremio anschloss, von dort zu Paris St. Germain und startete seinen Weltkarriere.

5. Bekannter Namensvetter

Den Namen "Douglas" verdankt der FCB-Neuzugang seinem Vater, der ihm diesen in Anlehnung an eine lokale Fußballgröße gab, "damit ich unter den anderen Jungs heraussteche", wie Costa erklärt. Möglich, dass dieser lokale Fußballheld Maicon Douglas Sisenando, besser bekannt als "Maicon", ist. Maicon kommt in jedem Fall auch aus Novo Hamburgo und hat das erreicht, was Douglas Costa beim FC Bayern noch schaffen will: Er ist mit Inter Mailand (ausgerechnet gegen die Münchener) Champions-League-Sieger 2010 geworden, hat den Weltpokal gewonnen und außerdem vier italienische Meisterschaften und drei Pokalsiege mit Inter gefeiert.

6. Experte auf grünem Untergrund

Steht Douglas Costa nicht gerade auf dem grünen Rasen und geht mit dem Fußballspielen seinem Beruf und seiner größten Leidenschaft nach, dann sitzt er häufig am grünen Filztuch. Pokerspielen ist eines von Costas größten Hobbys.

In München wird er allerdings ein neues Kartenspiel lernen müssen: Schafkopf steht bei den neuen Teamkollegen, allen voran Thomas Müller, hoch im Kurs. Aber auch auf dem anderen grünen Filz, dem Billardtisch, ist Costa ein Virtuose. Dort hat ihm sein Vater alles beigebracht.

7. Gejagt von den ganz Großen

2008 wurde Costa bei Gremio zum Profi – und war eines der größten Talente Brasiliens. Die ganz großen Clubs aus Europa wurden auf den damals 18-Jährigen aufmerksam, angeblich hatten der FC Barcelona, Real Madrid, Manchester United, der FC Chelsea und auch der FC Bayern München schon ihre Fühler nach dem brasilianischen Youngster ausgestreckt. Zu einem Transfer kam es seiner Zeit aber noch nicht, plötzliche Leistungsschwankungen sollen der Grund gewesen sein.

8. Fünf Jahre in der Ukraine

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Anfang 2012 wechselte Costa zu Shaktar Donetzk. In der ersten ukrainischen Liga bestritt er 141 Spiele, war an 59 Toren beteiligt. In der Königsklasse lief er für Donezk 34 Mal auf, 24 Mal davon in der Startelf (6 Tore / 7 Vorlagen) – so auch in der abgelaufenen Spielzeit gegen den FC Bayern. Das absolute Highlight auf internationalem Parkett erlebte Douglas Costa am 27. November 2013, beim 4:0-Sieg gegen Real Sociedad San Sebastian, als er einen Doppelpack schnürte und ein weiteres Tor auflegte.

9. Gefragt in der Selecao

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Insgesamt neun Mal lief Costa bisher in der brasilianischen A-Nationalmannschaft auf, sein Debüt gab er unter Coach Carlos Dunga Ende letzten Jahres beim 4:0-Sieg der Selecao in der Türkei. Seinen ersten – und bisher einzigen – Treffer für Brasilien erzielte Costa jüngst bei der Copa America. Es war ein ganz wichtiger: Als Joker traf er in der Nachspielzeit zum 2:1-Sieg gegen Peru.

10. Titelsammler

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Douglas Costa hat das Bayern-Gen, zumindest wenn es um das Sammeln von Titeln geht. Fünfmal holte er mit Donezk die ukrainische Meisterschaft (2010, 2011, 2012, 2013, 2014), wurde außerdem dreimal Pokalsieger (2011, 2012, 2013). Mit der brasilianischen U20-Nationalmannschaft gewann Costa 2009 die Südamerikameisterschaft, bei der U20-WM im selben Jahr unterlag er erst im Finale gegen Ghana im Elfmeterschießen. Costa aber verwandelte seiner Zeit seinen Strafstoß.

Dennis-Julian Gottschlich