Augsburg - Timo Horn wirkte zufrieden. Der Torhüter des 1. FC Köln hielt im Gastspiel beim FC Augsburg zum zwölften Mal seinen Kasten sauber (Topdaten). Ein eigener Treffer wollte dem Aufsteiger allerdings zum wiederholten Mal nicht gelingen, die Torchancen waren rar. Daher nahmen die Kölner den einen Zähler gerne mit.

"Der Punkt war das Maximum, was wir rausholen konnten", sagte Horn nach der neunten Kölner Nullnummer der Saison. Damit baute der FC seinen erst vor zwei Wochen beim 0:0 in Berlin aufgestellten Bundesligarekord weiter aus. Zugleich war es das 99. torlose Remis der Kölner Bundesliga-Historie.

Mit kleinen Schritten zum Klassenerhalt

Zwar verpasste der FC einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt, doch der Vorsprung auf Platz 16 beträgt weiter sechs Punkte. "Die Ergebnisse waren nicht so schlecht für uns. Wir haben wieder einen Punkt gut gemacht", stellte Matthias Lehmann fest. Mit kleinen Schritten kommt Köln seinem Ziel näher, die Stabilität mit nur einer Niederlage in den vergangenen acht Spielen zeichnet die Mannschaft aus.

Vor allem die Defensive der Domstädter ist der Schlüssel zum Erfolg. In den vergangenen sieben Partien musste Torhüter Horn nur fünf Mal hinter sich greifen. In der laufenden Saison kassierte Köln nur 36 Gegentreffer - nur die ersten vier Mannschaften der Tabelle mussten weniger Gegentore hinnehmen.

Torhunger fehlt

Allerdings fehlte den Kölnern zuletzt vor allem auswärts der Hunger auf eigene Treffer. In Augsburg fabrizierte der Aufsteiger nur fünf Torschüsse und blieb daher im vierten Auswärtsspiel in Folge ohne eigenen Treffer. "Wir haben im Offensivspiel zu viele Fehler gemacht, dadurch haben wir uns kaum Torchancen herausgespielt", analysierte Horn.

Auch Trainer Peter Stöger (Stimmen zum Spiel) gestand: "Wir wollten mehr nach vorne unternehmen, aber das ist uns nicht gelungen, damit haben wir so unsere Probleme gehabt." Der Österreicher stellte daher schon früh auf komplette Absicherung der Defensive um, indem er in der 56. Minute mit Mergim Mavraj anstelle von Stürmer Anthony Ujah den dritten Innenverteidiger einwechselte und auf Fünferkette umstellte.

"Im kämpferischen Bereich alles getan"

"Wir haben uns in der zweiten Halbzeit zurückgezogen und uns aufs Verteidigen beschränkt", erklärte Horn, der nach der Umstellung kaum noch etwas zu tun bekam, weil die Augsburger sich am Kölner Bollwerk die Zähne ausbissen. Ganz nach dem Geschmack Stögers. "Die Mannschaft hat im läuferischen und kämpferischen Bereich alles getan, um den Punkt mitzunehmen", sagte der 49-Jährige.

Vor der Pause gewann sein Team nur 39 Prozent der Zweikämpfe, im zweiten Durchgang waren es 55. Die Steigerung ist vor allem auf Mavraj zurückzuführen, der nach seiner Einwechslung mit 83 Prozent gewonnener Duelle noch zweikampfstärkster Spieler auf dem Platz wurde. Dass man mit dieser Spielweise keinen Schönheitspreis gewinnt, war Stöger egal. "Wir haben schon bessere Spiele abgeliefert, aber das war alles, was wir unsererseits einbringen konnten. Wir fahren einigermaßen zufrieden nach Hause."

Dort wollen die Kölner am kommenden Sonntag gegen den FC Schalke 04 den letzten Schritt zum Klassenerhalt machen. Die Vorstellung, zuhause mit den eigenen Fans zu feiern, ist für Mittelfeldspieler Lehmann eh viel schöner: "Auswärts Appetit holen, zuhause essen." Ihren Torhunger sollten die Kölner aber bis dahin wiederfinden.

Aus Augsburg berichtet Maximilian Lotz