Zusammenfassung

  • Timo Horn ärgert sich über die Derby-Niederlage

  • Köln muss aus seiner Sicht offensiv spielstärker werden

  • Dem Torwart wird nach dem 0:1 aber nicht angst und bange

Mönchengladbach - Zum ersten Mal in der Ära von Peter Stöger verlor der 1. FC Köln sein Auftaktspiel einer neuen Saison. Im rheinischen Derby setzte es eine 0:1-Niederlage bei Borussia Mönchengladbach. Nach dem Spiel bezog der starke Kölner Torhüter Timo Horn im Interview Stellung.

Frage: Timo Horn, wie bitter ist die Derby-Niederlage für Sie und den 1. FC Köln?

Timo Horn: Es gibt vom Gefühl her nichts Schlechteres, als mit einer Niederlage im Derby in die Saison zu starten. Auf der anderen Seite war es aber auch nur ein Spiel um drei Punkte. Wir haben in den nächsten Wochen noch einiges zu tun. 

Frage: Wo lagen die Ursachen für die Niederlage?

Horn: In der ersten Halbzeit haben wir viel zu viele Torschüsse zugelassen. Wir waren vielleicht etwas überrascht, obwohl wir angesprochen hatten, dass die Borussia über ihre Außen sehr stark ist. Das haben sie dann auch gezeigt. Die Phase haben wir dennoch ohne Gegentor überstanden. Das haben wir dann direkt nach der Pause bekommen, was ganz bitter war. Ab der 60. Minute haben wir die Initiative übernommen, Gladbach wurde dann auch etwas müde, nachdem die Mannschaft ein hohes Tempo gegangen war. Aber wir waren nicht zwingend genug. In den nächsten Wochen müssen wir daran arbeiten, dass wir uns noch mehr Chancen erarbeiten und offensiv spielstärker werden. Dann kommen auch wieder die Siege zurück. In einem Auswärtsspiel in Gladbach muss alles passen. Das war diesmal leider nicht immer der Fall.

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Frage: Dafür hatten Sie viele Möglichkeiten, um sich auszuzeichnen.

Horn: Für einen Torwart ist es schöner, wenn er sich nicht auszeichnen muss und wir selbst Druck aufbauen. In der ersten Halbzeit war ich hier und da gefordert. Aber das waren alles Bälle, die ich bei meinem Anspruch auch halten muss. 

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Frage: Beim Gegentor wurde der FC klassisch ausgekontert. War die Situation nicht zu verteidigen?

Horn: Wir hatten schon in der ersten Halbzeit in einige Situationen Glück gehabt. Wenn dann der Ibrahima Traoré den Ball mit viel Zug auf den zweiten Pfosten schlägt, wird es ganz schwer. Wir haben alles versucht. Es war bitter, aber die Gladbacher haben auch eine Riesenqualität. 

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Frage: Haben Sie während der Partie auch manchmal an Anthony Modeste gedacht, dessen Vollstreckerqualitäten dem FC diesmal gefehlt haben?

Horn: Nein, das ist Vergangenheit. Wir beschäftigen uns mit den Spielern, die wir aktuell im Kader haben. Tony ist in China. Das ist uninteressant für uns. Wir konzentrieren uns nur auf uns. Jhon Cordoba hat ein sehr gutes Spiel gemacht, er hat sich in alles reingeworfen und hatte auch die eine oder andere Chance. Leider war er etwas unglücklich im Abschluss. Aber wir haben einen sehr guten Stürmer dazu gewonnen. Daran hat es definitiv nicht gelegen. Uns ist aber auch klar, dass wir in den nächsten Wochen noch einiges zu tun haben werden. Aber in den Heimspielen waren wir in der letzten Saison immer sehr stark. Am Freitag wollen wir dann gegen den Hamburger SV den ersten Sieg feiern.

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Frage: Der FC hat zum ersten Mal in der Ära von Peter Stöger ein Auftaktspiel verloren. Von den nächsten drei Spielen muss die Geißbockelf auch noch zwei auswärts bestreiten. Wie knifflig ist das Auftaktprogramm?

Horn: Es wird nicht leichter, gerade wenn man sich auch in der Bundesliga einen gewissen Status erarbeitet hat und wir nun ein Europa-League-Teilnehmer sind. Die Gegner begegnen uns nun auch anders: mit mehr Respekt, aber auch deutlich konzentrierter und hier und da auch etwas defensiver. Aber wir stellen uns dieser Aufgabe. Auch wenn wir jetzt zum Auftakt verloren haben, sind wir nicht untergegangen, sondern haben nur ein Tor bekommen. Das war der Unterschied. Uns wird deshalb nicht angst und bange. Wir werden weiter hart arbeiten und unsere Siege holen. Da bin ich mir ganz sicher.

Aufgezeichnet von Tobias Gonscherowski