Köln - Der ganz große Höhepunkt des Jahres wirft seine ersten Schatten schon voraus. 22 Kids-Clubs mit etwa 240 Kindern im Alter von 8 - 12 Jahren werden an einem gemeinsamen Sommercamp in Bremen teilnehmen, das vom 31. Juli bis 2. August 2012 rund um das Weserstadion stattfindet wird.

Die Organisation und Vorstellung dieses außergewöhnlichen Projekts war ein Schwerpunktthema des diesjährigen Treffens der Kids-Clubs, das die DFL Deutsche Fußball Liga gemeinsam mit Gastgeber Bayer Leverkusen in der BayArena veranstaltet hat. Am 24. und 25. April ging es außerdem um aktuelle Themen wie den Umgang mit sozialen Netzwerken, den Aufbau von Juniorclubs oder Fragen zu Haftung und Aufsichtspflicht in der Kinder- und Jugendarbeit.

" Das ist eine Erfolgsgeschichte"



"Im Jahr 2008 hatten wir es mit acht Kids-Clubs zu tun, heute sprechen wir über 26 mit etwa 70.000 Kindern allein bei den DFL-Clubs. Das ist eine Erfolgsgeschichte. Gleichzeitig sind natürlich auch die Ansprüche gestiegen und die Themen komplexer geworden", sagte Marco Rühmann, Projektmanager Fanangelegenheiten der DFL. "Die Vereine sind mit ihren Kids-Clubs auf einem klasse Weg. Wer in Kinder investiert, der investiert in seine Zukunft", betonte Meinolf Sprink, Bayers Direktor Marketing und Kommunikation.

Neben dem Aufbau und der Weiterentwicklung ihrer Kinderclubs haben einige Vereine damit begonnen, eigene Juniorclubs zu entwickeln. Während sich die Kids-Clubs an Kinder im Alter bis maximal 14 Jahren wenden, richten sich die Juniorclubs in der Regel an 13- bis 18-Jährige. Marc Jansen stellte als Verantwortlicher die jüngst gegründeten Leverkusener Teens 04 vor, Thorsten Eikmeier vom HSV-Fanprojekt beschrieb das Konzept der HSV Young Supporters.

Wichtige Informationen zu Aufsichts- und Haftungsfragen



"Die Arbeit mit dieser Altersgruppe ist eine pädagogisch schwierige Aufgabe. Aber ich bin sicher, dass das klappen wird", machte Wilfried Lütkemeier, Geschäftsführer der in der Jugendhilfe tätigen von Laer Stiftung, den Vereinsverantwortlichen Mut. Der Übergang vom eher pflegeleichten Kids-Club- zum kritischeren Juniorclub-Mitglied sei völlig normal. "Das nennt man Pubertät", schmunzelte Lütkemeier.

Lütkemeier übernahm auch die Aufgabe, die rechtliche Situation bei Aufsichts- und Haftungsfragen zu erläutern. Zwar sind in den Clubs überwiegend Pädagogen und ausgebildete Betreuer für die Kinderarbeit zuständig. Doch ein fundiertes Wissen - etwa für die Durchführung von Fahrten und Veranstaltungen - gibt allen Verantwortlichen eine größere Handlungssicherheit.

Sommercamp 2012 in neuen Dimensionen



Auf großes Interesse der Tagungs-Teilnehmer stieß auch der Vortrag über soziale Medien. Mareike Wedler von cosomedia nannte Nutzen und Gefahren sozialer Netzwerke für die Zielgruppe der Kids-Clubs. Datenschutz, Missbrauch und altersgerechte Angebote seien zentrale Elemente, die berücksichtigt werden sollten. Beispielsweise sei nicht allen Eltern und Nutzern klar, dass das soziale Netzwerk Facebook erst von Kindern ab 13 Jahren genutzt werden darf.

Sicherheit im Internet wird auch ein Angebot der Großveranstaltung des Sommercamps sein. Nadja Pilzweger von Werder Bremen, das schon seit Jahren Maßstäbe in der sozialen Arbeit setzt, stellte das Programm des dreitägigen Events vor, dass es in dieser Größenordnung und mit der Teilnahme so vieler unterschiedlicher Clubs noch nicht gegeben hat. 40 Betreuer und viele ehrenamtliche Helfer werden den 240 Kindern aus 22 Kinderclubs zur Seite stehen. Neben dem Abbau von Vorurteilen gegenüber den anderen jungen Fans aus zum Teil rivalisierenden Vereinen und dem Nutzen sozialpädagogischer Angebote, wartet auf die Kinder vor allem eins in Bremen: ganz viel Spaß!