München - 40 Tage nach dem Gewinn des WM-Titels ehrte der FC Bayern München seine Helden. Manuel Neuer, Philipp Lahm, Thomas Müller, Mario Götze, Jerome Boateng und Bastian Schweinsteiger ließen sich in der ausverkauften Allianz Arena noch mal feiern. Im Spiel gegen den VfL Wolfsburg waren anschließend bis auf den gesperrten Boateng und den verletzten Schweinsteiger die übrigen vier Weltmeister gleich wieder von Beginn an gefordert. Und ein fünfter WM-Star wurde beim 2:1-Sieg zum Matchwinner.

"Mit einem Tor und einer Torvorlage hätte es nicht besser laufen können", sagte Arjen Robben. Der niederländische Nationalspieler bereitete Thomas Müllers Führung (37.) mustergültig vor, traf kurz nach der Pause (47.) selbst zum 2:0 und war mit fünf Torschüssen der abschlussfreudigste Spieler auf dem Platz. Obwohl der 30-Jährige nach seinem WM-Urlaub erst seit kurzem wieder voll ins Bayern-Training eingestiegen ist, hielt er die vollen 90 Minuten durch.

Robben überrascht sich selbst

"So lange habe ich mir nicht zugetraut. Ich hatte schon befürchtet, dass mir nach 20, 30 Minuten die Luft ausgeht", meinte Robben. "Aber ich habe dann doch ohne Probleme die 90 Minuten durchgezogen." Bei Finalheld Götze hingegen fehlte noch die letzte Spritzigkeit. Nach einer eher unauffälligen Vorstellung und nur einem Torschuss war für den 22-Jährigen die Partie nach 62 Minuten beendet.

Für die Bayern begann nach knapp einer Stunde eine Phase, in der der VfL Wolfsburg beflügelt durch Ivica Olic‘ Traumtor (52.) auf den Ausgleich drängte - auch weil den Bayern ein wenig die Kräfte schwanden. "Wir hatten dann Probleme, und wir hatten nur für 65, 70 Minuten Beine", urteilte Pep Guardiola. Der Bayern-Trainer hat noch dazu mit den Ausfällen von Leistungsträgern wie Schweinsteiger, Javi Martinez und Franck Ribery zu kämpfen.

Bayern mit dem nötigen Glück

"Wir haben nicht alle Spieler an Bord und spielen auch ein bisschen anders als vorher", sagte Torhüter Manuel Neuer auf Nachfrage von bundesliga.de. "Dass dadurch nicht alles zu 100 Prozent läuft, ist klar." Dem vor dem Spiel als Deutschlands Fußballer des Jahres geehrten Keeper unterliefen selbst ein paar Ungenauigkeiten im Spielaufbau - auf der Linie war er jedoch gewohnt sicher und hatte nach der Parade gegen Junior Malanda (80.) auch das nötige Glück, als der Belgier den anschließenden Lattenabpraller nicht im leeren Tor unterbrachte.

Die Abstimmung mit der im Pokalfinale erprobten und in der Vorbereitung weiter einstudierten Dreierkette vor ihm, lief auch noch nicht reibungslos. Kapitän Philipp Lahm, der überraschend als rechter Verteidiger auflief, sah ebenfalls noch Steigerungspotenzial: "Wir fühlen uns gut, aber hinten heraus hat uns in manchen Momenten die Kraft gefehlt."

Dauerbrenner Müller beißt sich durch

Einer, der damit offensichtlich keine Probleme hatte, war Thomas Müller. Der Premieren-Torschütze der 52. Bundesliga-Saison knüpfte nahtlos an seine starken Leistungen bei der WM in Brasilien an und hatte mit einer Laufleistung von 12,09 Kilometern den zweitbesten Wert aller Spieler vorzuweisen. "Die letzten zehn Minuten haben wir nur noch gebissen und haben es schließlich über die Zeit gebracht", sagte Müller im Interview nach der Partie.

Damit blieb auch im 13. offiziellen Eröffnungsspiel der amtierende Deutsche Meister ungeschlagen. Und der Appetit auf neue Titel ist bei den WM-Helden des FC Bayern so kurz nach der Weltmeisterschaft bereits wieder groß. "Ich bin hungrig, ich bin motiviert und möchte natürlich auch dieses Jahr erfolgreich Fußball spielen", sagte Neuer. Schließlich soll es am Saisonende nicht nur Blumen geben.

Aus München berichtet Maximilian Lotz

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